Schädling im Gemüsegarten Was gegen Erdflöhe im Gemüsebeet hilft

Erdflöhe (Psylliodes), Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae)

Von den Gemüsepflanzen, die Hobbygärtner Jörg Heiß auf seinem Hochbeet gepflanzt hat, ist nicht mehr viel übrig. Winzige, schwarze Käfer haben Löcher in Kohlrabi, Brokkoli, Asiasalate und andere kohlverwandte Sorten gefressen. Die Schädlinge heißen Erdflöhe und lieben heiße, trockene Sommer. Nur Schutznetze helfen.

Von Erdflöhen zerfressenes Kohlrabiblatt
Typisches Erkennungsmerkmal: An dem Kohlrabie haben Erdlöhe Löcher in die Blätter gefressen. Andere Schädlinge wie die Kohlmottenschildlaus saugen die Blätter aus - sie verlieren dann zum Beispiel ihre Farbe. Bildrechte: Daniela Dufft

"Seit etwa drei Jahren ist der Befall durch Erdflöhe dramatisch", sagt Martin Krumbein, Gemüseexperte des Lehr- und Versuchszentrums für Gartenbau in Erfurt. Vor allem im Hochsommer machen sich die Schädlinge zuhauf über Pflanzen her und fressen die Blätter ab. Ihre Vorliebe sind Kreuzblütler erklärt Martin Krumbein die Tatsache, dass Sauerampfer und Zitronenmelisse im Hochbeet unversehrt neben den Gerippen von Kohlrabiblättern und Rukola stehen. Alte Tiere überwintern im Boden und legen dort ihre Eier ab. Bereits im April schlüpfen die ersten Käfer, aber sie sind nicht das Problem, sagt der Gemüseexperte. Für die Ernte gefährlich sind die Scharen an Erdflöhen, die durch Zuflug in die Gärten kommen, wenn zum Beispiel der Raps auf dem Feld zu trocken geworden ist und dringend neue Nahrung her muss. Besonders schwer ist der Befall in sehr heißen, trockenen Sommern, in den Monaten Juli und August.

Regisseur Jörg Heiß und Gemüseexperte Martin Krumbein stehen an einem Hochbeet.
Gegen Erdflöhe können Gärtner nur vorbeugen, sagt Martin Krumbein. Bildrechte: Daniela Dufft

Erdflöhe sind eigentlich Käfer Erdflöhe haben kräftige Hinterbeine und können locker einen halben Meter weit springen. Deswegen werden sie auch Erdfloh genannt, aber eigentlich gehören sie zur Familie der Blattkäfer, denn Fliegen können Sie auch und so ganz bequem aufs Gemüsebeet umsiedeln, wenn der Raps auf dem Feld zu trocken geworden ist.

Schadbild bei Erdfloh-Befall

Erdflöhe sitzen auf den durchlöcherten Blättern einer Pflanze.
Sind die Erdflöhe einmal da, lassen sie von ungeschützten Pflanzen nicht viel übrig. Bildrechte: MDR/Jörg Heiß

Die kleinen Käfer fressen winzige Fensterchen in die jungen Blätter von Kohlrabi, Brokkoli, Rucola, Radieschen, Chinakohl und anderen Gewächsen, die mit den Kohl-Arten verwandt sind. Eine geringe Zahl der schwarzen oder schwarz-gelb gestreiften Tierchen im Gemüsebeet schadet der Ernte meist nicht sehr. Doch wenn sich die Insekten massenhaft vermehren und von Feldern in die Gärten übersiedeln, ist von jungen Pflanzen schnell nicht mehr viel übrig. Ist der Befall einmal da, können Gärtner nichts mehr machen, warnt Krumbein und rät deshalb rechtzeitig mit sehr kleinmaschigen Pflanzenschutznetzen vorzubeugen.

Kreuzblütler Zur Pflanzenfamilie der Kreuzblütler gehören wichtige Kulturpflanzen die Öllieferanten und Gewürzpflanzen sind, oder als Gemüse und Salat gegessen werden. Auch Zierpflanzen gehören zu der Pflanzenfamilie wie Blaukissen, Färberpflanzen, Goldlack oder Nachtviolen.

Bekannte Kreuzblütler:
- Gemüsekohl (Rotkohl, Weißkohl, Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl)
- Schwarzer und Indischer Senf
- Pak Choi, Chinakohl
- Raps
- Rettich, Meerrettich, Radieschen
- Kresse, Wasabi

Pflanzenexperte Martin Krumbein gibt Tipps zur Pflanzung von Salat 5 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Salatbeet von Jörg Heiß wurde von Erdflöhen weggefressen. Martin Krumbein sagt, was dagegen hilft. Außerdem soll im Garten Wintergemüse gesät werden.

MDR Garten So 06.09.2020 08:30Uhr 05:07 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Nur Pflanzenschutznetze helfen gegen die Erdflöhe

Feinmaschiges Pflanzenschutznetz wird auf einem Beet ausgelegt und am Rand befestigt.
Sobald die Jungspflanzen da sind sollten Schutznetze vorsichtig und luftig über den Pflanzen ausgebreitet werden. Bildrechte: Daniela Dufft

Die Pflanzenschutznetze werden gleich nach der Pflanzung der Jungpflanzen über die Pflanzen gelegt, erklärt Martin Krumbein. Wichtig ist, die Ränder der Netze mit einzugraben oder mit einem Brett oder Steinen zu beschweren, damit keine Schlupflöcher für die Schädlinge bleiben. Auch sollte das Netz nicht zu dicht über den Pflanzen liegen, da diese ausreichend Platz brauchen, um unter dem Netz zu wachsen.

So können Sie Erdfloh-Befall vorbeugen

Auf einem Blatt einer Gemüse-Pflanze sitzen winzige Erdflöhe mit glänzendem Rücken und langen Fühlern
Sie hüpfen wie Flöhe, sind aber kleine Käfer. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

  • Bodenbearbeitung: Erdflöhe fühlen sich auf schweren Böden besonders wohl. Hacken, mulchen und gießen Sie deshalb die Erde im Gemüsegarten regelmäßig, so dass sie feucht und krümelig bleibt.
  • Kräftige Pflanzen: Sorgen Sie dafür, dass sich Ihr junger Kohl schnell zu gesundem Gemüse entwickelt. Kräftige Pflanzen, die mit genügend Wasser und Nährstoffen versorgt werden, sind weniger anfällig für Schädlinge. Düngen und gießen Sie daher ausreichend.
  • Brennnesseljauche: Die Kräuterpädagogin und Gartenbesitzerin Sabine Langheinrich-Schüler rät, Sämlinge von Kohlpflanze mit einer Jauche aus Brennnesseln zu stärken. Die Pflanzenreste können nach dem Zubereiten der Jauche noch als Mulch im Gemüsebeet verwendet werden.
  • Gesteinsmehl: Ist der Befall noch nicht zu weit fortgeschritten, können Sie die Pflanzen mit Gesteinsmehl bestäuben. Das verdirbt den Erdflöhen den Appetit auf jungen Kohl.
  • Fruchtwechsel und Erdfloh-Schutznetze: Wenn Sie in diesem Jahr Verluste bei der Ernte durch Erdflöhe hatten, sollten Sie im kommenden Jahr Ihren Kohl an einer anderen Stelle im Beet pflanzen, also die Frucht wechseln. Decken Sie außerdem schon zeitig Pflanzenschutznetze darüber, die Erdflöhe nicht durchdringen können.

Ein Dickmaulrüssler an einem grünen Blatt. 3 min
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 06. September 2020 | 08:30 Uhr

Pflanzen vor Schädlingen schützen