Fluggäste in der Halle von Terminal 1 des Flughafens BER
Audio: Der Lufthansa zufolge werden 200.000 Passagiere von den Streiks betroffen sein. Bildrechte: picture alliance/dpa/Carsten Koall

Auch sächsische Flughäfen betroffen Verdi ruft Lufthansa-Bodenpersonal wieder zu Warnstreik auf

04. März 2024, 14:22 Uhr

Die Gewerkschaft Verdi hat das Bodenpersonal der Lufthansa zu einem zweitägigen Warnstreik aufgerufen. Er soll am Donnerstagmorgen beginnen und bis Samstag andauern. Kunden der Fluggesellschaft müssen sich damit erneut auf zahlreiche Flugausfälle einstellen. Auch an den Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden drohen Ausfälle und Verspätungen.

Die Gewerkschaft Verdi hat das Bodenpersonal der Fluggesellschaft Lufthansa erneut zum Warnstreik aufgerufen. Verdi zufolge soll der Ausstand am Donnerstag um vier Uhr beginnen und bis zum Samstagmorgen gehen. Kunden der Lufthansa müssen sich daher auf zahlreiche Flugausfälle einstellen. Rund 200.000 Passagiere dürften nach Angaben der Fluggesellschaft betroffen sein. Die Lufthansa kritisierte den Aufruf als Eskalation im Tarifkonflikt. "Verdi hat bereits viermal mit einer Gesamtdauer von 145 Stunden gestreikt – das ist deutlich länger als verhandelt wurde", erklärte die Lufthansa. Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben für die beiden geplanten Streiktage an einem Sonderflugplan.

Im laufenden Tarifkonflikt für rund 25.000 Beschäftigte am Boden hatte es schon zwei Warnstreikwellen gegeben, die den Passagierverkehr jeweils für rund einen Tag lahmlegten.

Ausfälle an den Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden drohen

Auch an den Flughäfen Leipzig/Halle sowie Dresden müssen sich Passagiere der Lufthansa ab Donnerstag auf Verspätungen einstellen. Das sagte Uwe Schuhart, Pressesprecher der Mitteldeutschen Flughafen AG auf Nachfrage von MDR AKTUELL. "Dass es Auswirkungen haben kann, haben die letzten Streiks des Bodenpersonals gezeigt. Die Flüge streicht allerdings nicht der Flughafen, sondern die Airline." Zum jetzigen Zeitpunkt ließe sich deshalb nicht sagen, welche Flüge letztlich betroffen sein würden. Für die Kunden sei es deshalb sinnvoll, sich rechtzeitig direkt an die Fluggesellschaft zu wenden.

Auch Paul Schmidt von Verdi erklärte auf Nachfrage von MDR AKTUELL, der Warnstreik könne mittelbar Auswirkungen auf die Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden haben. Lufthansa selbst habe nur vereinzelt Bodenpersonal vor Ort. Aber wenn Lufthansa-Maschinen etwa aus Frankfurt/Main nicht nach Leipzig/Halle oder Dresden flögen, könnten sie auch nicht von dort starten.

Gewerkschaft fordert 12,5 Prozent mehr Geld

Verdi-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky bedauerte in einer Mitteilung die Auswirkungen auf Passagiere: "In den vergangenen Tagen haben wir bewusst den Passagierverkehr mit unseren Streiks ausgelassen. Lufthansa vermittelt uns mit dem Ignorieren unserer Verhandlungsaufforderung jedoch, dass sie sich erst bewegen wird, wenn der Druck weiter steigt. Für die Passagiere braucht es dringend Lösungen und Zuverlässigkeit. Die Beschäftigten und wir sind bereit, dies mit einem ernsthaften Angebot herzustellen."

Zugleich betonte er mit Blick auf die für Donnerstag geplante Bilanz-Pressekonferenz der Lufthansa: "Es ist niemandem vermittelbar, dass dieser Konzern diese Woche ein Rekordjahresergebnis verkünden wird, die Boni für Vorstände ordentlich anhebt und Beschäftigte am Boden mit Stundenlöhnen von teils 13 Euro nicht einmal mehr wissen, wie sie in den teuersten Städten Deutschlands über die Runden kommen sollen."

Die Gewerkschaft fordert unter anderem 12,5 Prozent mehr Geld und eine Inflationsausgleichsprämie. Die Lufthansa hat bislang bei 28 Monaten Laufzeit zehn Prozent höhere Gehälter angeboten.

dpa, Reuters (mbe)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 04. März 2024 | 11:00 Uhr

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