Anzucht im Februar und März Welches Gemüse Sie jetzt vorziehen können

Bei vielen Obst- und Gemüsearten, die Wärme mögen, zahlt sich eine geschützte Vorkultur im Februar oder März aus. Beispiele sind Chili, Physalis, Paprika und Tomaten. Was bei der Aussaat und Anzucht aus Samen zu beachten ist, erfahren Sie hier.

Pflanzenlampe mit roten und blauen LED-Lichtern
Im Februar und März reicht das Tageslicht in Wohnräumen in der Regel nicht für die Anzucht aus. Daher empfiehlt es sich, eine spezielle Pflanzenlampe anzuschaffen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Aussaaterde und -gefäße

Entscheidend bei der Vorkultur ist, die Samen nur in nährstoffarmes und keimfreies Substrat zu geben. Gut geeignet ist spezielle Anzuchterde. Normale Blumenerde - auch die schon verwendete aus dem Vorjahr - enthält zu viel Dünger, der den zarten Wurzeln der Keimlinge schaden kann. Als Aussaatgefäße eignen sich spezielle Saatschalen oder Mini-Gewächshäuser genauso gut wie saubere Quarkbecher oder Sushi-Schalen, die eine durchsichtige Plastik-Abdeckhaube haben. Überschüssiges Gießwasser muss durch Löcher am Boden der Gefäße abfließen können. Achten Sie darauf, dass die Schalen unbedingt sauber sind. Decken Sie die Gefäße nach der Saat mit Klarsichtfolie oder Kunststoffhauben ab, um ein feuchtes Klima zu schaffen. Empfohlene Temperaturen für die Keimung finden Sie in unten stehender Tabelle.

Aussaatgefäße aus Obst- und Gemüseverpackungen

Aussaatgefäße müssen nicht immer gekauft werden. Verpackungen werden mit Erde gefüllt schnell zu praktischen Mini-Gewächshäusern, in denen sich Samen gut entwickeln.

Plastik-Verpackungen von Obst, Gemüse und Weingummi
Plastik-Verpackungen von Obst, Gemüse und Weingummi werden erst leer gefuttert, .... Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Plastik-Verpackungen von Obst, Gemüse und Weingummi
Plastik-Verpackungen von Obst, Gemüse und Weingummi werden erst leer gefuttert, .... Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Mit Anzuchterde gefüllte Plastik-Verpackungen
... und dann mit Aussaaterde gefüllt. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Saatgut-Tütchen und mit Erde gefüllte Verpackungen aus Plastik
Saatgut suchen, .... Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Pflanzensamen und mit Erde gefüllte Verpackungen aus Plastik
... und ausssäen. Dabei darauf achten, ob Licht- oder Schattenkeimer gesät werden. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Loch im Boden einer Obstpackung aus Plastik
Der Deckel verwandelt die Saatschaale in ein Mini-Gewächshaus. Dort entwickeln sich Samen zu prächtigen kleinen Pflänzchen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
 Sack Bio-Anzuchterde mit Blättern darauf
Größere Pflanzen können auch direkt in Säcke mit Erde gesetzt werden. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 07. März 2021 | 08:30 Uhr

Licht und Wärme für die Anzucht

Pflanzenlicht für stärkere und robuste Sämlinge 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sobald die Keimlinge herausschauen, werden sie so hell wie möglich gestellt. Nach der Keimung müssen es die jungen Pflanzen auch nicht mehr so warm haben. Wenn Sie die Keimblätter erkennen können, sollten die Pflänzchen an einen kühleren Ort gebracht werden. Auch für Hobby-Gemüsegärtner kann sich die Anschaffung einer Lampe lohnen, die den jungen Pflanzen bei der Anzucht Licht spendet. Damit sie gedeihen, sind mindestens 1.000 Lux nötig. Im Februar und März reicht das Tageslicht in Wohnräumen in der Regel nicht aus. In manchen Häusern sind Fenster eingebaut, die kein rotes oder blaues Licht durchlassen. Gerade diese Anteile des Licht-Spektrums sind jedoch für Pflanzen wichtig.

Eine Lampe mit roten und blauen LED-Lichtern, die Sie schon ab 20 Euro im Internet kaufen können, bringt um die 700 Lux. Deshalb sollten Sie die jungen Pflanzen auf jeden Fall an einen hellen Ort in Ihrem Haus stellen und zusätzlich die Lampe anbringen. Das energiereiche rote und blaue Licht lässt die Pflanzen besser gedeihen. Hängen Sie die Lampe in einer Höhe von 20 bis 30 Zentimetern über den Pflanzgefäßen auf. Der Abstand sollte höchstens 50 Zentimeter betragen.

