Neurologie Darum nutzt unser Gehirn "Züge" beim Erinnern

Ein US-Forscherteam hat neue Erkenntnisse darüber geliefert, wie unser Gehirn funktioniert: Wie Züge werden Informationen hin- und hergeleitet, damit Nervenzellen gleichzeitig Gedanken produzieren und erinnern können.

Symbolbild Künstliche Intelligenz
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Die Wissenschaftler von der New York University um Prof. André Fenton untersuchten dafür den Hippocampus von Mäusen – ein Teil des Gehirns, der für die Erinnerung wichtig ist. In Versuchen, bei denen es um das Verschlüsseln und Zurückholen von Informationen ging, zeigte sich, dass im Hippocampus bei neuraler Aktivität ein Schalter umgelegt wurde. Dieser Schalter – im Bereich des sogenannten "zahnigen Dorns" (dentate spike) gelegen – könne mit einer Weiche verglichen werden, die die Informationszüge umleitet: entweder in Richtung Anlegen von neuen oder Erinnern von bekannten Informationen.

Derselbe Schaltkreis übernimmt mehrere Funktionen

Hintergrund der Studie, die im Fachmagazin "Cell Reports" veröffentlicht wurde, ist die lange Suche nach neuronalen Schaltkreisen, die spezifische Funktionen erfüllen. "Aber das Gehirn muss einfach zu viele Aufgaben erledigen, als dass jeder Schaltkreis seine eigenen Funktion haben könnte", erläutert Fenton. In der Studie konnte nun gezeigt werden, wie derselbe Schaltkreis mehrere Funktionen übernehmen kann – eben über die erwähnten Weichen, die die Informationszüge zu ihrem richtigen Ziel bringen.

"Wenn derselbe Schaltkreis mehrere Funktionen übernehmen kann, werden auch kreative Zusammenspiele im Gehirn und damit Synergien möglich", fügt Fenton hinzu. Damit zeigt sich letztlich ein weiteres Mal, welch ein Wunderwerk unser Gehirn ist – weitere Überraschungen nicht ausgeschlossen.

cdi

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