Fragen und Antworten Grippe vs. Covid-19: Die wichtigsten Antworten zu Corona und Influenza

Immer wieder wird Covid-19 mit der Grippe verglichen. Hier finden Sie die Antworten auf häufig gestellte Fragen zu diesen beiden Viruserkrankungen.

Links die Darstellung des SARS-CoV-2-Virus, rechts die Darstellung des Influenza-Virus
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Die wichtigsten Inhalte auf einen Blick

Influenza und Covid-19 haben viele Gemeinsamkeiten. Beide werden u.a. durch Tröpfchen übertragen, die wir beim Husten, Niesen oder Sprechen ausscheiden. Bei beiden spielt die Verbreitung über Aerosole eine Rolle. In der Symptomatik sind sie sich ähnlich. Bei beiden kann es zu schweren Verläufen kommen, bei beiden werden Todesfälle verzeichnet. Aber der Unterschied der beiden Erkrankungen liegt im Detail. So unterscheidet sich Covid-19 vor allem in diesen Punkten:

- Keine Grundimmunität der Bevölkerung: Weil Influenza weltweit schon seit Jahrzehnten im Umlauf ist, besteht eine gewisse Grundimmunität der Bevölkerung. Das Immunsystem kann sich auf Grund vorangegangener Infektionen an den Erreger erinnern und mit entsprechenden Antikörpern reagieren. Bei Covid-19 besteht diese Immunität nicht.

- Noch kein zugelassener Impfstoff in Deutschland: Für Influenza gibt es in jeder Saison einen zum aktuellen Virus-Typ passenden Impfstoff. Für Covid-19 gibt es diesen zwar mittlerweile, allerdings ist er bisher in Deutschland nicht zugelassen. (Stand 11.12.2020)

- Größere Bandbreite an Symptomen: Influenza betrifft in der Regel vor allem die Atemwege, verursacht Husten, Schnupfen, Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen. Bei Covid-19 sind die Symptome vielfältiger. Ein Hauptunterschied zu Influenza ist der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns. Darüber hinaus kann es aber auch zu neuronalen Ausfällen kommen. Vor allem bei älteren Patienten wurde von einem Delirium berichtet.

- Größere Bandbreite an Langzeitfolgen: Auch bei Influenza kann es bei schweren Verläufen zu Langzeitfolgen kommen. Die Bandbreite bei Covid-19 ist aber größer. So können Genesene unter einem anhaltend gestörten Geruchs- und Geschmackssinn leiden, es kommt zu Wortfindungsstörungen, Atemnot, Fatigue-Syndrom (absolute Erschöpfung), Gelenk- und Brustschmerzen, neuronalen Schäden, Guillain-Barré-Syndrom, Nervenentzündungen, Gefäßentzündungen- und Schäden, Lungenschäden, Thrombosen oder Herzschäden.

- Höhere Sterberate: In der Influenza-Saison 2018/2019 beliefen sich die labordiagnostisch nachgewiesenen Todesfälle in Zusammenhang mit Influenza-Infektionen auf 954 Fälle. Die aktuelle Zahl der labordiagnostisch nachgewiesen Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 belaufen sich seit Beginn der Pandemie auf 20.970 Fälle (Stand 11.12.2020). Nähere Informationen zur Sterberate entnehmen Sie dem entsprechenden Abschnitte "Wie viele Menschen sterben?".

Welche Erreger gibt es und seit wann sind sie bekannt?

Influenza:

Laut RKI sind die Erreger der Influenza (oder Grippe) in die Typen A, B und C aufgeteilt. Für Menschen sind Influenza A und Influenza B besonders relevant. Bei Influenza A unterscheidet man die zwei Subtypen H1N1 und H3N2. Influenza B besitzt keine Subtypen, aber dafür zwei genetisch unterschiedliche Linien: die Yamagata-Linie und die Victoria-Linie. Seit 2009 zirkulieren in der menschlichen Bevölkerung die A-Subtypen A(H1N1)pdm09, A(H3N2) sowie Influenza B-Viren.

Covid-19:

Coronaviren wurden erstmal Mitte der 1960er-Jahre identifiziert. Sie können Menschen und Tiere infizieren. Insgesamt sind bisher sieben humanpathogene Coronaviren, also Viren, die Krankheiten im Menschen hervorrufen können, bekannt:

- HCoV-229E
- HCoV-NL63
- HCoV-HKU1
- HCoV-OC43
- MERS-CoV
- SARS-CoV1
- Sars-CoV-2

Sars-CoV-2 tauchte erstmals im Dezember 2019 auf.

