Covid-19 Corona-Impfungen haben im ersten Jahr weltweit rund 20 Millionen Todesfälle verhindert

Impfen gegen Sars-CoV-2 wirkt. Einer Modellierung des Londoner Imperial College zufolge haben die Impfungen allein im ersten Jahr dabei geholfen, global fast 20 Millionen Tote zu vermeiden. Damit sei die Zahl der ohne Impfungen erwarteten Todesfälle mehr als halbiert worden. Die Studie zeigt auch, wie ungerecht die Impfstoffe auf der Welt verteilt wurden.

Impfung einer Frau
Die Impfungen bilden bisher einen großen Erfolg im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Bildrechte: imago/PantherMedia / Andriy Popov

Die britischen Experten analysierten dafür die ab dem 8. Dezember 2020 verabreichten Impfungen in 185 Ländern und kombinierten diese Zahlen mit den jeweils verzeichneten Todesfällen. Teilweise wurden diese nicht verlässlich gezählt, dort griffen die Forschenden auf Daten zur Übersterblichkeit sowie Schätzungen zurück. Daher kommen sie auf andere Werte als die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die im Mai rund 15 Millionen Corona-Tote ermittelt hatte.

Die Wissenschaftler vom Imperial College errechneten nun die Zahl von 31,4 Millionen potenziellen Todesfällen im Zusammenhang mit Corona – davon wurden 19,8 Millionen durch die Impfungen vermieden. Knapp 80 Prozent davon beziehen sich auf direkte Sterbefälle infolge einer Covid-19-Infektion, beim Rest wurden die Leben gerettet, indem aufgrund der Impfungen weniger Ansteckungen passierten und das Gesundheitssystem entlastet wurde.

In ärmeren Ländern hätten noch viele Todesfälle mehr verhindert werden können

In der Studie zeigte sich auch die ungerechte weltweite Verteilung der Impfstoffe, denn 12,2 Millionen Todesfälle wurden in Ländern mit hohem oder mittlerem Einkommen vermieden. Gerade in ärmeren Ländern hätten durch mehr Impfungen dagegen noch mehr Tote verhindert werden können. Die Forschenden haben errechnet, dass rund 600.000 Menschen mehr noch leben würden, wenn das Ziel der WHO, bis Ende 2021 40 Prozent der Weltbevölkerung gegen Corona zu impfen, erreicht worden wäre.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass Millionen von Leben gerettet worden sind, dadurch dass Impfstoffe unabhängig vom individuellen Wohlstand verfügbar gemacht wurden", betont der Studienautor Oliver Watson vom Imperial College. "Es hätte jedoch mehr getan werden können." Wäre das Ziel der WHO erreicht worden, hätte rund einer von fünf Corona-Todesfällen in ärmeren Ländern verhindert werden können.

dpa/cdi

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