Pflanzenlampen für Anzucht und Zimmerpflanzen - darauf kommt es an

Pflanzenlampen unterstützen junge Pflänzchen und Zimmerpflanzen beim Wachsen. Sie senden Licht in einem speziellen Spektrum, das für die Pflanzen wichtig ist. Diese Fakten sollten Sie beim Kauf der Leuchten beachten.

Petersilie wird durch eine Pflanzenlampe beleuchtet.
Gute Pflanzenleuchten spenden die roten, langwelligen und die blauen, kurzwelligen Anteile des Lichtspektrums. Nur mit Hilfe des Lichts können die Pflanzen Photosynthese betreiben, wachsen und blühen. Bildrechte: MDR
Petersilie wird durch eine Pflanzenlampe beleuchtet.
Gute Pflanzenleuchten spenden die roten, langwelligen und die blauen, kurzwelligen Anteile des Lichtspektrums. Nur mit Hilfe des Lichts können die Pflanzen Photosynthese betreiben, wachsen und blühen. Bildrechte: MDR
Jungpflanze mit langem Stiel.
Diese jungen Pflänzchen haben lange Hälse gebildet. Ein Zeichen dafür, dass sie zu dunkel stehen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Pflanzenlampe beleuchtet junge Keimlinge
Im Handel werden ganz verschiedene Lampen angeboten, auch solche, die wie ganz normale Lampen aussehen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Pflanzenlampe mit Tablett als Fuß
Für kleine Töpfe und Kräuter sind Leuchten ideal, die gleich einen Untersetzer haben. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Höhenverstellbare Pflanzenlampe mit Tablett voller Kräuter
Auch der Abstand der Lichtquelle zur Pflanze ist wichtig. Viele Pflanzenlampen sind höhenverstellbar. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Pflanzenlampe mit mehreren Armen und bunten Lichtern
Bei dieser Leuchte sind die Arme beweglich, sie können also einfach in die richtige Position gebracht werden. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Höhenverstellbare Pflanzenlampe steckt in Blumentopf mit Pflanze
Manche Modelle kann man in den Topf stecken. Optimal ist es, wenn die Lampen zwölf bis 15 Stunden lang Licht spenden. Es gibt Leuchten mit eingebauter Zeitschaltuhr. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Pflanzenlampe strahlt rotes und blaues Licht auf junge Gemüsepflanzen
Diese LED-Panels sind praktisch und können gleich mehrere Pflanzen mit Licht versorgen. Man braucht aber auch ausreichend Platz. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 21. Februar 2021 | 08:30 Uhr

Paprika und Chili vorziehen

Sämlinge vereinzeln und umtopfen
Sind die Keimlinge groß genug, werden sie vereinzelt. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Paprika-Samen können zwei Tage in Wasser quellen, bevor sie in die Erde gebracht werden. Es ist ratsam, schon im Februar mit dem Vorziehen der Paprika-Pflanzen zu beginnen. Bei einigen Chili-Sorten kann damit sogar im Dezember begonnen werden. Der Abstand zwischen den einzelnen Paprika-Saatkörnern sollte mindestens zwei Zentimeter betragen. Alternativ kann auch je ein Saatkorn in ein Pflanzgefäß gegeben werden. Die Paprika-Pflanzen sollten es warm haben - Temperaturen von 25 bis 28 Grad sind ideal, die Gefäße können also auf der Heizung stehen. Sobald sich die ersten grünen Spitzen zeigen, sollten die Pflanzen an einen hellen Standort gebracht werden oder sogar Licht von einer Pflanzenlampe bekommen. Auch im Sommer schätzen Paprika und Chili Wärme und Helligkeit, weshalb sie vor allem im Gewächshaus oder an einer warmen Hauswand gedeihen.

Anzuchtzeit und -temperaturen verschiedener Pflanzen
Art Vorziehen in Töpfen ab… Faustregel für Anzucht Anmerkungen
Chili Anfang Februar 12 Wochen vor d. Auspflanzen Keimtemperatur: 22 bis 28 Grad
Paprika Mitte Februar 10 Wochen vor d. Auspflanzen Keimtemperatur: 22 bis 28 Grad
Physalis (Andenbeere) Mitte Februar   Ernte erst 7 bis 10 Wochen nach der Blüte; Vermehrung auch aus Stecklingen und Samen gekaufter Früchte möglich;

Aussaattemperatur: 19 bis 25 Grad
Kohlrabi Mitte bis Ende Februar   ideale Keimtemperatur liegt bei 18 bis 20 Grad; Aussaat im Freiland ab März möglich, leichter Frostschutz empfohlen
Auberginen Anfang März   Aussaattemperatur: 21 Grad
Tomaten Mitte bis Ende März 6 - 8 Wochen vor d. Auspflanzen Keimtemperatur: 20 bis 25 Grad
Gurken Anfang April   Keimtemperaturen von 25 bis 28 Grad bevorzugt, Direktsaat ab Mitte Mai möglich
Melonen Anfang bis Mitte April   Keimtemperaturen von 25 bis 28 Grad bevorzugt
Zucchini Anfang Mai   Nur kurze Anzucht nötig, wenn überhaupt

Tomaten vorziehen

An einer Bleistiftspitze klebt ein Samen der in einen Topf gesteckt wird. 1 min
Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Wer Pflanzen vorziehen möchte braucht Fingerspitzengefühl, um die Samen zu fassen. Mit diesem Bleistift-Trick geht es schnell und einfach.