Wann tritt das Virus am häufigsten auf?

Influenza:

Typischerweise treten die Grippewellen ungefähr zwischen der 40. Kalenderwoche des einen Jahres bis zur 20. Kalenderwoche des Folgejahres auf. Der größte messbare Anstieg der Influenza-Aktivität auf Bevölkerungsebene lässt sich laut Arbeitsgemeinschaft Influenza meist zwischen Januar und Februar feststellen. Über die Entwicklung der aktuellen Grippesaison informieren wir sie hier.

Covid-19:

Aufgrund der Neuartigkeit des Sars-Coronavirus-2 lässt sich noch keine allgemeingültige Aussage über "Corona-Wellen" treffen. Es konnte jedoch beobachtet werden, dass die Covid-19-Fälle ab Mitte Oktober wieder anstiegen. In diesem Zusammenhang wird oft von der zweiten Corona-Welle gesprochen.

Wie viele Menschen erkranken jedes Jahr?

Influenza:

Die Zahl der jährlichen Infektionen während einer Grippewelle wird laut RKI auf 5 bis 20% der Bevölkerung geschätzt. Allerdings erkrankt nicht jeder Infizierte auch an Grippe. Die Arbeitsgemeinschaft Influenza geht pro Jahr von zwischen einer und sieben Millionen Influenza-bedingten Arztbesuchen aus. Die Stärke der Grippewelle schwankt allerdings von Jahr zu Jahr erheblich.

Covid-19:

Seit Dezember 2019 (Stand 08.12.2020, 0:00 Uhr) wurden in Deutschland 1.197.709 labordiagnostisch bestätigte Fälle von Covid-19 gezählt. Eine detaillierte Übersicht und die aktuelle Entwicklung der Fallzahlen finden Sie hier.

Wie werden die Fallzahlen ermittelt?

Influenza:

Für die Einschätzung der Influenza-Aktivität sind mehrere Datenquellen erforderlich, die die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) erfasst und bereitstellt. Aus ihnen allen ergibt sich am Ende eine Schätzung der Influenza-Aktivität. Sie setzt sich unter anderem aus Meldedaten gemäß des Infektionsschutzgesetzes (also übermittelten labordiagnostischen Nachweisen), der ARE-Aktivität (Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen), der virologischen Surveillance (Überwachung) durch das Nationale Referenzzentrum für Influenza am RKI, Daten des Onlineportal GrippeWeb und der Krankenhaus-Surveillance ICOSARI zusammen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier. Außerdem informieren wir Sie hier über die Entwicklungen der aktuellen Grippesaison.

Covid-19:

Täglich werden die labordiagnostischen Nachweise von Sars-CoV-2 gezählt, unabhängig vom Vorhandensein oder der Ausprägung der klinischen Symptomatik. Diese Zahlen werden von den Gesundheitsämtern übermittelt und vom RKI zusammengefasst und bereitgestellt. Hier gilt die sogenannte 7-Tage-Inzidenz als der wichtigste Wert. Dafür wird berechnet, wie viele Neuinfektionen über die letzten Tage pro 100.000 Einwohner aufgetreten sind. So werden die Schwankungen ausgeglichen, die durch die unterschiedlichen Rhythmen entstehen, in denen die Gesundheitsämter ihre Daten an das RKI weitergeben. Außerdem wird der Wert für einzelne Landkreise berechnet. Regionale Unterschiede lassen sich so deutlich machen. Mehr Informationen zur Erfassung der Zahlen von Neuinfektionen, Positivquoten, Dunkelziffern und Reproduktionsfaktor finden sie hier.

Wie wird das Virus übertragen?

Sowohl Influenza-Viren als auch Sars-CoV-2 werden durch Husten, Niesen oder Sprechen mittels Tröpfchen über eine geringe Distanz auf die Schleimhäute der Atemwege übertragen. Auch über die Hände oder Oberflächen, die mit virushaltigem Sekret verunreinigt sind, ist eine Übertragung möglich.

Wie lang ist die Inkubationszeit?

Die Inkubationszeit ist die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Beginn der Erkrankung.

Influenza:

Laut RKI beträgt die Inkubationszeit durchschnittlich ein bis zwei Tage.

