rosarote und weiße Heidepflanzen
Heidekraut bringt in den tristen Monaten Farbe auf's Beet. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Farbige Blüten bis in den Winter Heidekraut pflanzen und pflegen

Heide, Heidekraut, Besenheide, Erika, Erica (Ericaceae)

Heide ist ursprünglich in Deutschland und Mitteleuropa zu Hause. Sie wächst wild auf Sand und Moorböden in voller Sonne. Viele Regionen sind nach der Heide benannt: Die Lüneburger Heide und auch die Rostocker Heide haben ihren Namen jeweils dank des hübschen Zwerggehölzes erhalten.

rosarote und weiße Heidepflanzen
Heidekraut bringt in den tristen Monaten Farbe auf's Beet. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Winterharte Heide für Frühling und Herbst

Wenn es Herbst wird und die Blütenpracht auf den Beeten und in den Blumenkästen langsam verschwindet, sorgt Heide noch für Farbe im Kübel. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Besenheide (Calluna vulgaris) und vielen verschiedenen Erika-Arten mit glockenförmigen Blüten. Innerhalb der Arten gibt es Heide, die im Frühling blüht, und die Spätsommerheide, die bis in den Winter Farbe bekennt. Alle Heidearten, mit Ausnahme der afrikanischen Glockenheide, sind winterhart und können deshalb gut kombiniert werden. Jetzt im Herbst wird Heide angeboten, die Frühlingsheide ist allerdings noch grün, da sich die Blüten erst im Frühling entwickeln. In den Monaten September, Oktober und November ist die ideale Pflanzzeit.

Beliebte Knospenheide

Sehr gefragt und eine Züchtung aus der Besenheide ist die Knospenheide. Da sich die Blüten nicht öffnen, sieht sie sehr lange schön aus und bringt bis in den Frühling hinein Farbe aufs Beet. Knospenheide gibt es in weiß, rot, lila, rosa oder grün und auch mit unterschiedlichen Laubfarben. Knospenheide kann man gut trocknen. Sie wird einfach ohne Wasser in die Vase gestellt. Da die Knospen sehr kompakt sind, fallen sie nicht aus. Einziger Nachteil: Insekten finden hier keinen Nektar, während alle anderen Heidearten Bienenweiden sind.

Heidearten Blütezeit Merkmale winterhart mehrjährig
englische Heide (Erica x darleyensis) November bis Mai * Kreuzung aus Schneeheide (E. carnea) für die lange Blütezeit und Irischer Heide (E. erigena) für den Blütenreichtum

* beliebte Sorte für die Herbstbepflanzung von Beet, Balkon und Gräbern
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Besenheide (Calluna vulgaris) August bis November kann 40 Jahre alt werden; Bienenweide; bevorzugt saure Böden x x
Gezüchtete Sonderform der Besenheide: Knospenheide August bis November * Blüten bleiben geschlossen

* verblüht nicht

* lange haltbar

* keine Insektenweide
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Schneeheide (Erica carnea) Dez bis April * mag keine sauren Böden

* extrem winterhart, da Vertreter der heimischen Alpenflora  
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Glockenheide/ Moorheide: (Erica tetralix) Juni bis September * trägt feine Härchen an allen Pflanzenteilen

* kommt natürlich in winterkalten Gebieten vor, extrem winterhart

* gute Bienenweide
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Einjährige Glockenheide/Kapheide (Erica gracilis) August bis November * stammt aus Südafrika

* für Beete ungeeignet, muss überwintert werden
   
Baumheide (Erica arborea) Februar bis Juli * muss im Winter mit Reisig oder Vließ vor Frosttrocknis geschützt werden   x

Heidekraut pflanzen | Standort und Boden

Heide braucht einen Standort in voller Sonne oder im Halbschatten. Sie gedeihen besser wenn sie frei, in offenen Beeten stehen. Der Boden sollte karg und nährstoffarm sein, möglichst kalkfrei sein. Ideal sind Sand- oder Moorböden. Schwere Böden sollten mit Sand aufgebessert werden.

Heide einpflanzen * Wässern Sie die Pflanze vor dem Einzug ins Beet, indem Sie diese Tauchen. Warten Sie bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

* Ist der Wurzelballen sehr fest, rauhen sie ihn auf und ziehen sie den Ballen etwas auseinader. So werden schneller neue Wurzeln gebildet.

* Heben Sie ein Loch im Beet aus und lockern Sie den umliegenden Gartenboden.

* Das Pflanzloch sollte so tief sein, das der Wurzelballen der Pflanze noch leicht mit Erde bedeckt werden kann.

Wer jetzt noch eine kurzzeitige Saisonpflanzung für Töpfe, Kübel und Balkonkästen plant, kann normale Blumenerde verwenden. Wer den Topf auch im Frühling noch nutzen möchte, sollte Moorbeet-Erde verwenden und die Pflanzen dann im Frühling zurückschneiden und düngen.

Knospenheide als Sonderform der Besenheide Calluna vulgaris 1 min
Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Heide gießen, schneiden, düngen

Heide muss regelmäßig gegossen werden, auch im Winter. Die Pflanzen sollten niemals ganz austrocknen. Viele Heidepflanzen vertrocknen, weil sie im Winter nicht gewässert werden. Staunässe vertragen die Pflanzen nicht.

Im April wird Heide bis ins grüne Holz zurückgeschnitten. So wird der Neuaustrieb angeregt und die Heide wächst buschiger. Schneidet man nicht zurück, werden die Pflanzen oft gakelig. Nach dem Rückschnitt sollte gedüngt werden: ein Esslöffel Hornspäne pro Pflanze. Grundsätzlich sind Heidepflanzen pflegeleicht und können viele Jahre im Garten stehen. Die Glockenheide muss nicht zurückgeschnitten werden.

Heideknospen werden bis ins grüne zurückgeschnitten
Nach dem Rückschnitt wird die Knospenheide gedüngt. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Winterschutz

In strengen Wintern schützen Tannenzweige und Reisig die Pflanzen vor Frost und vor Verbrennungen durch Sonneneinstrahlung.

Einjährige und mehrjährige Heide

In den Gartenmärkten wird auch einjährige Heide angeboten, diese erkennt man an den großen glockenförmigen Knospen. Einjährige Glockenheide kommt aus Südafrika (Erica gracilis) und erreicht nicht das Farbspektrum der Knospenheide. Sie hat aber andere Vorteile. Die Knospen öffnen sich und sind so bis in den November hinein Futterquelle für Insekten.

Eine Honigbiene sammelt Nektar aus den glöckchenartigen Blüten der Erica gracilis, einem Heidekrautgewächs.
Die Glockenheide ist zwar nur einjährig, dafür öffnen sich die Blüten und spenden Nektar für Hummeln und Bienen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 11. November 2018 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. November 2018, 12:11 Uhr