Covid-19 Weitere Corona-Impfstoffe vor Zulassung

Drei Impfstoffe gegen Sars-CoV-2 sind in der EU bereits zugelassen, jetzt kommen die nächsten. Bei den meisten gibt es bereits Wirksamkeitsdaten zu den Mutationen – und sie bringen technische Verbesserungen.

Hinweistafel in einem Impfzentrum
Impfzentrum in hannover (Archivbild) Bildrechte: imago images/Future Image

Immer weitere Impfstoffprojekte gegen Corona gelangen an ihr Ziel. Nachdem in Europa bereits die beiden mRNA-Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna zugelassen sind und am Freitag auch der vektorbasierte Impfstoff von AstraZeneca grünes Licht erhielt, stehen jetzt die nächsten Kandidaten vor der Zulassung.

Ad26.Cov2.S von Janssen / Johnson & Johnson

Am ehesten wird wohl der Impfstoff des US-Konzerns "Johnson & Johnson" auf den Markt kommen. Dessen Tochterfirma Janssen hat den Kandidaten Ad26.Cov2.S entwickelt und dafür Gelder aus dem Programm Warpspeed bekommen, mit dem die US-Regierung Wege aus der Corona-Pandemie finden will. Ähnlich wie bei den Vakzinen von AstraZeneca und Sputnik V ist auch Ad26.Cov2.S ein sogenannter Vektorimpfstoff, der auf einem genetisch veränderten Erkältungsvirus basiert. Auch hier ist es ein Adenovirus. Für die Lagerung bedeutet das: Der Wirkstoff muss nicht so stark gekühlt werden, Kühlschranktemperaturen reichen aus. Er kann also auch in Hausarztpraxen ausgegeben werden.

Die Phase-3-Studie schloss insgesamt 43.783 Teilnehmer in den USA (44 Prozent), Lateinamerika (41 Prozent) und Südafrika (15 Prozent) ein. Dabei beobachteten die Forscher eine Schutzwirkung von insgesamt 66 Prozent gegen ernste bis schwere Verläufe von Covid-19 (es kam zu insgesamt 468 Infektionen mit Covid-19 in der Studien sowie der Kontrollgruppe).

Das ist zwar weniger als bei den mRNA-Impfungen und auch weniger als bei AstraZeneca. Dafür genügt bei der Janssen-Impfung eine einzige Dosis für den Schutz, der laut bisheriger Datenlage zudem immer besser wird, je länger die Impfung zurückliegt. Der erste Schutz stellt sich demnach etwa 14 Tage nach der Impfung ein. Bei denjenigen Teilnehmern, bei denen die Impfung länger als 49 Tage zurück lag, gab es gar keine schweren Verläufe mehr.

Interessant an der Studie sind besonders die Ergebnisse aus Südafrika. Während in den USA der Schutz 72 Prozent und in Lateinamerika noch 66 Prozent betrug, kam es in Südafrika bei nur 57 Prozent Schutz deutlich häufiger zu symptomatischen Covid-19-Erkrankungen bei Geimpften. Schuld daran dürfte B.1.351 sein, die Mutante mit der gefährlichen Veränderung am Spikeprotein, die ihr ermöglicht, den menschlichen Antikörpern besser auszuweichen. Bei allen erkrankten Versuchsteilnehmern in Südafrika sei diese Variante festgestellt worden, teilte das Unternehmen mit.

Studienergebnisse von Johnson & Johnson Insgesamt 43.783 Teilnehmer.

(44 Prozent USA, 41 Prozent Lateinamerika - Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Mexiko, Peru, 15 Prozent Südafrika)

14.672 (34 Prozent) über 60 Jahre alt
45 Prozent Frauen

468 erkrankten symptomatisch an Covid-19.

Rechnerische Schutzwirkung: 66 Prozent

Quellen

NVX-CoV2373 von Novovax

Die Corona-Pandemie verhilft zahlreichen neuen Biotechnologien zum Durchbruch. Auch der Impfstoff von Novovax basiert auf einem Verfahren, das bislang noch nicht bei Impfungen zum Einsatz kam. Bei NVX-CoV2373 handelt es sich um gentechnisch hergestellte künstliche Eiweiße, die dem Sars-Coronavirus-2 sehr ähnlich sind und die das charakteristische Spikeprotein tragen.

Sie provozieren im Körper eine Immunantwort auf das Spikeprotein und sollen so die Schutzwirkung herstellen. Der Novovax-Impfstoff wird wie die mRNA-Impfungen zweimal verabreicht, zwischen erster und zweiter Spritze sollen 21 Tage liegen.

Auch für Novovax gibt es Daten zur Wirkung gegen die neuen Mutanten. Bei der britischen Variante B 1.1.7 ist die Schutzwirkung demnach um zehn Prozent vermindert, bei der südafrikanischen Mutante B.1.351 sogar um 40 Prozent. Der Impfstoff kann bei Kühlschranktemperaturen stabil gelagert werden.

Die Studiendaten von Novovax auf einen Blick 15.000 Teilnehmer
Alter: 18 bis 84 Jahre (27 Prozent über 65 Jahre)

62 Covid-19 Erkrankungen,
- davon 56 in der Placebogruppe (ein schwerer Verlauf) und 6 in der Studiengruppe

Rechnerische Schutzwirkung 89,3 Prozent

Quellen:

Totimpfstoff von Sinopharm

In China hat der Konzern Sinopharm inzwischen per Pressemitteilung erste Testergebnisse zu seinem Totimpfstoff herausgegeben. Dabei handelt es sich um ein abgetötetes Sars-Coronavirus-2. Insgesamt 60.000 Teilnehmer aus 125 Ländern hätten sich an den Versuchen beteiligt. Die effektive Schutzwirkung betrage 86 Prozent, wobei keine der geimpften Testpersonen eine schwere Covid-19 entwickelt habe.

Eine wissenschaftliche Veröffentlichung zu diesen Versuchen oder eine Bereitstellung der Daten aus den Studien gibt es bislang nicht. Ungarns Regierung hat sich dennoch zum Kauf von fünf Millionen Dosen entschieden und dafür die Notwendigkeit einer behördlichen Überprüfung von Impfstoffen außer Kraft gesetzt. Damit können in Ungarn auch Impfstoffe ausgegeben werden, für die es keine unabhängigen Kontrollen und damit auch keine Belege für ihre Sicherheit oder Wirksamkeit gibt.

Quellen:

Zusammenfassung beim Norddeutschen Rundfunk

1 Kommentar

der Vielfaltige vor 33 Wochen

Also ich hoffe auf den 5% wirksamen Impfstoff aus Tansania, der heißt 3 mal beten.