Schädlinge von Nützlingen unterscheiden Engerlinge in Kompost und Hochbeet: Was tun?

Ein schöner Anblick sind sie nicht, die Larven von Rosen- und Nashornkäfer. Doch die Engerlinge packen im Garten mit an, weiß Expertin Brigitte Goss. Im Gegensatz dazu schaden Larven von Mai- und Junikäfern den Pflanzen.

Kompost und Hochbeet ziehen Engerlinge magisch an. Die dicken, madenartigen Tiere sind für viele Gartenbesitzer kein appetitlicher Anblick. Doch sind die Käferlarven auch schädlich? Oder helfen sie gar mit? Es kommt darauf an, welche Art sich im warmen, gemütlichen Kompost herumtreibt, wie MDR Garten-Expertin Brigitte Goss sagt. Manche begnügen sich mit totem Holz, andere fressen die Wurzeln lebendiger Pflanzen. So lieben Engerlinge von Rosenkäfern mürbes, von Pilzen zersetztes Holz. Im Komposthaufen helfen sie fleißig mit, dass wertvoller Humus für den Gartenboden entsteht.

Rosenkäfer-Larven drehen sich beim Wegkriechen auf den Rücken

Engerling eines Rosenkäfers liegt auf dem Rücken
Engerlinge von Rosenkäfern drehen sich auf den Rücken und kriechen raupenartig davon. Die Beinpaare strecken sie in die Luft. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Die Larven von Mai- und Junikäfern dagegen knabbern Pflanzenwurzeln an. Sie leben unter der Erde und laben sich dort an Rosen, Obstbäumen, Rasenwurzeln, Zier- und Topfpflanzen. Sie finden sich deshalb auch eher in Pflanzkübeln oder unter der Grasnarbe, wo sie zu braunen Flecken im Rasen führen.

Wer beim Umschichten oder Graben Engerlinge findet, kann laut Brigitte Goss einen Test machen: "Rosenkäfer-Larven drehen sich auf den Rücken und kriechen raupenartig vorwärts, wenn sie auf eine glatte Fläche gelegt werden", sagt Brigitte Goss. Ihre drei Beinpaare recken sie dabei in die Luft. Die Larven von Mai- und Junikäfern bleiben jedoch liegen - oder versuchen sich an der Seiten- oder Bauchlage. Die Engerlinge sind außerdem etwas größer als die von Rosenkäfern.

Nützliche Engerlinge schnell wieder verbuddeln

Wer die nützlichen Komposthelfer ausgräbt, sollte sie schnell wieder einbuddeln. Das helle Licht schadet den Rosenkäfer-Engerlingen. Auf totes, morsches Holz stehen übrigens auch die Larven von Hirsch- und Nashornkäfern. Sie werden jedoch richtig groß, bis zu zehn Zentimeter Körperlänge sind möglich. Ein weiterer Trick zu Unterscheidung von Nützlingen und schädlichen Wurzelfressern: Um die Nützlinge als solche zu erkennen, gibt Brigitte Goss sie in einen Eimer mit Kompost, totem Holz und Möhrenstückchen. "An die Karotten gehen sie gar nicht heran, sondern fressen nur das Totholz", berichtet die Expertin. Mai- und Junikäfer-Larven würden die Möhren dagegen eher nicht verschmähen.

Rosenkäfer aus dem Kompost auf einer Hand
Rosenkäfer wie dieser finden sich manchmal auch als "Beigabe" in gekauftem Kompost. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Tummeln sich Engerlinge von Rosen- und Nashornkäfern als unerwünschte Gäste im Hochbeet, kommt eine Ablenkung in Frage: Brigitte Goss versucht, die Tiere mit Totholz aus dem Beet zu locken. Diese "Ablenkfütterung" mit totem Holz ist ihr Tipp, um Engerlinge umzusiedeln. Die Larven von Wurzelfressern lassen sich dagegen mit Frischfutter hervorlocken.

Engerlinge aus dem Komposthaufen
Engerlinge im Komposthaufen fressen mürbes, von Pilzen zersetztes Holz. Sie helfen, den wertvollen Humus herzustellen, den viele Gartenbesitzer als Bodenverbesserung für ihre Beete schätzen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 01. September 2019 | 08:30 Uhr

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