Wintervorrat Haselnüsse pflanzen, ernten und pflegen

Corylus spec.

Haselnüsse sind unkomplizierte Gehölze. Sie wachsen auf jedem Boden und benötigen kaum Pflege. Trotzdem kommt es häufig vor, dass die Sträucher oder Bäume keine Nüsse tragen. Wir erklären Ihnen, wie Sie zu vielen Nüssen kommen - und welche besonders gut schmecken.

viele Haselnüsse
Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Nüsse sind lange haltbar und spenden Energie. Schon vor zehntausend Jahren wurden Nussbäume angebaut. Auf langen Reisen waren ihre Früchte damals beliebte Wegzehrung. Heute punkten sie in Müslis, im Kuchen oder pur.

Es gibt zwei Formen von Haselnüssen. Lambertsnüsse (Corylus maxima) bleiben fest in ihrer Hülle und müssen herausgepuhlt werden. Zellernüsse (Corylus avellana) fallen, wenn sie reif sind, einfach aus der Hülle heraus. Zudem gibt es von beiden Gruppen Hybrid-Sorten.

Haselnüsse pflanzen und pflegen

Wer bald Haselnüsse ernten möchte, sollte veredelte Bäumchen pflanzen. Diese tragen schon nach drei bis vier Jahren Nüsse. Außerdem wachsen veredelte Bäumchen kompakt und langsamer als nichtveredelte Büsche, die im Garten viel Platz einnehmen und erst nach sieben bis acht Jahren die ersten Nüsse abwerfen. Beste Pflanzzeit ist der Herbst.

An den Boden stellen Haselnüsse keine großen Ansprüche. Er sollte durchlässig, locker und nicht zu feucht sein. Auf schwach saurem bis kalkhaltigen Gartenboden fühlt sich die Pflanze am wohlsten. Als Standort eignet sich ein sonniger oder halbschattiger Standort. Einmal angewachsen ist die Zellernuss pflegeleicht. Lediglich Jungpflanzen sollten regelmäßig gegossen werden. Eine Pflanzung in Kombination mit anderen Haselnussbaumsorten ist empfehlenswert. Achten Sie darauf, dass der Baum ausreichend Platz bekommt, um sich zu entfalten!

Stamm eines veredelten Haselnussbaums. Der Untere Teil des Stammes hat eine grobere, hellere Oberfläche als der obere Teil des Stammes.
Ein veredelter Baum trägt nach vier Jahren Nüsse Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Für reiche Haselnuss-Ernte sorgen

Nicht die langen Pollenwürstchen am Haselnussbaum bestimmen den Ertrag, sondern die weiblichen Blüten. Die weiblichen Knospen lassen sich an einem kleinen Puschel an der Spitze erkennen. Knospen ohne Puschel entwickeln sich später zu Blättern.

Grüne Knospe mit roten Puscheln und lange Haselnusspollen hängen an einem Ast
Aus dieser weiblichen Haselnussknospe (auf die der Pfeil zeigt) wird schon bald eine Blüte entstehen, die dann bestäubt werden muss. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Die männlichen Pollen eines Baumes eignen sich meist nicht dafür, die eigenen weiblichen Blüten zu bestäuben, weil sie zu unterschiedlichen Zeiten reifen. Hierfür müssen Pollen eines anderen Baums sorgen, die natürlich dann reif sein muss, wenn auch die weiblichen Blüten bereit sind. Gärtner könne bei der Befruchtung helfen, indem sie einen pollenbehangenen Zweig eines anderen Haselnussbaumes während der Blütezeit durch den eigenen Nussbaum streifen.

Pflanzen Sie immer mehrere Haselnussbäume oder Sträucher Es sollten immer drei verschiedene Haselnusssorten gepflanzt werden, damit die weiblichen Knospen von den Pollen eines anderen Baumes bestäubt werden können.

Haselnüsse ernten und trocknen

Die Nüsse sind von September bis Ende Oktober reif. Sammeln Sie nur die Nüsse vom Boden auf. Solange die Früchte noch am Baum oder Strauch hängen sind sie oftmals noch nicht ausgereift. Nach der Ernte müssen Nüsse noch etwa vier bis sechs Wochen getrocknet werden. Dazu werden sie am besten auf ein Tablett ausgelegt. Auf keinen Fall dürfen Sie in verschlossenen Behältern oder Plastiktüten aufbewahrt werden, da sie sonst schimmeln. Mehrmals in der Woche sollten die Nüsse gewendet werden.

Nach dem Trocknen können die Nüsse in Stoffbeuteln oder Zwiebelsäckchen bis zu ein Jahr lang an einem trockenen Ort aufbewahrt werden. Auch das Einfrieren von Nusskernen oder auch gemahlenen Nüssen ist möglich.

