Chinesische Mondmission Chang’e 5 ist unterwegs Start erfolgreich: China will Mondgestein zur Erde bringen

Chinas neue Mondmission ist gestartet. Am 24. November ist die Rakete vom Typ Langer Marsch zur Chang’e 5 Mission abgehoben. Ziel: Mondgestein zur Erde bringen. Wenn möglich noch vor Weihnachten.

Mondfahrzeug Chang'e 5
Ein Modell des chinesischen Mondfahrzeug Chang'e 5. Bildrechte: imago/Xinhua

Update 24.11.

China ist bereit für den Flug zum Mond - und zurück. Am 17. November wurde die Trägerrakete "Langer Marsch 5" zu ihrer Startrampe im Kosmodrom Wenchang gebracht. Der Raumhafen befindet sich im Süden des Landes, auf der Insel Hainan. Von dort aus ist die 57 Meter lange Rakete der chinesischen Mondmission am 24. November gestartet.

Wie immer bei der chinesischen Raumfahrt gab es vorab kaum Informationen. Nur der geglückte Start wurde vermeldet. Doch das ist nicht unüblich für China. Bereits bei der Marsmission im Sommer hat sich die Volksrepublik mit Informationen bedeckt gehalten. Klar ist: Die Chang’e 5 Mission soll auf dem Mond landen und Gesteinsproben zur Erde bringen.

Eine Rakete startet. 1 min
China bringt unbemanntes Raumschiff auf den Weg zu Mondmission Bildrechte: Euro

Mondgestein von drei Nationen

Für die Volksrepublik ist es mittlerweile die sechste Mondmission. Derzeit befindet sich der Mond-Rover Jadehase 2 (chin. Yutu 2) auf dem Erdtrabanten und untersucht seine Oberfläche. Er gehört zur Chang’e 4 Mission und landete am 3. Januar 2019 auf der Mondrückseite. Bereits am Dienstag, den 24. November 2020, soll Chang’e 5 starten.

Mondgestein zur Erde bringen ist ein ganz neues Level. Bisher haben es nur zwei Nationen geschafft: die USA und die ehemalige UdSSR. Zuletzt hatte die Sowjetunion 170 Gramm Mondstaub zur Erde gebracht. Das war 1976. Insgesamt haben die UdSSR innerhalb von drei Missionen 300 Gramm Mondgestein gefördert.

Zwar hatten die Apollo-Astronauten knapp 400 Kilogramm an Mondgestein zusammengetragen. Jedoch hatten sie auch Menschen auf der Mondoberfläche, die dabei halfen. Die meisten der 2.415 Proben wurden während den Apollo-Missionen 15 (77 Kilogramm), 16 (95 Kilogramm) und 17 (111 Kilogramm) eingesammelt und zur Erde gebracht. Die Sowjets setzten dagegen auf Roboter-Missionen, die weniger Gestein fördern konnten. Auch die chinesische Mission wird eine Roboter-Mission. China plant, zwei Kilogramm an Mondgeröll zur Erde zu bringen.

Landung und Sammelaktion im großen Mondmeer

Vorausgesetzt, der Launch am Dienstag glückt. Mit der Langer-Marsch 5-Trägerrakete wird die Raumsonde Chang’e 5 in den Weltraum gebracht. Der Name Chang’e leitet sich übrigens von der chinesischen Mondgöttin ab. Die Sonde wird den Mond ansteuern und sich in eine Umlaufbahn begeben. An Bord der Sonde befinden sich ein Orbiter, ein Lander sowie eine Aufstiegsstufe und eine Wiedereintrittskapsel.

Schließlich wird der Vulkanberg Mins Rümker im Nordwesten des Mondes angesteuert. Er liegt inmitten des größten Mondmeeres, Oceanus Procellarum. Eine unübersichtliche und verhältnismäßig junge Region. Ihre Formationen sind lediglich 1,2 Milliarden Jahren alt. Zum Vergleich: Die Gesteinsproben der Apollo-Missionen sind zwischen 4,4 und 3,1 Milliarden Jahre alt.

 In dieser Karte vom Mond sind die Gebiete "Oceanus Procellarum" rot und "Mare Humorum" grrün eingekreist.
In dieser Karte vom Mond sind die Gebiete "Oceanus Procellarum" rot und "Mare Humorum" grün eingekreist. Bildrechte: ESA / SpaceX

In dieser Region soll das Landefahrzeug (Lander) zusammen mit der Aufstiegsstufe landen. Bei diesem Manöver kann viel schief gehen. Die indischen Mondmission "Chandrayaa-2" ist im Herbst 2019 an einer solchen Landung gescheitert.

Rückkehr zur Erde noch vor Weihnachten

Wenn alles nach Plan verläuft, wird die Landung kurz nach Sonnenaufgang stattfinden. Ein Mondtag dauert in etwa zwei Wochen. Viel mehr Zeit zum einsammeln von zwei Kilogramm Mondgestein besteht auch nicht. Nachdem genug Geröll gesammelt wurde, wird das Aufstiegsmodul zurück in die Mondumlaufbahn kehren.

Dieses wird dann am Orbiter andocken, um gemeinsam zur Erde aufzubrechen. Dort angekommen, werden die Proben mit der Wiedereintrittskapsel in die Erdatmosphäre eintreten. Diese durchbrochen, wird das Modul in der Kreisebene Siziwang-Banner, in der Inneren Mongolei, landen. Die Landung soll bereits zwischen dem 16. und 17. Dezember erfolgen. Ein straffer Zeitplan. 

Weitere chinesische Weltraummissionen

Doch das chinesische Weltraumprogramm ist ambitioniert. Im Frühjahr 2021 wird die Tianwen-1 Mission den Mars erreichen und auf dem roten Planeten landen. Die nächste Mondmission steht mit Chang’e 6 bereits in den Startlöchern. Zwischen 2023 und 2024 soll sie aufbrechen. Auch ihr Ziel ist es, zwei Kilogramm Mondgestein zur Erde zu bringen. Jedoch soll dieses aus zwei Meter Tiefe gefördert werden. Mit der Chang’e 7 Mission soll ein weiterer Rover zum Mond gebracht werden. Dieser soll am Mondsüdpol landen. Es bleibt spannend in der chinesischen Raumfahrt.

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