Covid-19 Daten aus den USA: Omikron-Booster liefert zusätzlichen Schutz vor Ansteckung

Was bringt eine BA.5-Boosterimpfung? Sie reduziert das Risiko einer Ansteckung im Idealfall um die Hälfte, schreiben Epidemiologen der US-Seuchenschutzbehörde CDC auf Basis aktueller Daten.

Impfausweis mit frisch eingetragener 2. Boosterimpfung, 4. Impfung,
Eine Impfung mit dem Omikron-Booster zeigt laut US-Behörden einen deutlichen Effekt. Bildrechte: IMAGO/Wolfgang Maria Weber

Wer eine Corona-Auffrischimpfung mit einem BA.5-Booster bekommen hat, steckt sich im Idealfall nur halb so oft mit Sars-CoV-2 an verglichen mit Personen, die nur nicht angepasste Impfungen erhalten haben. Dabei ist der Schutz besser, wenn zwischen der letzten Dosis Ursprungsimpfstoff und dem BA.5 Booster mehr Zeit vergangen ist. So lassen sich aktuelle Erkenntnisse der US-Seuchenschutzbehörde CDC grob zusammenfassen.

Impfdurchbrüche nach BA.5 Booster bis zu 56 Prozent seltener

Die verschiedenen an die Omikron-Variante von Corona angepassten Booster sind in den USA seit September verfügbar. Jetzt haben Experten der CDC Ergebnisse des nationalen PCR-Testsystems ausgewertet. Überprüft wurden die Ergebnisse von rund 360.000 Tests von erwachsenen Personen, die mit Symptomen einer Covid-19 in eine von rund 10.000 Apotheken gekommen waren. Verglichen wurde dann die Wahrscheinlichkeit, dass ein solcher Test positiv ausfiel zwischen denen, die bereits einen BA.5 Booster erhalten hatten und jenen, die bisher nur die nicht angepassten Impfstoffe bekommen hatten.

Bei jüngeren Erwachsenen zwischen 18 und 49 Jahren zeigte sich demnach die beste Impfwirkung. Hier waren Geimpfte mit dem BA.5-Booster etwa 30 Prozent seltener infiziert, wenn zwischen dem angepassten Booster und der letzten Impfdosis davor zwei bis drei Monate vergangen waren. Lagen acht Monate zwischen den beiden Impfungen, dann war die Wahrscheinlichkeit eines Impfdurchbruchs sogar 56 Prozent geringer.

Unklar: Half die Anpassung des Impfstoffs oder die Aktualität der Impfung?

Bei älteren Erwachsenen zwischen 50 und 64 Jahren betrug der zusätzliche Schutz 31 Prozent bei der Gruppe, bei denen der Abstand zwischen letzter Impfung und BA.5 Booster zwei bis drei Monate betrug und 48 Prozent, wenn er mindestens acht Monate betrug. Bei den über 65-Jährigen Senioren zeigte sich ein zusätzlicher Schutz von 28 beziehungsweise 43 Prozent.

Diese Daten sollten hinsichtlich der Effektivität der angepassten Booster allerdings vorsichtig interpretiert werden. Denn aus der Beschreibung geht nicht klar hervor, ob die Anpassung der Impfstoffe den entscheidenden Effekt hatte oder die zeitliche Abfolge der vergangenen Impfungen. Denkbar wäre, dass auch eine aktuelle Viertimpfung mit einem nicht angepassten Impfstoff einen ähnlichen Effekt haben könnte.

Herdenimmunität etabliert sich: Infektionswellen werden aktuell kleiner

Außerdem sind seit Einführung der Booster-Impfstoffe nur etwas mehr als zweieinhalb Monate vergangen. Damit lassen sich nur wenige Aussagen zur Länge des beobachteten Schutzeffekts treffen. Gut möglich, dass es in Folge neuer Subvarianten des Virus bald zu neuen Ansteckungen kommt. Dennoch zeigt sich auch in den USA ein ähnliches Bild wie inzwischen auch in Deutschland: Je länger das Virus zirkuliert, desto geringer werden die Ausschläge neuer Infektionswellen. Die anfangs lang ersehnte Herdenimmunität gegen Sars-CoV-2 etabliert sich offenbar langsam.

(ens)