Ein Mann hält mit der einen Hand einen Rosenzweig, mit der anderen setzt er an dem Zweig die Schere an.
Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Gartenarbeit im Frühling Rosenschnitt: Fünf Tipps zur Pflege der edlen Blumen

Im Frühling sollten die Rosen zurückgeschnitten werden. Aber wann genau? Und wie? Diese und andere Fragen rund um den Rosenschnitt hat MDR Gartenexperte Horst Schöne beantwortet. Wir haben sie hier zusammengefasst.

Ein Mann hält mit der einen Hand einen Rosenzweig, mit der anderen setzt er an dem Zweig die Schere an.
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Warum sollte ich Rosen schneiden?

Rosen sollte zurückgeschnitten werden, weil sie sonst vergreisen. Ihre Wuchskraft und ihre Blühfähigkeit lassen dann nach, sie verholzen. Vor allem bei Tee- und Beetrosen ist das sehr auffällig. Ohne Rückschnitt werden die Rosen zu sogenannten "Kleiderständern" - also tristen Stielen ohne jegliche Neutriebe. Wer sich kräftige Triebe mit gesunden, prächtigen Blüten wünscht, muss die Pflanzen also zurückschneiden.  

Wie weit werden Rosen zurückgeschnitten?

Ein Mann steht und ein weiterer kniet mit Rosenbeet. Beide beugen sich zu einer Rose hinnunter.
Beetrosen können auf eine Scherenhöhe zurückgeschnitten werden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Bei allen Rosen sollte zunächst alles Tote und Kranke entfernt werden. Alle braunen Triebe werden zurückgeschnitten. Auch bei Rindenflecken darf mutig die Schere angesetzt werden. Bei Tee- und Beetrosen gilt als grobe Orientierung eine Scherenhöhe beziehungsweise das dritte Auge, über dem der Schnitt gesetzt wird. Strauchrosen sollten um etwa ein Viertel eingekürzt werden. Starke Triebe können stark, schwache nicht ganz so intensiv eingekürzt werden. Mutig dürfen auch Kletterrosen zurückgeschnitten werden: Alte Triebe sollten entfernt und Seitentriebe auf zwei Augen zurückgeschnitten werden. Ramblerrosen brauchen gar nicht eingekürzt zu werden.

Was ist beim Schnitt zu beachten?

Rosentriebe sollten immer leicht schräg abgeschnitten werden. So kann das Pflanzenwasser abfließen und Pilzbildung wird verhindert. Zurückgeschnitten wird hier anderthalb Zentimeter über dem gesunden Auge. Außerdem sollte zwei Wochen nach dem Ausschnitt eine erste Fungizidspritzung erfolgen. Das ist vor allem bei empfindlichen und schon befallenen Sorten ratsam. Insgesamt sollte dreimal im Abstand von drei bis vier Wochen gespritzt werden.

Rose der Sorte Madame Isaac Perriere
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Tipps vom Profi Rosen freuen sich, wenn sie vor dem Schnitt gedüngt werden. Im Sommer kann dann ruhig nochmal nachgedüngt werden. Am besten wird dabei Rosendünger, eine Mischung aus organischem und mineralischem Dünger, verwendet.

Anhäufeln ist ein weiterer, fast vergessener Profi-Tipp: Wird Rosenerde im Herbst angehäufelt, schützt das die Gartenköniginnen den Winter über selbst bei Temperaturen von unter Minus 15 Grad Celsius. Wird die Erde dann im Frühjahr vor dem Schnitt verteilt, kommt es zu einer Bodenverbesserung für die nächste Saison.

Wann wird geschnitten?

Im Frühjahr ist ein guter Zeitpunkt für den Rückschnitt von Rosen. Der Experte empfiehlt, sich dabei an der Forsythienblüte zu orientierten: Ideal ist die erste Hälfte ihrer Blütezeit. Im Sommer darf ruhig noch einmal nachgeschnitten werden. Wird Verblühtes dann bis zum nächsten, gut entwickelten Auge zurückgeschnitten, kommt es zu einem zweiten Flor.

Welches Werkzeug brauche ich?

Beim Rosenschnitt ist eine scharfe Schere das A und O. Ein sauberer Schnitt sollte ohne Quetschen gelingen. Scheren, die dieses Kriterium erfüllen, sind häufig sehr hochwertig, können einen aber das Gärtnerleben lang begleiten. Bei älteren Kletterrosen oder abgestorbenen Knubbeln muss manchmal auch zur Astschere oder Säge gegriffen werden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 10. Juni 2018 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. April 2017, 08:30 Uhr