Sars-CoV-2 Mögliche Immunflucht gegen T-Zellen? Forscher beobachten Virusvarianten

Corona Varianten wie Omikron können alten Antikörpern teilweise ausweichen. T-Zellen schützen aber weiter vor schweren Verläufen. Nun sehen einige Forscher Virus-Mutationen, die zum Problem für T-Zellen werden könnten.

Illustration T-Zellen und Viren
T-Zellen (in dieser Grafik in gelb dargestellt) können mit Viren befallene Zellen erkennen und ausschalten. Bildrechte: imago/Science Photo Library

Obwohl Sars-CoV-2 in den vergangenen beiden Jahren viele neue Varianten gebildet hat, schützen die Corona-Impfstoffe bislang ziemlich zuverlässig vor schweren Krankheitsverläufen. Der Grund: Bisherige Immunflucht Varianten wie Omikron können durch Veränderungen des Spike-Proteins zwar den Antikörpern ausweichen, die nach Impfung oder Genesung gebildet werden. Aber die sogenannte Zelluläre Immunität, also der Schutz durch T-Zellen, wird von den Mutationen nicht beeinflusst – bislang.

Forscher analysierten 118.000 Corona Virusgenome

Ein Team von Forschenden um Antonio Martín-Galiano vom Carlos-III-Institut für Gesundheit in Spanien wollte jetzt herausfinden, ob die Viren soweit mutieren können, dass sie der T-Zell-Immunität ausweichen könnten. Dazu haben die Wissenschaftler die Gene von rund 118.000 Virusproben von Sars-CoV-2 analysiert, die im Lauf der Pandemie gesammelt wurden.

Die Forscher wollten wissen, wie stark sich die Gene auf Stellen auswirken, die die T-Zellen erkennen können. Laut den Wissenschaftlern gibt es 1.222 sogenannte Epitope auf den Viren, die von den Rezeptoren der T-Zellen, sogenannte Humane Leukozytenantigene, kurz HLA-Moleküle, erkannt werden.

Viele Corona Mutationen in afrikanischen und asiatischen Regionen

Bei der Analyse zeigte sich, dass fast die Hälfte der 1.222 Epitope (47 Prozent) mindestens einmal bei einer Virusprobe mutiert war. Einzelne Virusproben hatten sogar mehrere solcher Mutationen. Allerdings waren bei einzelnen Viren niemals mehr als 15 Prozent der Erkennungsstellen für die T-Zellen mutiert – noch zu wenig, um der zellulären Immunantwort zu entgehen. Aber: "Unsere Arbeit hat Mutationen gefunden, die für einzelne Bevölkerungen relevant sein könnten und eine stärkere Überwachung erfordern", so die Autoren in ihrer Studie.

Denn: Viele Viren mit verschiedenen Mutationen waren in bestimmten geographischen Regionen versammelt, darunter Subsahara-Afrika sowie Ost- und Südostasien. In diesen Regionen könnte es einen größeren Druck auf die Viren geben, weitere Mutationen anzusammeln, glauben die Forscher.

(ens)

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