Ein ICE Hochgeschwindigkeitszug der Deutschen Bahn und eine Regionalbahn der ODEG - Ostdeutsche Eisenbahn GmbH stehen im Bahnhof von Stralsund.
Mehr Verbindungen nach Österreich und Nachtzüge nach Frankreich und Belgien: DB und ÖBB kooperieren. Bildrechte: picture alliance/dpa | Stefan Sauer

Hohe Nachfrage Deutsche Bahn und ÖBB bauen Fern- und Nachtzugangebot aus

06. September 2023, 15:35 Uhr

Zum Fahrplanwechsel im Dezember erweitern die Deutsche Bahn und die Österreichischen Bundesbahnen ihr grenzübergreifendes Angebot. Dann soll es mehr Zugverbindungen von Hamburg nach Wien und von Berlin nach Innsbruck geben, zudem kommen Nachtzugverbindungen von Berlin nach Brüssel und Paris hinzu. Auch in Mitteldeutschland können Fahrgäste zusteigen.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember wird es mehr Zugverbindungen von Deutschland nach Österreich, Belgien und Frankreich geben. Wie die Deutsche Bahn (DB) und die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) mitteilten, wird eine neue ICE-Verbindung zwischen Hamburg und Wien über Berlin und Nürnberg eingerichtet. Zudem fährt demnach künftig jeden Tag ein ICE von Berlin über Frankfurt am Main und Stuttgart nach Innsbruck. Derzeit wird diese Verbindung nur an Wochenenden angeboten.

Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn erklärte, sieht die ICE-Verbindung von Hamburg nach Wien auch Halte in Mitteldeutschland vor: Neben Halle (Saale) werden die Züge auch in Erfurt halten. Auf der Strecke zwischen Berlin und Innsbruck können Reisende demnach auch in der Lutherstadt Wittenberg, Leipzig, Erfurt und Eisenach zusteigen.

Nightjet zwischen Berlin und Brüssel

Auch auf die verstärkte Nachfrage nach Nachtzügen reagieren die beiden Konzerne. Ab Dezember bieten die DB und die ÖBB von Berlin und Wien aus Nightjet-Verbindungen nach Paris und Brüssel an. Diese Verbindungen werden anfangs dreimal die Woche, ab Herbst 2024 dann täglich gefahren. Halle und Erfurt werden nach Angaben des Bahnsprechers auch auf dieser Strecke angefahren. Bisher sind die ÖBB und die DB auf diesen Strecken nicht mit Nachtzug-Angeboten unterwegs. Seit wenigen Monaten bietet aber das private Unternehmen European Sleeper Nachtfahrten von Berlin nach Brüssel über Amsterdam an.

Ivan Pöllauer, Servicechef, bereitet im neuen «Liegewagen comfort» des Nightjet der Österreichischen Bundesbahn bei einem Medientermin am Bahnhof Altona einen Kaffee zu.
Die Nachtzüge der ÖBB fahren auch bis nach Brüssel und Paris. Auch eine Kaffeemaschine ist an Bord. Bildrechte: picture alliance/dpa | Christian Charisius

Zudem investieren die ÖBB und DB nicht nur in neue Verbindungen, sondern auch in neue Züge. Auf der Strecke Frankfurt am Main nach Klagenfurt über München und Salzburg wird ab dem Fahrplanwechsel das neuste Fernverkehrsmodel der ICE 4 zum Einsatz kommen.

DB und ÖBB glauben an den Nachtzug

"Bis 2030 wollen wir die Fahrgastzahlen im Nightjet-Verkehr verdoppeln", sagte die für den Personenverkehr zuständige ÖBB-Vorständin Sabine Stock zu den neuen Verbindungen. Die neuen Verbindungen von Berlin nach Paris und Brüssel seien "starke Zeichen, dass DB und ÖBB an das Produkt Nachtzug glauben und mehr Angebot zur Verfügung stellen werden". "Der Ausbau des internationalen Fahrplans im engen Schulterschluss mit den ÖBB ist unsere Antwort auf die wachsende Nachfrage", sagte Stefanie Berk, Vorstand Marketing und Vertrieb bei DB Fernverkehr.

Die Deutsche Bahn hatte sich vor einigen Jahren aus dem eigenen Nachtzuggeschäft zurückgezogen und betreibt nächtliche Verbindungen seitdem nur noch als Kooperationspartner.

dpa (kar)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Nachrichten | 05. September 2023 | 17:30 Uhr

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