Die Co-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion: Alice Weidel
Nach Angaben ihrer Partei macht die mutmaßlich bedrohte AfD-Chefin Alice Weidel derzeit Urlaub auf Mallorca. Bildrechte: picture alliance/dpa

Zuvor Polizeieinsatz Abgesagter Wahlkampfauftritt: AfD-Chefin Weidel auf Mallorca

05. Oktober 2023, 04:19 Uhr

AfD-Chefin Alice Weidel sollte am Tag der Deutschen Einheit in Mödlareuth im Wahlkampf auftreten. Stattdessen verweilt sie auf Mallorca. Laut ihrem Sprecher hatte es aber Hinweise auf einen möglichen Anschlag gegeben, allerdings zehn Tage zuvor. Das Bundeskriminalamt sagte, die für Personenschutz verantwortliche Behörde habe keine Empfehlung an Weidel ausgesprochen, der Veranstaltung fernzubleiben.

Die AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel hält sich nach einem Polizeieinsatz im Zusammenhang mit einer mutmaßlichen Bedrohungslage aktuell auf Mallorca auf. Das bestätigte am Mittwochabend ihr Sprecher Daniel Tapp. Weidel wurde demnach am Dienstag, dem Tag der Deutschen Einheit, in einer Ortschaft an der mallorquinischen Ostküste in einem Strandrestaurant gesehen, gemeinsam mit ihrer Lebensgefährtin. Tapp erklärte, Weidel sei einer "Empfehlung gefolgt, einige Zeit ihrer häuslichen Umgebung fernzubleiben", die ein mutmaßliches Anschlagsziel gewesen sei.

Absage von Wahlkampfauftritt wegen mutmaßlicher Bedrohungslage

Weidel hatte zum Feiertag am Dienstag einen geplanten Auftritt bei einer AfD-Wahlkampfveranstaltung im bayerisch-thüringischen Grenzort Mödlareuth abgesagt und lediglich eine Videobotschaft übermittelt: "Ich würde nichts lieber tun, als heute bei Euch zu sein, aber ich kann es leider nicht".

Ein Sprecher erklärte dazu, es habe "einen sicherheitsrelevanten Vorfall" gegeben. Weidel und ihre Familie seien von Sicherheitsbehörden an einen sicheren Ort verbracht worden. Hinweise hätten sich verdichtet, "die auf einen Anschlag auf ihre Familie hindeuteten". Aus Vorsichtsgründen habe sie daher auf öffentliche Auftritte verzichtet.

Ein Sprecher der Polizei Schwyz in der Innerschweiz bestätigte dem Sender SRF am Mittwoch einen Polizei-Einsatz in dieser Angelegenheit am 23. September. Zur Art des Einsatzes wollte er nichts sagen.

Castell de Bellver in Palma de Mallorca
Bundeschefin Alice Weidel verzichtete aus Sicherheitsgründen auf einen AfD-Wahlkampfauftritt in Thüringen - und verweilt mit ihrer Lebensgefährtin auf der Baleareninsel Mallorca. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO / Panthermedia

Nach Bedrohungslage Teilnahme an Plenarsitzung

Laut dem AfD-Sprecher war Weidel am 23. September an einen sicheren Ort gebracht worden. In der darauffolgenden Woche hatte Weidel jedoch wieder an einer Sitzung des Bundestags teilgenommen. Auf die Frage, wie der Aufenthalt auf Mallorca mit einem möglicherweise durch die Videobotschaft entstandenen Eindruck zusammenpasse, dass es aktuell am Tag der Deutschen Einheit eine Bedrohungslage für Weidel gegeben habe, sagte Tapp, man könne sich "wahrscheinlich schwer vorstellen, was es mit einer Familie macht, wenn man unter Polizeischutz sein Zuhause verlassen muss." Das habe Weidel dazu bewogen, "einige Tage mit ihrer Familie in Ruhe und relativer Abgeschiedenheit zu verbringen". Weidel hält sich demnach seit Sonntag auf Mallorca auf.

Empfehlung kam offenbar nicht vom BKA

Das für den Personenschutz von Politikern zuständige Bundeskriminalamt (BKA) teilte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP mit, die Absage von Weidels Teilnahme an der Veranstaltung am Dienstag sei "nicht auf Veranlassung oder Empfehlung des BKA" erfolgt. Darüber hinaus könne die Behörde "zu taktischen Maßnahmen oder Gefährdungsmomenten keine Auskunft geben". 

MDR (dkn)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Nachrichten | 03. Oktober 2023 | 17:45 Uhr

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