MDR THÜRINGEN - Das Radio Fr 12.02.2021 10:00Uhr 00:26 min

https://www.mdr.de/mdr-garten/pflegen/aussaat/samen-saen-leicht-gemacht-trick-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Tomaten säen Sie am besten Mitte bis Ende März in Gefäßen auf der Fensterbank aus. Als Faustregel gilt: Sechs Wochen vor dem Auspflanzen sollten Sie mit dem Vorziehen beginnen. Die Samen keimen schneller, wenn sie über einer Heizung bei Temperaturen um 22 Grad stehen. Im Anschluss müssen Sie die jungen Pflanzen aber so zügig wie möglich an einen kühleren Ort stellen. Hilfreich ist es auch, die Tomaten eine bis zwei Wochen nach dem Keimen zu pikieren. Danach setzen Sie die Pflanzen tiefer - und zwar bis zum Keimblatt, dies kürzen Sie dann ebenfalls ein und sorgen so später für kräftigere Pflanzen. Halten Sie die jungen Tomaten nicht zu feucht. Ein weiterer Hinweis: Düngen Sie die Pflanzen nicht, um die zarten Wurzeln nicht mit zu vielen Nährstoffen zu überfordern. An warmen Tagen können Sie die Tomaten schon ins Freie bringen, aber vermeiden Sie einen Sonnenbrand!

Weniger ist mehr Aus Samen Pflanzen ziehen, heißt aussortieren

Dem Gemüsegärtner geht es vor allem um eine reiche Ernte. Und die fährt man am besten ein, wenn man bei der Aussaat, später beim Pikieren einige Regeln beachtet. Hier sehen Sie, worauf es ankommt.

Junge Salatpflanzen
Wer Salat aus Samen ziehen möchte, sollte diese jetzt ins Frühbeet bringen. Sähen Sie etappenweise, so können Sie lange ernten. Nach der Ernte im Sommer wird erneut ausgesät. Bildrechte: Daniela Dufft
Junge Salatpflanzen
Wer Salat aus Samen ziehen möchte, sollte diese jetzt ins Frühbeet bringen. Sähen Sie etappenweise, so können Sie lange ernten. Nach der Ernte im Sommer wird erneut ausgesät. Bildrechte: Daniela Dufft
Große und kleine Saatgefäße aus Plastik
Es gibt verschiedene Pflanzgefäße, in denen Samen gezogen werden können. In jede kleine Pflanzschale kommt ein Samenkörnchen. Sind die Keimblätter voll ausgebildet, können starken Pflanzen in größere Töpfe gesetzt werden. Bildrechte: Daniela Dufft
ausgetriebene Samen, kleine Pflanzen
Sortieren Sie aus! Bildrechte: Daniela Dufft
Junge Salatpflanzen
Nehmen Sie nur kräftige Jungpflanzen, bei denen die Blätter gut ausgebildet sind. Bildrechte: Daniela Dufft
Schwache Salat Jungpflanze
Mickrige Pflanzen bleiben schwach und sollten aussortiert werden. Bildrechte: Daniela Dufft
Drei verschiedene Paprikasorten in einem Blumentopf
Vermeiden Sie es, mehrere Pflanzensorten in einen Topf zu setzen - wie es hier mit Paprikasamen gemacht wurde. Später ist eine Trennung nur schwer möglich. Bildrechte: Daniela Dufft
kleine Tomatenpflanze
Diese Tomaten wurden aus Samen gezogen. Die Keimblätter haben sich gut entwickelt. Die Pflanze ist kräftig und kann in einen größeren Topf gesetzt also pikiert werden. Bildrechte: Daniela Dufft
kleine Tomatenpflanze an der noch die Samenschale hängt
Hat die Pflanze nicht die Kraft aufgebracht, die Samenhülle abzustoßen, sollte sie aussortiert werden. Bildrechte: Daniela Dufft
Bluemenerde im Eimer
Im Samenkorn ist alles drin, was die Pflanze braucht. Deshalb muss bei der Aussaat auf nährstoffreiches Substrat verzichtet werden. Erst beim Pikieren sollte man dem Boden Nährstoffe zusetzten, beziehungsweise gleich nährstoffreichen Boden verwenden. Bildrechte: Daniela Dufft
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 22. Juli 2018 | 08:30 Uhr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 28. März 2021 | 08:30 Uhr