FAQ Kleingarten - Alles rund um die Pachtgärten

Mehr als eine Million Kleingärten gibt es in Deutschland. Wurden früher die Laubenpieper als etwas spießig belächelt. Heute ist die Parzelle wieder heiß begehrt. Vor allem junge Familien nutzen den Kleingarten als Erholungsort und um selbst Obst und Gemüse anzubauen. Was müssen Sie beachten, wenn Sie sich für einen Kleingarten interessieren? Welche Regeln gelten und wie viel kostet das? Wissenswertes haben wir für Sie hier zusammengefasst.


Wie viele Kleingärtner gibt es in Mitteldeutschland?

Mehr als eine Million Kleingärten gibt es in Deutschland. Wurden früher die Laubenpieper eher als ein wenig spießig belächelt, ist die Parzelle heute wieder heiß begehrt. Vor allem junge Familien entdecken den Kleingarten für sich als Erholungsort, können sie sich doch dort den Traum vom selbst angebauten Obst und Gemüse erfüllen. In Thüringen gibt es aktuell 1.441 Kleingartenvereine mit rund 63.000 Mitgliedern, die eine Fläche von etwa 2.800 Hektar bewirtschaften. In Sachsen-Anhalt sind knapp 86.000 Menschen Mitglied in einem Kleingartenverband und Sachsen ist mit fast 200.000 Mitgliedern, die in 3.700 Vereinen organisiert sind im Bundesvergleich absoluter Spitzenreiter. Leipzig, Dresden und Chemnitz liegen in den TopTen der Städte mit den meisten Kleingärten in Deutschland. (Stand März 2020)


Was ist der Unterschied zwischen einem Kleingarten und einem Erholungsgarten?

Die wichtigste Rechtsgrundlage für das Leben im Kleingarten ist das Bundeskleingartengesetz (BKleingG). Es bestimmt, wann ein Garten überhaupt ein Kleingarten ist. Im Gegensatz zum Erholungsgarten dient ein Kleingarten der nichterwerbsmäßigen gärtnerischen Nutzung. Das heißt, im Kleingarten darf und soll Obst und Gemüse für den Eigenbedarf angebaut werden. Voraussetzung für den Besitz eines Kleingartens ist die Mitgliedschaft im Kleingartenverein. Mit dem Verein wird ein Pachtvertrag geschlossen, in dem Rechte und Pflichten in der Kleingartenverordnung oder der Vereinssatzung festgelegt sind. Der Vereinsvorstand kontrolliert die ordnungsgemäße Nutzung des Kleingartens. Im Erholungsgarten ist der Obst- und Gemüseanbau nicht reguliert. Festgelegt ist hier lediglich, dass er der Erholung dienen soll.


Wie lässt sich ein Kleingarten finden?

Entweder Sie suchen im Internet den für Sie zuständigen Landesverband oder Kreisverband und lassen sich dort über freie Gärten in Ihrer Umgebung beraten. Oder Sie gehen direkt zu einem Kleingartenverein und fragen vor Ort nach. Oftmals weisen die Vereine auch in Ihren Schaukästen oder auf Ihren Internetseiten freie Gärten aus. Haben Sie einen Garten gefunden und stimmt die gegenseitige Chemie, dann werden Sie Mitglied im Verein und Pächter der Parzelle.


Was kostet ein Kleingarten?

Im Bundeskleingartengesetz ist geregelt, dass ein Kleingarten maximal 400 Quadratmeter groß sein soll. Die Pachtpreise starten in Deutschland bei zwei bis drei Cent pro Quadratmeter und gehen in begehrten Lagen bis zu 20 Cent und mehr. Inklusive Strom, Wasser, Vereinsbeitrag und gegebenenfalls Versicherungen müssen Sie mit rund 300 bis 400 Euro pro Jahr rechnen. Ausgaben für Saatgut, Pflanzen und sonstige Materialien sind da noch nicht mit eingerechnet.

Vorsicht Laubenbestand! In den meisten Vereinen übernehmen Sie ein Grundstück mit Laube. Je nach Zustand bezahlen Sie für diese Laube eine Ablösesumme an den Vorpächter oder den Verein. Das können gerne schon einmal 1.000 bis 3.000 Euro sein. Wollen Sie einen Garten in begehrter Lage, bezahlen Sie mehr Ablöse, haben aber kein Problem, wenn Sie den Garten inklusive Laube später wieder abgeben wollen.


Welche Regeln sind zu beachten?

Die grundlegenden Regeln für alle Kleingartenvereine sind im Bundeskleingartengesetz niedergeschrieben. Hier steht zum Beispiel, dass eine Laube einschließlich überdachtem Freisitz höchstens eine Grundfläche von 24 Quadratmetern haben darf. Sie dürfen dort auch nicht dauerhaft drin wohnen. Wer mit Großfamilie in den Kleingarten möchte, sollte das bei der Platzplanung beachten. Weitere Regeln, wie etwa das Befahren der Gartenwege mit Auto und Hänger, das Abschließen der Tore oder die Versorgung mit Strom und Wasser sind in der jeweiligen Vereinsatzung geregelt. Diese Regeln tragen dazu bei, dass die Gemeinschaft der Kleingärtner in der Anlage funktioniert. Insbesondere bei größeren Gartensparten kommt es darauf an, auch im Sinne der Gemeinschaft zu denken und zu handeln.


Was darf angebaut werden, was muss angebaut werden?

Ursprünglich diente der Kleingarten zum Anbau von Obst und Gemüse. Damit sollte die Stadtbevölkerung besser mit Vitaminen versorgt werden. Auch heute schreibt das Bundeskleingartengesetz noch vor, dass rund ein Drittel der Gartenfläche zum Anbau von Obst und Gemüse genutzt werden soll.


Wieviel Arbeit macht ein Kleingarten?

Das kommt natürlich darauf an, ob Sie der große Gemüsezüchter werden wollen, oder einfach ein paar Stunden im Grünen verbringen möchten. Richtige Gartenfans können sich fast das ganze Jahr mit Aussäen, Pikieren, Vorziehen und Auspflanzen beschäftigen. Für ein Stück Rasen, ein paar Erdbeeren und eine Reihe Radieschen benötigen Sie wesentlich weniger Zeit. Aber selbst für die Minimalvariante sollten Sie in der Gartensaison von April bis Oktober zwei Tage Arbeit pro Monat einrechnen. Neben Rasen mähen, müssen Hecke und Büsche verschnitten werden. Und natürlich muss auch das unvermeidliche Unkraut gerupft werden. Experten sagen dazu übrigens Wildkraut. Wenn Sie die Beschäftigung im Garten aber eher als Erholung denn als Arbeit ansehen, dann werden Sie schnell merken, wie Sie das im wahrsten Sinne erdet. Das Anbauen von Gemüse und Obst gemeinsam mit Ihren Kindern, die Pflege der Pflanzen und schließlich die Ernte, sind Erlebnisse, die Ihnen kein Freizeitpark dieser Welt bieten kann.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Radiogarten | 22. März 2020 | 09:00 Uhr