Erst ein Salat, dann der Spaziergang Es bleibt dabei: Sport, Obst und Gemüse schützen vor Krankheiten

Wer sich ausreichend bewegt und gesund ernährt, schützt sich vor Krankheiten im Alter. Das bestätigt eine US-amerikanische Langzeitstudie und zeigt auch: Eine der beiden Richtlinien zu befolgen ist gut, beide ist besser. Also erst ein Salat und dann ein Frühlingspaziergang.

Ein lächelndes Paar mittleren Alters wandert bei Sonnenschein über ein trockenes Feld oder eine trockene Wiese, im Hintergrgund Wald.
Wer sich im mittleren Alter fit hält, senkt das Risiko für spätere Krankheiten. Bildrechte: imago images/PhotoAlto

Die vorliegende Studie enthält im Grunde genau das Gegenteil von dem, was einige sich möglicherweise zu hören erhoffen. Vielleicht wünscht sich der eine oder andere endlich die Überschrift, dass Bewegung und gesunde Ernährung jetzt doch nicht ganz so wichtig sind, wie eigentlich angenommen. Aber Wissenschaft ist kein Wunschkonzert. Deshalb gilt, wieder einmal bestätigt: Wer sich bewegt und gesund ernährt, dessen Chancen sinken deutlich, im Alter an Herzkrankheiten, Schlaganfällen, Typ-2-Diabetes oder einfach überschüssigem Körperfett im Hüftbereich zu leiden.

150 Minuten Sport pro Woche wären schon gut

Das zeigt die aktuelle Veröffentlichung der Framingham Heart Study (Framingham-Herzstudie). Warum die so heißt? Weil sie in Framinhgam im US-Bundesstaat Massachusetts gestartet wurde. Siebzig Jahre ist das her, inzwischen liegen die Ergebnisse der dritten Generation vor.

Die Teilnehmenden wurden daraufhin überprüft, ob sie sich im mittleren Alter an die Ernährungsempfehlungen des US-Gesundheitsministeriums hielten und mindestens 150 Minuten pro Woche moderaten Sport trieben oder mindestens siebzig Minuten intensiver körperlicher Bewegung (wie Schwimmen oder Wandern) nachgingen. Herauszufinden galt es, wie sich diese Gesundheitsempfehlungen auf das sogenannte metabolische Syndrom auswirken, das überschüssiges Taillenfett, Insulinresistenz und Bluthochdruck beinhaltet. Dieses Syndrom kann das Risiko erhöhen, einen Schlaganfall zu erleiden oder an Herzerkrankungen oder Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Lächelnder Mann mittleren Alters sitzt mit Frau mittleren Alters an einem Tisch im Freien und füttert Sie mit einer Gabel. Im Vordergrund auf dem Tisch sind Gemüse, Obst sowie Wein und Wasser angerichtet.
Rein in den Mund: Ein Salätchen schadet nie. Bildrechte: imago images/PhotoAlto

47 Prozent der Teilnehmenden gingen einer der zwei Gesundheitsleitlinien nach, 28 Prozent erfüllten beide. Im Ergebnis zeigte sich, dass die Erfüllung der Sportrichtlinie die Wahrscheinlichkeit um 51 Prozent senkt, ein metabolisches Syndrom zu entwickeln. Die Erfüllung der Ernährungsrichtlinie senkt die Wahrscheinlichkeit um 33 Prozent. Und Teilnehmende, die beide Richtlinien befolgten, hatten sogar eine 65 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit eines metabolischen Syndroms.

Nur weiße Erwachsene berücksichtigt

Für die Forschenden ist dieser Synergieeffekt – also die positive Wechselwirkung zwischen Sport und gesunder Ernährung – besonders bemerkenswert. Einen Haken hat die Studie allerdings: Die Studienteilnehmenden waren zwar im ungefähr gleichen Verhältnis Männer und Frauen, jedoch ausschließlich weiße erwachsene US-Amerikanerinnen und -Amerikaner. Um die Ergebnisse auch auf andere Bevölkerungsgruppen anwenden zu können, seien multiethnische Studien erforderlich.

flo

Link zur Studie

Die Studie Conjoint Associations of Adherence to Physical Activity and Dietary Guidelines With Cardiometabolic Health: The Framingham Heart Study erschien am 31. März 2021 im JAHA Journal of the American Heart Association.

DOI: 10.1161/JAHA.120.019800

12 Kommentare

MDR-Team vor 6 Tagen

Welche Kommentare meinen Sie denn? Soweit ich das überblicke, ist hier alles vorhanden, was der Netiquette entspricht. Liebe Grüße vom MDR-Wissen Team

MDR-Team vor 6 Tagen

Hallo DermbacherIn, das merken Sie, wenn Sie die interessanten Artikel lesen, in denen wir Ihnen einen bunten Blumenstrauß an spannenden Fakten aus der Wissenschaftswelt zu Füßen legen. Alle handverlesen, nur für unsere interessierten LeserInnen. Liebe Grüße vom MDR-Wissen Team

MDR-Team vor 7 Tagen

Hallo Steffen Kayser, sie haben Recht. Es gibt zahlreiche Lebensmittel, die in ihrer Zusammensetzung nicht besonders gesund sind. Deshalb ist es wichtig, dass sich auch der Verbraucher informiert.

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