Demonstrationen in mehreren Städten Protest gegen hohe Energiepreise und Russlandsanktionen

20. September 2022, 15:28 Uhr

Angesichts der Energiekrise sind in Sachsen-Anhalt am Montagabend Tausende Menschen auf die Straße gegangen. Sie protestierten gegen die hohen Energiepreise und die Russlandpolitik der Bundesregierung. Einige Demonstrationen waren von der AfD oder von Bündnissen, die vom Verfassungschutz als extremistischer Verdachtsfall geführt werden, angemeldet.

In zahlreichen Städten Sachsen-Anhalts sind am Montagabend Menschen gegen die hohen Energiepreise und den Krieg in der Ukraine auf die Straße gegangen. Landesweit zählten die Behörden insgesamt knapp 12.000 Teilnehmende auf 42 Versammlungen, teilte das Innenministerium am Dienstag mit. Größere Störungen wurden nicht verzeichnet.

Magdeburg: Etwa 3.000 Protestierende

In der Landeshauptstadt Magdeburg beteiligten sich nach Angaben der Polizei knapp 3.000 Menschen an verschiedenen Protesten. 2.220 Teilnehmende versammelten sich bei einer AfD-Kundgebung auf dem Domplatz. Die AfD hat in Magdeburg laut Parteikreisen bis Ende des Jahres eine wöchentliche Kundgebung angemeldet. Die Partei wird in Sachsen-Anhalt als Verdachtsfall durch den Verfassungsschutz beobachtet.

Etwa 550 Menschen beteiligten sich auf dem Alten Markt an Protesten von Bündnissen, die schon gegen die Corona-Politik im Winter auf die Straße gegangen waren. Später zogen die Teilnehmenden gemeinsam durch die Innenstadt.

An einer linken Demonstration des Gewerkschaftsbündnisses FAU nahmen etwa 80 Menschen teil. Das Bündnis wird als linksextremistischer Verdachtsfall ebenfalls durch den Verfassungschutz in Sachsen-Anhalt beobachtet.

Aschersleben: 1.700 Teilnehmende

In Aschersleben gab es mit rund 1.700 Teilnehmenden nach Magdeburg eine der größten Versammlungen. In Wittenberg, Halberstadt, Köthen und Wolfen gingen nach Polizeiangaben jeweils zwischen 600 und 700 Menschen auf die Straße.

Demonstrationen in Halle

In Halles Innenstadt hatten sich nach vorläufigen Polizeizahlen etwa 1.100 Menschen zusammengefunden. Diese Demonstration war von dem Bündnis "Bewegung Halle" angemeldet worden, das vom Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt als rechtsextremistischer Verdachtsfall beobachtet wird.

Bei zwei kleineren Protesten kamen insgesamt 50 Menschen zusammen.

Weitere Demos wurden unter anderem aus Halberstadt, Köthen, Bad Dürrenberg, Salzwedel, Hettstedt, Merseburg, Naumburg und Querfurt gemeldet. An den Montagen der beiden Vorwochen wurden rund 10.600 bzw. 11.500 Teilnehmende gezählt. Zu Hochzeiten der Corona-Proteste Anfang 2022 waren in Sachsen-Anhalt zeitweise bis zu 19.000 Menschen gleichzeitig auf der Straße gewesen.

Mehr zum Thema: Energiekrise und Proteste

dpa, MDR (Thomas Vorreyer, Marc Weyrich, Martin Paul) | Erstmals veröffentlicht am 19. September, 21:02 Uhr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 19. September 2022 | 19:00 Uhr

99 Kommentare

Thommi Tulpe am 21.09.2022

Shantuma:
Sendung "Maischberger - Die Woche" (ARD) vom 20. September 2022: Die Moderatorin (Sandra Maischberger) fragt AfD-Alice Weidel: "Wie konkret würde die AfD mit einem Herrn Putin verhandeln wollen?" "Antwort Alice Weidel: "Das ist Sache der Bundesregierung."
Auch der AfD-Sympathisant/ die AfD-Sympathisantin sollte zumindest noch so "viel" Grips in Kopf haben, einzusehen, dass auch "unsere" Rechtsaußen Putins völkerrechtswidrigem Krieg völlig macht- und ratlos gegenüber stehen. Die AfD ist bekannt für einfache Antworten, die blöderweise aber selten in der Realität umsetzbar sind. Wenn aber eine Alice Weidel zu einer einfachen Frage nicht einmal eine einfache, in der Realität nicht umsetzbare, Antwort hat: Wer denken kann, dem sollte das zu denken geben!

Thommi Tulpe am 21.09.2022

Lol. Blöde Argumentation - mit Verlaub. Wir haben z. B. noch Kleingartenvereine. Auch diese könnten Demos anmelden. Philatelisten? Helene-Fischer-Fangruppen? Angelvereine? ... Wir alle leiden ja unter einer galoppierenden Inflation - Rechtsaußen-Nachläufer und genannte Angehörige erwähnter Interessengruppen einbezogen.

Thommi Tulpe am 21.09.2022

Erstens ist niemand gesetzlich dazu verpflichtet, seine Wahlversprechen einzulösen. Zweitens ist es legitim, seine Meinung aufgrund völlig veränderter Sachlagen anzupassen.

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