Diese Haselnusssorten eignen sich für den Garten

  • Hallesche Riesen (große, aromatische Zellernuss)
  • Wunder aus Bollweiler (große, aromatische Zellernuss)
  • Webbs Preisnuss (sehr aromatische Lambertsnusskreuzung, die als eine der besten Haselnusssorten gilt)
  • Weiße Lambertsnuss (wohlschmeckende, alte Sorte mit rötlichem Laub)

Haselnussbohrer bekämpfen

Haselnussbohrer, Wühlmäuse, Rabenvögel und Eichhörnchen haben es auf Haselnüsse abgesehen. Weit verbreitet ist der Haselnussbohrer, ein kleiner Rüsselkäfer, der seine Eier in die noch unreifen Früchte legt. Die Larven fressen die Nuss von innen auf und verlassen sie durch das charakteristische Loch, um sich im Erdboden eine Höhle zu suchen und dort zu überwintern.

Sammeln Sie möglichst bald befallene Nüsse auf und entsorgen Sie diese im Hausmüll. Auch Nematoden verhindern, dass die Larven im Boden überwintern. Die Nützlinge werden über das Gießwasser im September ausgebracht. Achten Sie beim Kauf der Haselnusspflanzen auf die richtige Sortenwahl. Die Nussschalen früh reifender Sorten sind im Juni schon so weit verholzt, dass der Haselnussbohrer die Schale nur schwer durchdringen kann.
Wer Hühner hält, sollte sie regelmäßig unter den Haselnüssen picken lassen. Sie vertilgen zuverlässig Käfer und Larven.

Galerie Haselnuss als Baum erziehen

In der Natur wachsen Haselnüsse meist als Busch. Wer viele Nüsse ernten möchte, kann das Gehölz als Baum erziehen. Wie das funktioniert, erfahren Sie in dieser Fotostrecke.

Seitentriebe eines Haselnuss-Gehölzes werden abgeschnitten
Die besten Erträge erreicht man beim Anbau von Haselnüssen, indem man das Gehölz als Baum erzieht. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Seitentriebe eines Haselnuss-Gehölzes werden abgeschnitten
Die besten Erträge erreicht man beim Anbau von Haselnüssen, indem man das Gehölz als Baum erzieht. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Monika Möhler erklärt an einem Bild, wie Haselnüsse geschnitten werden
Wichtig ist, dass die Haselnuss Licht bekommt. Das erreicht man, indem man die Krone nach oben hin immer schmaler werden lässt. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Arbeitshilfe Rollblitz - mit einer Drahtrolle werden Haselnüsse aufgesammelt
Arbeitshilfe: Beim Aufsammeln der Haselnüsse kann ein solcher "Rollblitz" helfen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Seitentriebe eines Haselnuss-Gehölzes werden abgeschnitten
Dabei entscheidet man sich für einen stabilen Stamm, der mit einer kleinen Krone stehenbleibt. Alle Seitentriebe werden entfernt. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Haselnuss-Gehölz, der Mittelstamm ist rot markiert
Noch einmal verdeutlicht: Nur der rot markierte Teil des Gehölzes bleibt stehen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Über einem speziellen Gestell, wird der Haselnuss-Sammler entleert.
Über einem speziellen Gestell, das beispielsweise an einem Eimer befestigt werden kann, wird der flexible Korb entleert. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Haselnüsse in einem Glas
Kühl gelagert sind Nüsse etwa zwei Jahre haltbar. Für die Lagerung sollten sie allerdings noch nicht geknackt sein. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 31. Oktober 2021 | 08:30 Uhr

Haselnüsse als Zierpflanze

Zellernüsse sind ein zauberhaftes Ziergehölz. Schon im März bilden sich die kätzchenartigen Blütenstände. Auch das Laub ist je nach Sorte sehr dekorativ. Die 'Rotblättrige Zellernuss' bildet beispielsweise schon im Frühjahr Blätter in einem kräftigen Rot-Ton aus, die sich dann im Sommer grün färben. Aus den roten Blütenständen entwickeln sich die rötlichen Nussfrüchte, die sehr aromatisch und wohlschmeckend sind. Die Nüsse sind lange haltbar und sehr dekorativ. Auch unter den Lambertsnüssen gibt es besonders hübsche Sorten mit roten Fruchtbechern. Eine besondere Zierform ist die Korkenzieher-Hasel mit ihren gedrehten Ästen.

Haselnuss
Heimat Europa
Pflanzenfamilie Birkengewächs
Wuchs wächst als Strauch (3-6 Meter hoch) oder auch als Baum (bis 10 Meter hoch)
Blüte unscheinbar im März und April
Früchte Nussfrucht , Ernte: September/ Oktober
Holz Das Holz ist mäßig hart. Keine Borke, graubraune Rinde.
Standort Sonne bis Halbschatten
Boden schwach sauer bis kalkhaltig, durchlässiger Gartenboden, anspruchslos
Winterhart ja
Lebensdauer max. 80 bis 100 Jahren.
Besonderheiten Eine Pflanze verfügt über weibliche und männliche Blütenstände, die aber zu unterschiedlichen Zeiten reif werden. Um eine Befruchtung zu gewährleisten sind mehrere verschiedene Sorten mit unterschiedlichen Blühzeiträumen in einem Garten nötig.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 31. Oktober 2021 | 08:30 Uhr