Nachhaltigkeit Eon und Uniper wollen grünen Wasserstoff aus Kanada

Die Energiekonzerne Eon und Uniper wollen künftig in großem Stil Wasserstoff aus Kanada nach Deutschland importieren. Auch die Energieminister beider Länder unterzeichneten ein Abkommen zu Wasserstofflieferungen. Kanzler Scholz attestiert Kanada ein fast grenzenloses Potenzial bei erneuerbaren Energien.

Die Flaggen von Kanada und Deutschland hinter einem Tisch mit Stühlen.
Kanada hat nach den Worten von Kanzler Scholz ein "fast grenzenloses Potenzial" bei erneuerbaren Energien. Bildrechte: IMAGO / Frank Ossenbrink

Die Energiekonzerne Eon und Uniper wollen ab 2025 in großem Stil klimaneutral hergestellten Wasserstoff aus Kanada nach Deutschland importieren. Entsprechende Absichtserklärungen unterzeichneten die Unternehmen mit dem kanadischen Projektentwickler Everwind.

Der Wasserstoff soll in der Chemikalie Ammoniak gebunden und so nach Deutschland geliefert werden. Ammoniak lässt sich leichter transportieren als reiner Wasserstoff. Den Angaben zufolge streben die Unternehmen jeweils einen Abnahmevertrag über bis zu 500.000 Tonnen grünen Ammonika pro Jahr an. Über die finanzielle Größenordnung der angestrebten Verträge wurde zunächst nichts bekannt.

Scholz lobt Investition für klimaneutrale Produktion

Bundeskanzler Olaf Scholz sprach am Rande der deutsch-kanadischen Regierungsgespräche von einem wichtigen Schritt der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen. Er stärke zudem eine zukunftsfähige, nachhaltige Energieversorgung. Die Industrie investiere, um künftig klimaneutral zu produzieren.

Heute können unsere Länder wieder technologisch und wissenschaftlich Geschichte schreiben.

Olaf Scholz Bundeskanzler

Abkommen zu Wasserstoff-Lieferungen unterzeichnet

Der SPD-Politiker betonte, Kanada habe "fast grenzenloses Potenzial, eine Supermacht bei erneuerbaren Energien und der nachhaltigen Förderung von Rohstoffen zu werden". Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und der kanadische Energieminister Jonathan Wilkinson unterzeichneten am Dienstag ebenfalls ein Abkommen über Wasserstofflieferungen nach Deutschland. Vorgesehen ist, dass die Exporte aus Kanada mit grünem Wasserstoff 2025 beginnen. Die Bundesregierung sagt zu, Importeure und Verbraucher von grünem Wasserstoff zu unterstützen.

Bei der Nutzung von Wasserstoff entstehen keine Treibhausgase. Bei der Herstellung ist allerdings großer Energieaufwand nötig: Wasser wird dabei in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Klimafreundlich ist diese Elektrolyse nur, wenn dafür nachhaltig produzierte Energie verwendet wird.

dpa, Reuters (rnm)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 23. August 2022 | 16:00 Uhr

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