Covid-19 Corona-Totimpfstoff von Valneva ab September in Deutschland

Die Bundesregierung plant ab September eine neue Impfkampagne zur Auffrischung gegen Corona. Dann wird erstmals auch der inzwischen zugelassene Totimpfstoff von Valneva verfügbar sein, der gerade ausgeliefert wird.

Ein Aufsteller der Firma Valneva
Der Totimpfstoff von Valneva soll im August und September an Deutschland geliefert werden. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/TT

Der österreichisch-französische Impfstoffhersteller musste eine Weile warten, bis erst die EMA und dann auch die EU-Kommission schließlich doch noch grünes Licht gaben: Der inaktivierte Ganzvirusimpfstoff gegen Covid-19 wurde bereits im Juni zugelassen. Ende Juli dann waren sich Unternehmen und EU einig über die Lieferverträge. Nun kann das umgangssprachlich oft als Totimpfstoff bezeichnete Vakzin ausgeliefert werden. Die Bundesregierung erwartet die Lieferung von einer Million Dosen im August und September.

Totimpfstoffe: Von Influenza-Impfungen bekannt und lange erprobt

Laut einer Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums soll der Impfstoff im Rahmen der im September neu startenden Impfkampagne angeboten werden. So sollen Menschen eine Alternative haben, die den mRNA-Impfstoffen, den Vektorvakzinen oder auch Proteinimpfstoffen wie dem von Novavax gegenüber skeptisch eingestellt sind.

Inaktivierte Ganzvirusimpfstoffe sind ein bereits seit vielen Jahrzehnten verwendeter Impfstofftyp. Dabei werden Viren in Zellkulturen angezüchtet und dann chemisch abgetötet, das heißt, ihnen wird die Vermehrungsfähigkeit genommen. Die Virusbestandteile werden dann mit einem Verstärker (Adjuvanz) gespritzt, der die Immunantwort ankurbeln soll. Bekannte Ganzvirusimpfstoffe sind beispielsweise die Impfungen gegen die Grippe (Influenza).

Valneva-Impfstoff noch nicht an Omikron angepasst

Valneva hatte in einer relativ kleinen klinischen Studie in Großbritannien mit etwas über 4.000 Teilnehmenden nachgewiesen, dass sein Impfstoff ähnlich gute Ergebnisse wie der Vektorimpfstoff von Astrazeneca erzielte. Damit dürfte seine Wirkung zwar schwächer sein als die der mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna, allerdings trotzdem einen Gewinn an Immunität für die Geimpften bringen.

Der Valneva-Impfstoff ist bislang allerdings noch nicht an die neuen Omikron-Virusvarianten angepasst worden. Als Booster-Impfstoff für bereits Geimpfte dürfte er damit relativ uninteressant sein, besonders dann, wenn die geplanten Omikron-Booster der mRNA-Hersteller zugelassen und ausgeliefert sind.

Noch kein Datum für an Omikron angepasste Booster-Impfungem

Die Bundesregierung plant ab September eine neue Impfkampagne, mit der einerseits die Impflücke geschlossen werden und andererseits Risikogruppen mit einer vierten Impfung versorgt werden sollen. Sofern bis dahin zugelassen und verfügbar sollen auch die neuen Omikron-Booster der mRNA-Hersteller eingesetzt werden. Hier gibt es aber aktuell noch keine Termine, wann diese angepassten Impfstoffe verfügbar sein sollen.

(ens)