Covid-19:

Die überwiegende Mehrheit der Studien zur Inkubationszeit von Covid-19 kam zu dem Schluss, dass diese durchschnittlich fünf Tage dauert.

Welche Symptome gibt es?

Influenza:

- trockener Reizhusten
- Schnupfen
- Fieber
- Kopf- und Muskelschmerzen
- Müdigkeit
- Halsschmerzen

Covid-19:

- trockener Reizhusten
- Schnupfen
- Fieber
- Kopf- und Muskelschmerzen
- Müdigkeit, Halsschmerzen
- Geruchs- und Geschmacksverlust
- Augen- und Schleimhautentzündungen
- Magen-Darmprobleme
- Delirium bei älteren Patienten

Detailliertere Informationen zu den Symptomen finden Sie hier.

Wie lang ist die Krankheitsdauer?

Influenza:

Die Krankheitsdauer liegt in der Regel bei fünf bis sieben Tagen, kann aber in Abhängigkeit von Komplikationen und Risikofaktoren auch deutlich länger dauern.

Covid-19:

Im Durchschnitt haben milde Krankheitsverläufe eine Dauer von ungefähr zwei Wochen. Schwerer Verläufe dauern durchschnittlich drei Wochen. Doch auch hier gilt, dass der Verlauf individuell ist und auch deutlich länger dauern kann.

Wie verläuft die Erkrankung?

Influenza:

Nicht alle Influenza-Infizierten erkranken mit typischer Symptomatik. Bei einem Drittel kommt es zu fieberhaftem, einem weiteren Drittel zu einem leichten und dem letzten Drittel zu einem asymptomatischen Verlauf. Selten kommt es zu schweren Verläufen wie primären Influenzapneumonien durch das Virus selbst, bakterielle Pneumonien nach Superinfektionen oder deutlichen Verschlimmerungen chronischer Lungenerkrankungen. Betroffen von schweren Verläufen sind meist ältere Personen und Menschen mit Grunderkrankungen wie zum Beispiel chronischen Herzerkrankungen, chronischen Lungenerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, Immundefekten, neurologischen bzw. neuromuskulären Erkrankungen und schwerer Fettleibigkeit. Zudem erhöht eine Schwangerschaft das Risiko eines schweren Verlaufes.

Covid-19:

Der Krankheitsverlauf variiert in Symptomatik und Schwere. Das Spektrum reicht von symptomfreien Infektionen bis hin zu schweren Pneumonien, Lungenentzündungen und Tod. Wie bei der Influenza auch hängt die Schwere des Verlaufs davon ab wie alt die Patienten sind und ob sie unter Vorerkrankungen leiden. Um welche Vorerkrankungen es sich dabei handelt können Sie im Abschnitt "Risikogruppen" nachlesen.

Wie lange ist man ansteckend?

Influenza:

Die Ansteckungsfähigkeit mit Influenza ist im Schnitt laut RKI noch vier bis fünf Tage nach Auftreten der ersten Symptome gegeben.

Covid-19:

Die genaue Zeit ist noch nicht definiert. In der Zeit um den Symptombeginn ist die Ansteckungsfähigkeit laut RKI am größten. Ein Großteil der Übertragungen erfolgt aber schon vor dem Auftreten erster klinischer Symptome. Nach neuestem Kenntnisstand geht man davon aus, dass die Ansteckungsfähigkeit 10 Tage nach Symptombeginn deutlich zurückgeht.

Ist intensivmedizinische Betreuung nötig?

Influenza:

Ja, schwere Verläufe von Influenza können dazu führen, dass die Patienten intensivmedizinisch betreut werden müssen. Das RKI meldete in seinem Epidemiologischen Bulletin 41/2020, dass 32 Prozent der Influenza-Patienten, die während der Grippewellen zwischen 2015 und 2019 schwer erkrankten, intensivmedizinisch behandelt werden mussten.

Covid-19:

Ja, bei schweren Verläufen kann eine intensivmedizinische Betreuung erforderlich sein. Die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten steigt deutlich an. Detaillierte und immer aktuelle Daten zur Lage auf den Intensivstationen finden sie hier. Eine höhere Letalität und lange Beatmungsdauer unterscheiden Covid-19 von schwer verlaufenden Atemwegsinfektionen in Grippewellen, beschreibt das RKI den Unterschied in seiner Untersuchung.

Wie viele Menschen sterben?

