Zimmerpflanzen pflegen Schildläuse und Wollläuse erkennen und behandeln

Eine Frau mit grüner Schürze steht in einem Garten vor einem Pfirsichbaum mit Früchten.
Bildrechte: MDR/Lisa-Marie Kaspar

Schädlinge an Zimmerpflanzen leben zuerst unauffällig im Verborgenen und man wundert sich, warum die Pflanzen nicht mehr fit und vital aussehen. Wer genau hinschaut, entdeckt schnell ihre Spuren: Sie hinterlassen auf Blättern oder auch am Pflanzgefäß klebrigen Ausscheidungen. Gärtnerin Brigitte Goss erklärt, wie man die Störenfriede möglichst natürlich vertreiben kann.

Die Blätter einer Efeu-Pflanze werden umgedreht
Wirkt die Pflanze geschwächt lohnt es sich meist, sie gründlich nach Schädlingen abzusuchen. Zu erkennen sind sie meist an klebrigen Flächen. Blattunterseiten nicht vergessen. Bildrechte: MDR/ Brigitte Goss

Woll- und Schildläuse erkennen und bekämpfen

Woll- und Schildläuse kommen in erster Linie an holzigen Pflanzen vor. Beide Lausarten schädigen die Pflanzen, indem sie den Saft aus verschiedenen Pflanzteilen saugen. Die Pflanzen reagieren darauf mit Wachstumsstörungen und Verkrüppelungen. Die Läuse sind auf den ersten Blick oft nicht zu erkennen.

Eine Wolllaus sitzt in der Blattachse einer Phalaenopsis
Wollläuse sitzen gern in den Blattachsen von Pflanzen Bildrechte: MDR/ Brigitte Goss

Sie verbergen sich unter deckelartigen Schutzschilden und wolligen Ausscheidungen. Unter einem Schild oder einer Wachsschicht befinden sich auch die Eier der Schädlinge, gut geschützt wie in einer Kapsel.

Betroffen sind oft Kübelpflanzen, wie Zitrusgewächse oder Oleander, aber auch Orchideen, Sukkulente und Kakteen. Woll- und Schildläuse sind sehr lästig, können sich schnell ausbreiten. Ist eine Pflanze befallen sollte sie schnell separiert werden und behandelt werden, damit andere Pflanzen nicht angesteckt werden.

So wird man Woll- und Schildläuse an Zimmerpflanzen los

Läuse mechanisch entfernen

Sitzen die Schädlinge an verholzten Pflanzenteilen können Sie die betroffenen Pflanzenteile vorsichtig abbürsten und wenn möglich die Blätter abwaschen. Ideal ist das Abbrausen in der Dusche oder Badewanne. Auch Töpfe und Stäbe sollten gereinigt werden. Brigitte Goss empfiehlt, die Erde komplett auszutauschen. Auch in der groben Erde der Orchideen können sich die Schädlinge verstecken - abbrausen allein reicht hier nicht aus.

Ölpräparate gegen Läuse

Auch biologiosche Präparate mit Parafin- oder Rapsöl aus dem Fachhandel haben sich gegen Schild- und Wollläuse bewährt. Testen Sie aber zuerst an einem Blatt vorher, ob die Pflanze das Mittel gut verträgt und nicht mit welken Blättern oder Blattverfärbungen reagiert. Bis zu dreimal im Jahr kann im Abstand von sieben bis zehn Tagen die befallene Pflanze mit einem Rapsöl-Präparat gespritzt werden. (Parafinöl-Präparate sollten nur zweimal im Jahr, im Abstand von mindestens zwei Wochen behandelt werden.) Das Mittel muss alle Pflanzenteile erreichen, also Blätter, Stiel und Blüten von allen Seiten behandeln. Suchen Sie sich für die Behandlung einen schattigen Platz. Sonneneinstrahlung auf frisch behandelten Blättern kann zu Verbrennungen führen.

Schildläuse sitzen in der Blattachse einer Zitruspflanze
Auch für Schildläuse ist trockene Heizungsluft ideal. Bildrechte: MDR/ Brigitte Goss

Bei starkem Schädlingsbefall rät Brigitte Goss zu fertigen Produkten aus dem Fachhandel. Diese seien sicherer als Mittel, die man selbst mischt und haben den Vorteil, dass sie auf Pflanzenverträglichkeit getestet sind. Bei einem leichten Befall kann alternativ Rapsöl mit Wasser und Spülmittel gemischt und angewendet werden. Diese Mischung hilft übrigens nicht nur gegen Läuse, sondern auch gegen Spinnmilben, die ebenso gern ihr Unwesen im Zimmergarten treiben.

Rezept 1: Mischung aus Rapsöl, Wasser und Spülmittel Rapsöl
Wasser
Spülmittel

1 Teil Rapsöl mit 4 Teilen Wasser und etwas Spülmittel mischen und die Pflanze einsprühen. Aber Achtung: Für uns ist diese Anwendung harmlos, aber manche Pflanzen vertragen Rapsöl schlecht. Also vorher an einem Blatt ausprobieren und einen Tag abwarten, wie die Pflanzen reagiert. Manche Pflanzen, vor allem Orchideen, könnten empfindlich darauf reagieren. Die Behandlung sollte nach etwa zehn Tagen wiederholt werden.

Kaliseifenlösung und Spiritus gegen Läuse

Auch die Behandlung mit Kaliseifenlösung und Spiritus helfen gegen Läuse. Bei starkem Befall werden die Pflanzen ganzheitlich bespritzt und besonders befallene Pflanzenteile mit der Lösung abgewaschen oder eingepinselt.

Hausmittel für die Schädlingsbekämpfung: Spiritus, Kernseife, Kaliseife
Hausmittel für die Schädlingsbekämpfung: Spiritus, Kernseife, Kaliseife Bildrechte: MDR/ Brigitte Goss

Rezept 2: Kaliseifenlösung und Spiritus gegen Läuse 15 – 30 g Kaliseife
1 Liter heißes Wasser
5 ml Spiritus

Die Kaliseife in einem Liter heißem Wasser auflösen. 5 ml Spiritus zugeben. Die abgekühlte Mischung auf die befallenen Pflanzenteile sprühen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 08. November 2020 | 08:30 Uhr

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Um den großflächig auftretenden Pilz zu bekämpfen, hilft laut Melanie Trinks nur Handarbeit: Zuerst wird eine Mischung aus einem halben Liter Wasser, einem Spritzer Spülmittel und etwas Dünger angesetzt. Mit dieser Flüssigkeit werden die Blätter abgewischt - alle Blätter! Eine Mischung aus Wasser und etwas Spiritus soll ebenfalls helfen. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher

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