Pfefferminze und Co. Minzen - die vielfältige Welt des frischen Geschmacks

Wir lieben Minze. Ob im Tee, als aromatische Blätter im Salat, in Drinks oder im Dessert. Staudengärtner Konstantin März ist fasziniert von der Vielfalt der Minzen. Hier erklärt er, was man beim Anbau der Minzen beachten sollte und wie sie gepflegt und geerntet werden. Außerdem gibt er Empfehlungen, welche Minzen sich als Tee, für Desserts oder als Heilpflanze eignen.

Blätter der Pfefferminze
Minze im Garten zu haben ist toll. Doch Vorsicht, sie breitet sich sehr schnell aus. Bildrechte: Daniela Dufft

Es gibt weltweit 30 verschiedene Minze-Arten, davon sind in Europa nur fünf relevant. Konstantin März ist Staudengärtner. Minzen sind sein Spezialgebiet. Er muss immer wieder schmunzeln, wenn Kunden zu ihm in die Gärtnerei kommen und nach einer ganz bestimmten Minze suchen. "Die EINE Minze gibt es nicht", sagt er. "Das spannende an Minzen ist ja, dass sie sich alle bunt durcheinander kreuzen und so unglaublich viele Hybriden, also neue Sorten entstehen." Die echte Pfefferminze ist zum Beispiel eine Kreuzung aus Wasserminze und Spearminze. Aber auch von dieser gibt es sehr viele Varianten.

Wer aber Kräfte, Arten und Namen der Minze vollständig aufzählen kann, weiß auch bestimmt, wie viele Fische im Roten Meer sich tummeln.

Mönch Walahfrid Strabo (808-849)

Diese fünf Minze-Arten sind in Mitteleuropa bedeutend:

  • Spearmint (Mentah spicata) - mild
  • Wasserminze (Mentha aquatica) - stark
  • Rundblättrige Minze (Mentha suaveolens) - mild
  • Ackerminze (Mentha arvensis) - extrem stark
  • Rossminze (Mentha longifolia) - kulinarisch unbedeutend, muffig

In seiner Staudengärtnerei unterteilt Konstantin März Minzen danach, wie sie verwendet werden sollen, nach ihren Aromen, wobei auch hier die Übergänge fließend sind.

Klassische Teeminze

Tee-Minzen haben ein klares Minzaroma und einen geringen Mentholgehalt. Die bekannteste und vielleicht auch beste Teeminze ist die Marokkanische Minze, eine Variante der Spearmint. Auch die Echte Pfefferminze ist als Tee geeignet. Sie hat ein sehr gutes Aroma, ihr Mentholgehalt ist aber noch gut verträglich, wie zum Beispiel auch bei der Schweizer Minze.

Mentholminzen

Metholminzen haben einen hohen Mentholgehalt und werden vor allem im medizinischen Bereich eingesetzt. Sie wirken kühlend, lindernd bei Schnupfen, gegen Kopfschmerzen, juckende Hauterkrankungen und Verdauungsbeschwerden. Zu den bekanntesten Vertretern gehören die Ackerminze und auch die Pfefferminze. Aus der Ackerminze wird das Japanische Minzöl gewonnen, bekannt auch als Tigerbalsam. Die Lieblingssorte von Constantin März ist die Memelminze.

Pfefferminze
Selbst die Pfefferminzen kommt in ganz unterschiedlichen Varianten vor. Bildrechte: Colourbox.de

Fruchtminzen

Die Frucht-Minzen zeichnet ein besonders fruchtiges Aroma aus. Sie sind in der Regel für Tee eher ungeeignet, da ein heißer Aufguss die Aromen zerstört. (Eine Ausnahme ist die Orangen-Minze). Sie eignen sich besser in kalten Erfrischungsgetränken wie Cocktails, Limonaden oder in Salaten. Schöne Sorten sind zum Beispiel die Zitronen-, Erdbeer- oder Bananen-Minze. Die Kassler Minze ist eine Besonderheit, sie schmeckt nach Gummibärchen.

Vorsicht, zu viel Menthol kann schädlich sein!

Menthol in hohen Konzentrationen kann Magenbeschwerden auslösen und ist für kleine Kinder gar nicht geeignet, da es Atembeschwerden bis zum Atemstillstand auslösen kann.

Minzen im Garten anbauen und pflegen

Es gibt zwar viele Minze-Arten und -Sorten, ihre Ansprüche an den Boden und auch die Pflege sind aber ähnlich. Der Standort sollte wenn möglich sonnig oder halbschattig sein. Minzen brauchen regelmäßig Wasser und einen nährstoffreichen Boden, da sie sehr stark wachsen und dafür Kraft brauchen.

Minzen wuchern - viel Platz einplanen

Alle Minzen wuchern. Einmal im Beet schieben sich die langen Ausläufer, die bis zu zwei Meter im Jahr schaffen, durchs ganze Beet. Deswegen brauchen Minzen viel Platz auf dem Beet oder sollten in Kübeln kultiviert werden. Minzen verdrängen zwar keine anderen Stauden, sich wachsen aber überall hindurch.

Langes Rhizom einer Minze
Die Rhizome der Minze werden mehrere Meter lang. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Minzen im Topf anbauen

Wer verhindern möchte, dass Minzen das komplette Beet erobern, sollte sie in ausreichend großen Töpfen kultivieren - 12 Liter Fassungsvermögen sind ausreichend. Ein bis zwei Mal im Jahr sollten sie mit einem organischen Dünger versorgt werden. Constantin März rät auch dazu, die Pflanzen alle zwei bis drei Jahre zu teilen.

Pfefferminze wächst in einem Blumentopf
Minzen wuchern. In einem großen Topf gedeihen sie gut und übernehmen nicht das Kommando auf dem Beet. Bildrechte: MDR/ Brigitte Goss

Minze ernten

Minze kann das ganze Jahr über geerntet werden. Der beste Zeitpunkt ist im Sommer, kurz vor der Blüte. Dann sind die Aromastoffe am intensivsten. Minze sollte am besten frisch verwendet werden, getrocknet verlieren die Blätter schnell ihren Geschmack. Um aus der Ernte auch im Winter aromatische Tees zu brühen, friert Constantin März seine Minze ein und hat so immer frischen Nachschub aus der Tiefkühltruhe.

Rückschnitt von Minze

Minze kann im Herbst letztmalig geerntet werden. Die Pflanzen können dann radikal zurückgeschnitten werden. Sie ziehen sich im Winter meist ein und sind im Boden kaum noch zu sehen. Im Frühjahr treiben die Rhizome dann mit ganzer Kraft und an den unterschiedlichsten Stellen neu aus.

Minzen vermehren

Minzen können über Stecklinge oder durch Teilung vermehrt werden. Eine Vermehrung mit Samen funktioniert nicht, da die meisten Minzen steril sind, sagt Konstantin März. Am einfachsten ist es die Stauden zu teilen. Das funktioniert das ganze Jahr, außer im Winter. Auch die Vermehrung über Stecklinge ist unkompliziert. Bester Zeitpunkt ist der späte Frühling und der Herbst. Wichtig für die Vermehrung mit Stecklingen sind lange Tage, denn die Pflanze braucht viele Blätter, damit sich Wurzeln bilden. Ein Trieb wird einfach gekappt und in die Erde gesteckt.

Minze wuchert auf einem Beet.
Fühlt sich Minze wohl, vermehrt sie sich über die Rhizome von ganz allein und erobert jedes Beet. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Quelle: MDR Garten

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 04. Juli 2021 | 08:30 Uhr