Influenza:

Die Zahl der Todesfälle, die im Zusammenhang mit Influenza stehen, beruhen auf einer Schätzung, da sie bei weitem nicht alle als solche erkannt oder labordiagnostisch bestätigt werden. Die Zahl wird, vereinfacht dargestellt, als Differenz berechnet. Dafür wird von der Zahl aller Todesfälle, die während einer Influenza-Welle auftreten, die Todesfallzahl abgezogen, die (aus historischen Daten berechnet) aufgetreten wäre, wenn es in dieser Zeit keine Influenza-Welle gegeben hätte. Todesfälle mit Influenza werden im Rahmen der Meldepflicht für Influenzavirus-Nachweise an das RKI übermittelt. In der Saison 2018/19 beliefen sich diese auf 954 Todesfälle mit Influenza-Infektion. Doch leider lassen sich auch dadurch keine konkreten Zahlen ermitteln, da nicht bei allen Todesfällen auf Influenza-Viren untersucht wird. Außerdem sterben die meisten Patienten im Anschluss an eine Influenza-Infektion durch eine bakterielle Lungenentzündung, so dass sich das Influenza-Virus meist nicht mehr nachweisen lassen. Es ist daher sehr schwer, eine Todesursachenstatistik in Bezug auf Influenza zu erstellen.

Covid-19:

Das RKI erfasst die Covid-19-Todesfälle, bei denen ein laborbestätigter Nachweis von Sars-CoV-2 vorliegt und die in Bezug auf diese Infektion verstorben sind. Dabei wird unterschieden zwischen Menschen, die unmittelbar an der Erkrankung verstorben sind ("gestorben an") und Menschen mit Vorerkrankungen, die mit Sars-CoV-2 infiziert waren und bei denen sich nicht abschließend nachweisen lässt, was die Todesursache war ("gestorben mit"). Im Moment steigt die Zahl der Todesfälle stark an. Derzeit beläuft sie sich auf 20.970 (Stand 11.12.2020) Todesfälle, die im Zusammenhang mit einer Sars-CoV-2-Infektion gezählt wurden. Die aktuellen Fallzahlen können Sie hier einsehen. Für das gesamte Jahr 2020 stellen Statistiker der Ludwig-Maximilian-Universität München für Deutschland bislang nur eine moderate Übersterblichkeit fest. Allerdings dürfte der starke Anstieg der Infektionszahlen bei der Gruppe der älteren Risikopatienten im Dezember hier zu bald deutlich mehr Toten führen. Im stark von der Pandemie betroffenen Sachsen lagen die Todeszahlen Ende November deutlich über dem Wert der Vorjahre.

Wer zählt zu den Risikogruppen?

Influenza:

Zur Risikogruppe zählen ältere Menschen über 60 Jahre, Schwangere, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, Berufsgruppen mit erhöhtem Infektionsrisiko und Personen mit Vorerkrankungen, wie zum Beispiel:

- chronischen Herzerkrankungen
- chronischen Lungenerkrankungen
- Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes
- Immundefekten
- neurologischen bzw. neuromuskulären Erkrankungen wie z.B. Multiple Sklerose
- schwerer Fettleibigkeit

Covid-19:

Soweit schon bekannt, zählen folgende Personen zur Risikogruppe: ältere Personen ab etwa 50-60 Jahren, männliches Geschlecht, Raucher, stark adipöse Menschen, Personen mit Vorerkrankungen wie zum Beispiel:

- Erkrankungen Herz-Kreislauf-Systems
- Herzrhythmusstörungen
- chronischen Lungenerkrankungen
- chronische Nieren- und Lebererkrankungen
- Diabetes Mellitus
- Patienten mit Krebserkrankungen
- Patienten mit geschwächten Immunsystem

Was wissen wir über Schäden und Langzeitfolgen?

Influenza:

Influenzaviren können folgende Schäden hervorrufen:

- Herzmuskelentzündungen
- Herzrhythmusstörungen
- Herzinsuffizienz
- Schädigungen des Magen-Darm-Trakts
- Schädigungen des zentrale Nervensystem
- Thrombosen

Covid-19:

Auf Grund der Neuartigkeit des Virus lassen sich noch keine allgemeingültigen Aussagen über Langzeitfolgen treffen. Bisher wurde jedoch in verschiedenen Studien belegt, dass Genesene auch nach Abklingen der akuten Symptome mit Problemen zu kämpfen haben. Dazu zählen unter anderem:

- gestörter Geruchs- und Geschmackssinn
- Wortfindungsstörungen
- Atemnot
- Fatigue-Syndrom (absolute Erschöpfung)
- Gelenk- und Brustschmerzen
- neuronale Schäden
- Guillain-Barré-Syndrom
- Nervenentzündungen
- Gefäßentzündungen- und Schäden
- Lungenschäden
- Thrombosen
- Herzschäden wie zum Beispiel Herzmuskelentzündungen, Nekrose der Herzzellen, Herzrhythmusstörungen, akute oder andauernde Herzmuskelschwäche oder ein kardiogener Schock

Ist man nach überstandener Infektion immun?

