Covid-19 Neue Omikron-Studien: mildere Corona-Verläufe, weniger Tote

Wie gefährlich ist die neue Corona-Variante Omikron? Zwei neue Preprint-Studien geben Hoffnung, dass Covid-19 im Ansteckungsfall mit der neuen Variante milder verläuft und weniger tödlich ist.

Corona Schnelltest auf die Omikron Variante
Neue Studie zeigen: Omikron ist offenbar weniger gefährlich als frühere Coronavarianten Bildrechte: IMAGO / Sven Simon

Die erste Studie stammt aus den USA. Forscher der Universität Berkeley haben dafür klinische und epidemiologische Daten von Fällen mit positiver Sars-CoV-2-Infektion in Kalifornien untersucht. Verglichen wurden 52.297 Fälle mit Omikron und 16.982 Fälle mit der Delta-Variante im Dezember 2021. Dabei zeigte sich, dass Omikron-Infizierte weniger schwere Verläufe erlitten sowie seltener und kürzer ins Krankenhaus mussten. In Zahlen bedeutet das: Betroffene mit Omikron mussten fast dreimal weniger ins Krankenhaus und lagen dort im Schnitt 3,4 Tage kürzer, was zwei Drittel des durchschnittlichen Aufenthalts mit einer Coronainfektion ausmacht.

Omikron trotzdem nicht unterschätzen

"Die Ursache für die geringere Schwere liegt wirklich im Virus", so der Autor der Studie, Dr. Lewnard, Epidemiologe an der University of California, gegenüber der New York Times. Gleichzeitig warnte er davor, die Omikron-Variante zu unterschätzen: „Da sie leichter übertragbar ist, wird es irgendwann unweigerlich zu vielen Krankenhauseinweisungen kommen.“

Corona-Impfungen helfen gegen neue Variante

Auch die zweite Studie, die aus Südafrika stammt und am 12. Januar veröffentlicht wurde, bestätigt weniger schwere Verläufe bei Omikron. Dafür wurden laborbestätigte COVID-19-Fälle zwischen dem 14. November und 11. Dezember 2021 untersucht. Die Forscher verglichen 5.144 Omikron-Fälle mit 11.609 Corona-Infektionen mit Delta. Dabei fanden die Forscher ein um etwa 25 Prozent reduziertes Risiko von schwerem Krankenhausaufenthalt oder Tod bei Omikron im Vergleich zu Delta, das in der geringeren Virulenz der neuen Variante liegt. Die Studie zeigte aber auch, dass schwere Covid-19-Erkrankungen hauptsächlich aufgrund des durch eine vorherige Infektion und/oder Impfung vermittelten Schutzes reduziert wurden, auch im Fall von Omikron.

Bei beiden Veröffentlichungen handelt es sich um Preprints. Sie wurden also noch nicht von unabhängigen Forschern geprüft.

Links zu den Studien

gp

7 Kommentare

MDR-Team vor 1 Wochen

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Alles in allem bestätigt dies, was die Experten seit geraumer Zeit äußern und auch von uns so dargestellt wird. Im Allgemeinen lässt der Impfschutz mit der Zeit nach. Bei Omicron gibt es eine gewisse Immunflucht und die Impfstoffe wirken vermindert. Mit einer Booster-Impfung kann man sich zum Teil aber auch vor einer Infektion mit der Omicron-Variante schützen und ein hoher Schutz vor schweren Verläufen ist auch bei der Omicron-Variante gegeben. Deswegen wird die dritte Impfung dringend jedem empfohlen.

MDR-Team vor 1 Wochen

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Hallo Taf73,
Ihre Schlussfolgerungen passen nicht zu den Studienergebnissen. Zum einen muss man festhalten, dass es in der von Ihnen genannten Studie um den Schutz vor einer Infektion geht und nicht um die Verhinderung schwerer Krankheitsverläufe. Das ist aber das eigentlich Ziel der Impfung und davor schützt die Impfung auch bei Omicron mit hoher Zuverlässigkeit. Zum anderen muss man die Zahlen vernünftig einordnen. Die Studie besagt, dass der Schutz vor einer Infektion mit der Omicron-Variante nach zwei Impfungen nicht gegeben ist und nach der dritten Impfung bei 37% liegt. Das bedeutet nicht , das die Impfung gar nicht wirkt oder gar gegenteilig, wie Sie behaupten. Das bedeutet, dass der Impfschutz vor einer Infektion im Vergleich zur Delta-Variante stark vermindert ist. Die Ergebnisse bedeuten aber auch, dass die Booster-Impfung einen deutlich besseren Schutz vor einer Infektion bietet, als dies ungeschützt, also ungeimpft, der Fall wäre.

Taf73 vor 2 Wochen

Liebes MDR-Team, schon das PrePrint: "Effectiveness of COVID-19 vaccines against Omicron or Delta infection" gelesen? Ich zitiere mal kurz eine Passage: "After 2 doses of COVID-19 vaccines (with at least 1 mRNA vaccine), VE against Delta declined steadily over time from 84% (95%CI, 81-86%) 7-59 days after the second dose to 71% (95%CI, 66-75%) ≥240 days after the second dose, but recovered to 93% (95%CI, 92-94%) ≥7 days after receiving an mRNA vaccine for the third dose (Table 2; Figure 1). In contrast, receipt of 2 doses of COVID-19 vaccines was not protective against Omicron infection at any point in time, and VE was –38% (95%CI, –61%, –18%) 120-179 days and –42% (95%CI, –69%, –19%) 180-239 days after the second dose. VE against Omicron was 37% (95%CI, 19-50%) ≥7 days after receiving an mRNA vaccine for the third dose." Sollte das so stimmen, verkehrt sich die Impfung bei Omikron ins Gegenteil.

Dr. Frieder G. Knebel an seinem Schreibtisch 13 min
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Diesmal erzählt Dr. Frieder G. Knebel, wie die Absprachen in Bezug auf Corona laufen, warum er Omikron keineswegs für harmlos hält und warum über die politischen Maßnahmen nicht auf der Straße entschieden werden darf.

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