
Nah- und Fernverkehr Bodycams schützen Zugpersonal offenbar vor Angriffen
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09. Januar 2025, 09:01 Uhr
Zugpersonal, das mit Bodycams ausgestattet ist, ist offenbar besser vor Übergriffen und verbalen Attacken geschützt. Das teilte ein Bahn-Sprecher MDR AKTUELL mit und beruft sich dabei auf die Erfahrungen aus Testphasen. Volle Bahnen, auch ein möglicher Grund für die angespannte Stimmung, könnte es in Zukunft auch weniger geben.
- In einer ersten, nicht repräsentativen Testphase haben Zugbegleiter ausgestattet mit Bodycams weniger körperliche und verbale Attacken erlitten.
- Mehr Platz für Fahrgäste als Lösung für Aggressionen in den Zügen fordert die EVG – den wird es jedoch erstmal wahrscheinlich nicht geben.
- Die Union möchte für mehr Züge und damit mehr Platz sorgen, dem könnte jedoch das Deutschlandticket zum Opfer fallen.
Die vollen Züge an sich seien nicht das Problem, weshalb Aggressionen in der Bahn entstehen, sagt Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender beim Fahrgastverband ProBahn. Aber er macht die gleichen Erfahrungen wie das Zugpersonal in der EVG: Wenn Leute im Regio stehen müssen oder der sich wegen Vollbesetzung verspätet, komme schon manchmal Aggression auf. "Wichtig ist natürlich auch, dass die umstehenden Menschen das Personal eher unterstützen, und das Neueste ist eben, dass auch testweise Zugpersonal mit Bodycams ausgestattet wird", sagt Naumann.
Bodycams zeigen Wirkung gegen Aggressionen
Vergangenes Jahr sind Testphasen in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz gestartet, seit Oktober läuft auch eine in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Für eine konkrete Auswertung sei der bisherige Zeitraum zu kurz und nicht repräsentativ, schreibt ein Bahn-Sprecher MDR AKTUELL. Aber: "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die eine Bodycam tragen, sind um ein Vielfaches mehr vor Übergriffen geschützt und erleben auch im Austausch mit den Fahrgästen ein sehr positives Feedback."
Bis auf eine Ausnahme hätten die Kundenbetreuerinnen und Kundenbetreuer im Nahverkehr mit Bodycam seither keinen körperlichen Übergriff erfahren. Außerdem schreibt der Sprecher: "Erfreulich: Auch die verbalen Attacken sind stark rückläufig."
Mehr Platz in den Zügen wird es erstmal nicht geben
Die Verkehrsgewerkschaft EVG in Thüringen fordert darüber hinaus auch mehr Platz in den Zügen für mehr Sicherheit. Den wird es aber wahrscheinlich erstmal nicht geben, schätzt die Sprecherin der Verkehrsgemeinschaft Mittelthüringen VMT, Jennifer Santana – trotz der Preiserhöhung beim Deutschlandticket kürzlich von 49 auf 58 Euro. "Bei uns im Verbund rechnen wir damit, dass die Fahrgastzahlen trotz der Preiserhöhung stabil bleiben, das sagt uns auch die Erfahrung der letzten zehn Jahre aus unserem eigenen Verbundtarif." Trotz jährlicher Preisanpassungen sei es immer zu einem kontinuierlichen Fahrgastzuwachs gekommen, sagt Santana.
Letztendlich braucht es also mehr Fahrzeuge, sagt auch Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband ProBahn: "Die müssen bestellt werden, das kostet Geld, und das Geld ist die Politik zurzeit nicht gewillt, zu bezahlen."
Zurzeit nicht – aber vielleicht ja bald? Thomas Bareiß, verkehrspolitischer Sprecher der Union im Bundestag, die derzeit in Umfragen vorne liegt, sagt: Mit der Union an der Macht muss es mehr Geld für den Ausbau des Schienenverkehrs geben. Das Deutschlandticket müsse aber auf den Prüfstand. "Ich glaube, dass wir die nächsten Jahre eher mehr Geld in Infrastruktur stecken müssen, so dass das Angebot vor Ort besser wird, die Taktung besser wird, die Verbindungen besser werden." Das sei es, was die Kunden auch wollten, nicht das günstigere Ticket, sondern vor allem, dass die Qualität verbessert werde, argumentiert Bareiß.
Den ÖPNV-Ausbau könnte es mit der Union also vielleicht geben – und damit vielleicht mehr Platz und weniger Stress in Regionalzügen. Aber womöglich nicht mehr für 58 Euro im Monat.
Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 08. Januar 2025 | 06:30 Uhr
Peter vor 12 Wochen
Nur ganz kurz vorab zu den Relationen: Nach Angaben der Bundespolizei gab es 2022 in Deutschland insgesamt 88 Messerattacken in Zügen. (Quelle: tagesschau.de) Im gleichen Jahr haben fast 1,8 Mrd. Menschen die Bahn genutzt. (Quelle: statista)
Das heißt, eine Messerattacke kommt auf etwa 20 Mio Fahrgäste.
Sie können anhand dieser objektiven Zahlen selbst abschätzen, wie groß meine Furcht ist, von einem Täter mit Messer in der Bahn bedroht zu werden.
DER Beobachter vor 12 Wochen
Schon klar, dass genau Sie das wollen. Nur wird diese Dame von der Alternative für Dumme, Verzeihung, der Alternative gegen Deutschland kein einziges Problem lösen, aber wie sich aktuell zeigt, noch mehr Probleme schaffen, als wir ´eh haben.
Niemann vor 12 Wochen
Das ist kein AfD-Duktus sondern meine Meinung, die sie mir doch im Grundgesetz verankert nicht absprechen wollen?!? Wie steht es übrigens mit den einseitigen Sichtweisen von grün-rot die offenbar ihren Sichtweisen entsprechen. Ich habe nie behauptet das Täter nur Steuergeld-Alimentierte sind aber die Statistiken weisen nun mal ganz eindeutig eine ständig wachsende Überproportionierung dieser Tätergruppe aus, es ist also keine Erfindung von mir sondern die Realität! Auch dokumentiert ist das die Schläger vorwiegend aus dem Linksradikalen Milieu der Antifa stammen, ignorieren sie das bitte nicht einfach. Und zu guter Letzt, Hass und Hetze wird meinem Erleben nach vorzugsweise von den verübt die angeblich ständig gegen Hass und Hetze kämpfen diese aber permanent gegen die AfD einsetzen, gegen eine trotz permanenter Verunglimpfung demokratisch gewählten Partei, und die vor allem ständig von "ihrer Demokratie" reden so als wenn sie festlegen dürften was Demokratie ist und was nicht.