Influenza:

Nein. Doch für Menschen, die bereits Influenza-Infektionen durchlaufen haben, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, sich in jeder Influenza-Saison erneut anzustecken, weil ihr Immunsystem bereits auf Antikörper zurückgreifen kann.

Covid-19:

Nein. Bisher wurden zwar nur wenige Fälle von Reinfektionen beschrieben, doch sie sind vorgekommen. Einige Studien zeigen auch, dass die Anzahl der nachzuweisenden Antikörper nach dem Abklingen der Krankheit schnell zurückgeht. Ob T-Helferzellen den Erreger angreifen könnten, ist noch unklar. Auch sie sind Teil des Immunsystems und könnten sich bei einer erneuten Infektion an den Erreger "erinnern" und aktiv werden.

Gibt es eine Impfung dagegen?

Influenza:

Bei den in Deutschland zugelassenen Influenzaimpfstoffen für Kinder und Erwachsene handelt es sich meist um Totimpfstoffe. Sie enthalten inaktivierte Virenbestandteile. Da sich das Influenza-Virus mit jeder Grippesaison verändert, muss auch jedes Jahr ein neuer Grippe-Impfstoff hergestellt werden. Einen universellen Grippe-Impfstoff gibt es noch nicht. Die Zusammensetzung wird für jede Influenza-Saison neu bestimmt und kann hier nachgelesen werden.

Covid-19:

Laut WHO befinden sich 212 Impfstoffkandidaten in der Entwicklung, die auf unterschiedlichen Wirkprinzipien beruhen. Als erstes wurde der Impfstoff von Pfizer und BioNtech in Großbritannien zugelassen. Es handelt sich dabei um den genbasierten Impfstoff BNT162. Ein Update und detaillierte Informationen zu den Impfstoffen finden Sie hier.

JeS

29 Kommentare

MDR-Team vor 17 Wochen

@Grinch,
Ihre Zahl bezieht sich auf die Grippesaison 2017/2018. 954 labordiagnostizierte Totesfälle wurden im Jahr darauf an das RKI gemeldet. Hier können Sie es nachlesen: https://edoc.rki.de/bitstream/handle/176904/6253/RKI_Influenzabericht_2018-19.pdf - Seite 35, Absatz 5.1.2

Grinch vor 17 Wochen

Lieber MDR. Hier noch ein Auszug von Wikipedia:
Die Anzahl der Arztbesuche wegen der Grippe wird für die Saison vom Robert Koch-Institut (RKI) auf 9 Millionen geschätzt.[6] Die höchste Zahl von Arztbesuchen beobachtete man in der achten Kalenderwoche 2018.[7] 334.000 Influenzafälle waren laborbestätigt. 60.000 Fälle wurden hospitalisiert. Laborbestätigte Todesfälle, die an das RKI gemeldet wurden, belaufen sich auf 1.674 Fälle.[8][9] Das Robert Koch-Institut schätzt die Zahl der Toten durch Influenza in jener Saison in Deutschland jedoch insgesamt auf 25.100.

Schätzungen alles schön und gut, aber ihre Zahl von 954 kann ich da nirgends finden?!

MDR-Team vor 17 Wochen

@Grinch,
das ist nicht korrekt. Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, die einzig und allein der Generaldirektor der WHO ausraufen kann. Dabei spielt es weniger eine Rolle, wie viele Menschen betroffen sind, sondern wie schnell sich eine Krankheit/ein Virus über Ländergrenzen hinweg ausbreitet.
Es geht hier also nicht darum, etwas "schlimmer klingen zu lassen", sondern um die reale Abbildung der Auswirkungen von SARS-CoV-2. Und knapp 1.000 Tote innerhalb von 24 Stunden sollten eigentlich ausreichen, um Covid-19 ernst zu nehmen.