Senioren-Paar in Berlin
Millionen Vollzeitbeschäftigte in Deutschland erwartet eine Rente unter 1.200 Euro. Bildrechte: imago images / snapshot

Altersarmut Jedem dritten Vollzeitbeschäftigten droht Rente unter 1.200 Euro

01. Januar 2023, 12:04 Uhr

40 Jahre in Vollzeit arbeiten und dann in Rente gehen - aber je nach Bruttoverdienst werden viele nur eine Rente von 1.200 Euro bekommen. Ein Drittel wird sogar darunter liegen. Das teilte das Bundesarbeitsministerium auf Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken mit. Gerade angesichts der steigenden Inflation sei dies ein gewaltiges Problem, sagt Dietmar Bartsch, Fraktionschef der Linken.

Rund acht Millionen Beschäftigte in Deutschland müssen damit rechnen, dass sie trotz 45 Arbeitsjahren in Vollzeit eine Nettorente von weniger als 1.200 Euro erhalten. Das ist gut jeder dritte Vollzeitbeschäftigte in Deutschland, wie aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken hervorgeht, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag) vorliegt.

Demnach müssen Beschäftigte beim derzeitigen Rentenniveau über 45 Jahre mindestens 3.034 Euro im Monat vor Abzügen verdienen, um auf eine gesetzliche Nettorente von 1.200 Euro zu kommen.

Linken-Fraktionschef Bartsch sieht "gewaltiges Problem"

Noch mehr Menschen droht eine Nettorente von weniger als 1.200 Euro, wenn in dem Rechenmodell 40 Berufsjahre in Vollzeit zugrunde gelegt werden: Von den gut 21,7 Millionen Vollzeitbeschäftigten in Deutschland verdienen knapp 10,3 Millionen auf einem Niveau, dass sie nach vier Jahrzehnten auf einer Vollzeitstelle mit einer Nettorente von weniger als 1.200 Euro rechnen müssen - das betrifft also fast jeden Zweiten. Um 1.200 Euro ausgezahlt zu bekommen, müssten sie laut Zeitung durchgehend 3.413 Euro brutto monatlich verdienen.

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch sieht darin ein "gewaltiges Problem". "Das Verhältnis stimmt nicht. Das, was Arbeitnehmer verdienen, ist vielfach zu niedrig und das, was sie als Rentner dafür bekommen, ist zu wenig", sagte Bartsch den Zeitungen. Gerade angesichts der "galoppierenden Inflation" seien "deutliche Lohnsteigerungen" und eine schrittweise Anhebung des Rentenniveaus auf 53 Prozent geboten, forderte Bartsch.

epd (kar)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. Dezember 2022 | 16:34 Uhr

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