Farbige Blüten bis in den Winter Heidekraut pflanzen und pflegen

Heide, Heidekraut, Besenheide (Calluna vulgaris), Erika, Erica (Ericaceae)

Die Besenheide ist ursprünglich in Deutschland und Mitteleuropa zu Hause. Sie wächst wild auf Sand- und Moorböden in voller Sonne. Viele Regionen sind nach dieser Pflanze benannt: So verdanken etwa die Lüneburger Heide und die Rostocker Heide ihren Namen dem hübschen Zwerggehölz. Als Ziergehölze kommen auch viele Erika-Arten zum Einsatz.

rosarote und weiße Heidepflanzen
Heidekraut bringt in den tristen Monaten Farbe auf's Beet. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Winterhartes Heidekraut für Frühling und Herbst

Wenn es Herbst wird und die Blütenpracht auf den Beeten und in den Blumenkästen langsam verschwindet, sorgt das Heidekraut noch für Farbe. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Besenheide (Calluna vulgaris) und vielen verschiedenen Erika-Arten mit glockenförmigen Blüten. Innerhalb der Arten gibt es Heide, die im Frühling blüht, und die Spätsommerheide, die bis in den Winter Farbe bekennt. Viele Heidearten sind winterhart und können deshalb gut kombiniert werden.

Beliebte Knospenheide

Sehr beliebt ist auch die Knospenheide. Sie wurde aus der Besenheide gezüchtet. Ihre Blüten öffnen sich nicht, daher der Name. Knospenheide gibt es in weiß, rot, lila, rosa oder grün und auch mit unterschiedlichen Laubfarben. Das Gewächs eignet sich auch gut für Trockensträuße. Da die Knospen sehr kompakt sind, fallen sie nicht aus. Einziger Nachteil: Insekten finden hier keinen Nektar, während alle anderen Heidearten Bienenweiden sind.

Heidelandschaft im Südharzer Karst bei Questenberg
Wildwachsende Heide in der Südharzer Karstlandschaft. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes
Verschiedene Heidearten
Heidearten Blütezeit Merkmale winterhart mehrjährig
englische Heide (Erica x darleyensis) November bis Mai * Kreuzung aus Schneeheide (E. carnea) für die lange Blütezeit und Irischer Heide (E. erigena) für den Blütenreichtum

* beliebte Sorte für die Herbstbepflanzung von Beet, Balkon und Gräbern
ja ja
Besenheide (Calluna vulgaris) August bis November kann 40 Jahre alt werden; Bienenweide; bevorzugt saure Böden ja ja
Gezüchtete Sonderform der Besenheide: Knospenheide August bis November * Blüten bleiben geschlossen

* verblüht nicht

* lange haltbar

* keine Insektenweide
ja ja
Schneeheide (Erica carnea) Dez bis April * mag keine sauren Böden

* extrem winterhart, da Vertreter der heimischen Alpenflora  
ja ja
Glockenheide/ Moorheide: (Erica tetralix) Juni bis September * trägt feine Härchen an allen Pflanzenteilen

* kommt natürlich in winterkalten Gebieten vor, extrem winterhart

* gute Bienenweide
ja ja
Einjährige Glockenheide/Kapheide (Erica gracilis) August bis November * stammt aus Südafrika

* für Beete ungeeignet, muss überwintert werden
nein nein
Baumheide (Erica arborea) Februar bis Juli * muss im Winter mit Reisig oder Vließ vor Frosttrocknis geschützt werden nein ja

Heidekraut pflanzen | Standort und Boden

Eine gute Zeit Heidekraut zu pflanzen ist der Herbst von September bis November oder der Frühling von März bis Mai. Heide braucht einen Standort in voller Sonne oder im Halbschatten. Sie gedeiht optimal, wenn sie frei steht. Der Boden sollte karg und nährstoffarm sein, möglichst kalkfrei sein. Ideal sind Sand- oder Moorböden. Schwere Böden sollten mit Sand aufgelockert werden.

Heide einpflanzen * Tauchen Sie den Wurzelballen vor dem Einpflanzen. Warten Sie bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

* Ist der Wurzelballen sehr fest, ziehen Sie ihn etwas auseinander. So werden schneller neue Wurzeln gebildet.

* Das Pflanzloch sollte so tief sein, dass der Wurzelballen noch leicht mit Erde bedeckt werden kann.

Wer jetzt noch eine kurzzeitige Saisonpflanzung für Töpfe, Kübel und Balkonkästen plant, kann normale Blumenerde verwenden. Wer den Topf jedoch auch im Frühling noch nutzen möchte, sollte Moorbeet-Erde verwenden und die Pflanzen dann im Frühling zurückschneiden und düngen.

Knospenheide als Sonderform der Besenheide Calluna vulgaris 1 min
Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Heide gießen, schneiden, düngen

Grundsätzlich sind Heidepflanzen pflegeleicht und können viele Jahre im Garten stehen. Jedoch muss Heide regelmäßig gegossen werden, auch im Winter. Die Pflanzen sollten niemals ganz austrocknen. Viele Heidepflanzen vertrocknen, weil sie im Winter nicht gewässert werden. Staunässe vertragen sie allerdings nicht.

Im April wird Heide bis ins grüne Holz zurückgeschnitten. So wird der Neuaustrieb angeregt und die Heide wächst buschiger. Schneidet man nicht zurück, werden die Pflanzen oft gakelig. Nach dem Rückschnitt sollte gedüngt werden: Ein Esslöffel Hornspäne pro Pflanze. Die Glockenheide muss nicht zurückgeschnitten werden.

Heideknospen werden bis ins grüne zurückgeschnitten
Nach dem Rückschnitt wird die Knospenheide gedüngt. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Winterschutz

In strengen Wintern schützen Tannenzweige und Reisig die Pflanzen vor Frost und vor Verbrennungen durch Sonneneinstrahlung.

Einjährige und mehrjährige Heide

In den Gartenmärkten wird auch einjährige Heide angeboten, diese erkennt man an den großen glockenförmigen Knospen. Einjährige Glockenheide kommt aus Südafrika (Erica gracilis) und erreicht nicht das Farbspektrum der Knospenheide. Sie hat aber andere Vorteile. Die Knospen öffnen sich und sind so bis in den November hinein Futterquelle für Insekten.

Heidekraut im Überblick
Heimat Europa, Südafrika
Pflanzenfamilie Heidekrautgewächse (Ericaceae)
Wuchs die meisten Arten zwischen 20 und 50 cm hoch
Blüte weiß, lila, rosa, rot
Standort sonnig
Boden karg, nährstoffarm, kalkfrei, gern sandig
Winterhart je nach Art
Mehrjährig ja
Verwendung Bienenweide, Zierpflanze, Bodendecker

Eine Honigbiene sammelt Nektar aus den glöckchenartigen Blüten der Erica gracilis, einem Heidekrautgewächs.
Die Glockenheide ist zwar nur einjährig, dafür öffnen sich die Blüten und spenden Nektar für Hummeln und Bienen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 27. September 2020 | 08:30 Uhr