Menschen mit vollen Einkaufstaschen
Black Friday: Handelsverband rechnet mit mehr Umsatz als im Vorjahr. Bildrechte: imago images/Chris Emil Janßen

Weihnachtsgeschäft Black Friday: Kunden kaufen strategisch ein

24. November 2023, 12:18 Uhr

Es ist Black Friday in Deutschland, Abschluss der Black Week, und überall werben Unternehmen mit Schnäppchen kurz vor der Weihnachtszeit. Experten zufolge ist der Black Friday inzwischen fest in Deutschland etabliert, der Handeslverband hofft auf ein gutes Weihnachstgeschäft. Worauf Schnäppchenjäger dabei achten sollten.

Die Prognose beim Handelsverband Deutschland für den diesjährigen Black Friday lautet: 5,8 Milliarden Euro Umsatz. Der stellvertretende Geschäftsführer Stephan Tromp ist deshalb optimistisch: "Das zeigt sehr deutlich, dass trotz gedämpfter Konsumstimmung die Konsumenten planen mehr auszugeben als im Vorjahr."

Etwa drei Prozent mehr Umsatz als 2022 würde die genannte Summe bedeuten – in den Jahren zuvor gab es Wachstumsraten von bis zu 20 Prozent. Insgesamt ist Tromp zufolge auch eine klare Tendenz zu erkennen, dass es weniger Spontankäufe gibt, sondern dass der Black Friday mittlerweile zum Weihnachtsgeschäft gehört und viele Leute auch gezielter vorgehen als in den Vorjahren.

Black Friday ist in Deutschland etabliert

Der Black Friday ist in Deutschland etabliert, das bestätigt auch Erik Maier, Professor für Marketing und Handel an der Handelshochschule Leipzig. Es sei eben nicht mehr nur das amerikanische Unternehmen Amazon, sondern auch im Lebensmitteleinzelhandel werde mittlerweile mit Black Friday geworben, sagt Maier MDR AKTUELL: "Dementsprechend glaube ich, ist es schon sehr merklich für die Konsumenten. Und gleichzeitig reagieren sie vielleicht gar nicht mehr so stark, weil sie eben so viele Angebote aus allen möglichen Ecken bekommen."

Im Herbst kämen viele neue Produkte auf den Markt, damit veralten sozusagen auch jedes Jahr um diese Zeit eine ganze Generation an Produkten, die dann zum Black Friday billig angeboten würden, erklärt Maier. Oft bezieht sich der rabattierte Preis aber nicht auf den aktuellen Marktpreis, sondern auf die unverbindliche Preisempfehlung – also ist die Frage, ob es sich wirklich um ein Schnäppchen handelt. Maier empfiehlt deshalb, auch Black-Friday-Preise zu vergleichen.

Experte rät von Impulskäufen bei Black Week ab

Von Impulskäufen rät Maier ab: "Also ich würde hier zu einer Art strategischem Verhalten raten, indem man sich genau vorher überlegt: Welche Produkte brauche ich?" Maier zufolge sollte man über diese Black Friday Periode beobachten, wo es was günstig gebe und sich eine Art Grenzpreis setzen. Heißt: "Unter welchem Preis kaufe ich was?"

Für das Weihnachtsgeschäft erwartet der Handelsverband Umsätze auf dem Niveau von 2022. Die Inflation eingerechnet, bedeute das zwar einen Rückgang, sagt Vize-Geschäftsführer Tromp. Aber die Sparquote gehe zurück, das mache Hoffnung auf ein gutes Weihnachtsgeschäft.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. November 2023 | 06:00 Uhr

5 Kommentare

Frank 1 vor 14 Wochen

Der Black Friday ist schlicht Massenverdummung. Ich kann als Händler nur Rabatte einräumen die vorher in den Verkaufspreis hineinkalkuliert habe. Ergo geht man bei derartigen Nachlässen beim Ausgangspreis von einem Mondpreis aus, also Schwindel. Solange es noch Menschen gibt die das nicht durchschauen wird das auch weiter funktionieren. Wenn ich eine größere Anschaffung plane, handele ich den Preis mit dem Verkäufer aus und komme dabei weitaus günstiger weg.

NochJemand vor 14 Wochen

Black Friday oder nicht - wenn ich nur einen Euro habe, werden daraus nicht zwei, und was ich nicht habe, kann ich nicht ausgeben.
Man kann mit nötigen(!) Anschaffungen bis zum Black Friday warten, um etwas zu sparen. Aber irgendwas zusätzlich kaufen, nur weil es gerade (vermeintlich) billiger ist, egal ob man es wirklich braucht - eher nicht. Die allermeisten Leute haben schmerzhaft weniger Geld zur Verfügung als noch vor einem Jahr, da muss man eben haushalten.

Ratenkauf ist sowieso nicht ratsam in diesen Zeiten. Man kann nie wissen, ob Heizen, Miete, Strom oder Autofahren nicht noch teurer werden. Das ist sogar wahrscheinlich. Da aber das Einkommen in der Regel gleich bleibt, sollte man sich nicht auf zusätzliche Belastungen einlassen, die einen in Schwierigkeiten bringen können.

AlexLeipzig vor 14 Wochen

Ich mag diesen black friday nicht, da er nur sinnlosen Konsum anheizt. Ich bin eher für bedarfsgerechten Einkauf anstatt nach Schnäppchen zu jagen, die keiner braucht.

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