Aktivisten blockieren die A100.
Aktivisten der "Letzten Generation" bei einer Blockade der A100 in Berlin. Bildrechte: picture alliance/dpa | Hannes P Albert

Klima-Podcast Kemfert lobt Wissing für Treffen mit "Letzter Generation"

03. Mai 2023, 17:21 Uhr

Die Energieökonomin und Klima-Expertin Claudia Kemfert lobt in der aktuellen Ausgabe ihres MDR-Podcasts Verkehrsminister Volker Wissing – auch wenn sie viele seiner Positionen nicht teilt.

Die Klima-Ökonomin Claudia Kemfert hat Bundesverkehrsminister Volker Wissing für sein Treffen mit der "Letzten Generation" gelobt. Kemfert sagte im MDR-AKTUELL-Klimapodcast, so habe habe er den Dialog eröffnet. Auch für das Deutschlandticket müsse man Wissing loben.

Neun Euro sind der Preis, den sich alle leisten können, bei dem man eine soziale Gerechtigkeit hätte.

Claudia Kemfert über das "Deutschlandticket"
Pressestatement der sogenannten letzten Generation nach der Zusammenkunft mit Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing. Zu sehen u.a Lea Bonasera.
Lea Bonasera von der "Letzten Generation" stellt sich nach dem Gespräch mit Verkehrsminister Wissing der Presse. Bildrechte: IMAGO/Stefan Zeitz

Das Ticket sei ein Schritt in die richtige Richtung – auch wenn Wissing für die Verkehrswende sonst wenig mache.

Kemfert unterstützt die Klimaschützer bei ihrer Forderung, den Preis für das Deutschlandticket auf neun Euro zu senken: "Neun Euro sind der Preis, den sich alle leisten können, bei dem man eine soziale Gerechtigkeit hätte und bei dem man wirklich einen Umstieg sehen würde!"

Kemfert: ÖPNV muss ausgebaut werden

Um die Menschen in ihrer Alltagsmobilität von den öffentlichen Verkehrsmitteln zu überzeugen, sei ein wirklich dauerhaft günstiges Ticket in der Stadt und auf dem Land notwendig. Kemfert betonte, auch am Wochenende und in den Randzeiten müsse es ein zuverlässiges und gut verknüpftes Angebot im Nahverkehr geben. "Die Nutzung hängt entscheidend vom Angebot ab. Der ÖPNV muss deutlich ausgebaut werden."

Kemfert widersprach dem Verkehrsminister, dass der Ausbau mit den Einnahmen aus einem Neun-Euro-Ticket nicht finanziert werden könnte. "Das Geld muss ja notwendigerweise nicht nur aus den Fahrgast-Einnahmen kommen, sondern kann auch generiert werden durch die Senkung von fossilen Subventionen, gerade im Verkehrsbereich", sagte Kemfert mit Blick auf Dienstwagenprivileg, Pendlerpauschale und Diesel-Steuererleichterungen. So hätte man mehr als 10 Milliarden Euro zur Verfügung, die man dem ÖPNV geben könnte.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Mai 2023 | 08:35 Uhr

Mehr aus Politik

Mehr aus Deutschland

Eine Operation an einem Patienten. 5 min
Bildrechte: picture alliance/dpa/MAXPPP | Eddy Lemaistre