Protest Tausende Menschen bei AfD-Demo in Magdeburg

Wegen der steigenden Energiekosten hatten verschiedene Parteien und Bündnisse die Bevölkerung am Montagabend aufgerufen, auf der Straße zu protestieren. In Magdeburg hatte die AfD zu einer Protestaktion aufgerufen. Tausende Menschen beteiligten sich daran. Auch in mehreren anderen Städten hat es Demos gegeben.

Menschen stehen auf dem Domplatz in Magdeburg bei einer Demonstration.
Auf dem Domplatz in Magdeburg haben sich am Montag Tausende Menschen versammelt. Bildrechte: MDR/Katja Luniak

Auf dem Domplatz in Magdeburg haben am Montagabend Tausende Menschen gegen die Folgen der Energiekrise demonstriert. Aufgerufen zu der Aktion "Preisexplosion stoppen" hatte Sachsen-Anhalts AfD. Die Veranstalter sprachen vor Ort von rund 6.000 Menschen, die sich an dem Protest und einem sich anschließenden Demonstrationszug beteiligt haben sollen. Die Polizei sprach am Montagabend von mehr als 2.000 Teilnehmenden.

Sorge wegen steigender Energiepreise

Reporterangaben vor Ort zufolge nahmen nicht nur Anhänger der AfD teil, sondern Menschen aller Milieus und Altersgruppen, darunter auch Rentner. Sie verbinde die Sorge vor steigenden Energiepreisen, schilderten sie vor Ort. "Ich mache mir ehrlich Sorgen, wie die Bevölkerung noch leben soll. Es ist eine galoppierende Inflation", sagte eine Teilnehmerin MDR SACHSEN-ANHALT.

Menschen stehen auf dem Domplatz in Magdeburg bei einer Demonstration.
Auf dem Domplatz in Magdeburg protestierten die Teilnehmenden gegen die Folgen der Energiekrise. Bildrechte: MDR/Katja Luniak

Beifall gab es auch für die Forderung der AfD, die Russland-Sanktionen zu stoppen. Nach Polizeiangaben hat es keine Zwischenfälle gegeben.

Auch Bündnis "Bundesweite Montagsdemo" mit Protest in Magdeburg

Auch das Bündnis "Bundesweite Montagsdemo" hatte am Montag zum Protest aufgerufen. Es besteht eigenen Angaben zufolge aus verschiedenen Gruppen und Friedensbewegungen. Sie alle verbinde die Sorge vor dem kommenden Winter und die Angst vor einem dritten Weltkrieg. Zudem würden sie sich von der AfD distanzieren, betonten Vertreter des Bündnisses.

Demonstranten halten ein Banner bei einer Demo in den Händen.
Nach der Kundgebung auf dem Domplatz nahmen Teilnehmer an einem "Spaziergang" durch die Innenstadt von Magdeburg teil. Bildrechte: MDR/Katja Luniak

Demo auf Steuerzahlerkosten?

Im Vorfeld der Demonstration am Montagabend hatte es Vorwürfe gegen die AfD-Landtagsfraktion gegeben, sie finanziere mit Steuermitteln die Protestaktion unter dem Titel "Preisexplosion stoppen". Denn die Mittel für die Kundgebungen stellt die Fraktion selbst. Allerdings dürfen Fraktionsmittel, egal ob Gelder oder Sachleistungen, nicht für Parteiaufgaben verwendet werden, bekräftige ein Gutachter des Landtags zu Jahresbeginn. Die AfD hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

AfD-Fraktion lädt Sarah Wagenknecht ein

Für weiteres Aufsehen sorgte die AfD-Landtagsfraktion im Vorfeld der Demonstration, indem sie die Linkenpolitikerin Sahra Wagenknecht als Rednerin einlud. Weil sie auf einer Kundgebung in Leipzig am Montag ausgeladen wurde, lud die AfD-Landtagsfraktion Wagenknecht ein, ihre parlamentarischen Sichtweisen ersatzweise in Magdeburg vorzutragen. Die Linken-Politikerin lehnte die Einladung ab.

Demonstrationen auch in anderen Städten

Neben Magdeburg sind auch in anderen Städten Sachsen-Anhalts am Montag Menschen auf die Straße gegangen. In Halle etwa zählte die Polizei bei der Montagsdemo rund 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, in Weißenfels 300 und in Eisleben 170.

In Wittenberg schlossen sich Landwirte den Protestierenden an. Mit zehn Traktoren zogen sie durch die Innenstadt. Laut Polizei waren ungefähr 900 Menschen unterwegs. Weitere Proteste gab es in Bitterfeld, Dessau und Haldensleben.

MDR (Moritz Arand, Kalina Bunk, Grit Lichtblau, Michael Rosebrock, Dirk Jacobs) | Erstmals veröffentlicht am 05.09.2022

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 05. September 2022 | 19:00 Uhr

294 Kommentare

Wessi vor 2 Wochen

Eine "demokratisch gewählte Partei" @ O.B. ist eben nicht damit automatisch "demokratisch"."Sympathien für rechtsaussen" ist zwar nicht verboten, gehört aber haargenau zu dem was nicht in unser Land gehört.Auch wenn Sie jetzt eine gewisse "Keule" unterstellen...die AfD ist in Nachfolge jenes Terrorregimes.(180° Grad-Wenden...)

Fakt vor 2 Wochen

@ichbins:

Die afd ist keine ernst zu nehmende Oppositionspartei, sondern eine rechte Schwurbeltruppe, die politisches Chaos provozieren möchte.
Eine Oppositionspartei zeichnet sich durch berechtigte und konstruktive Kritik an der Regierung aus und nicht durch dumme Hassreden.

Mai74 vor 2 Wochen

Wir retten mit der Gasumlage den finnischen Staatskonzern Fortum. Philipp Rösler, der ehemalige Wirtschaftsminister der FDP ist da übrigens im Aufsichtrat. Fortum ist der Mutterkonzern von Uniper. Die betreiben in Rußland auch Kohlekraftwerksanlagen. Dann wundern sich hier einige ,dass Leute gegen die Politik unserer Regierung auf die Straße gehen. Nach marktwirtschaftlichen Bedingungen ist Uniper Pleite. Vor 30 Jahren hat man hier im Osten viele Firmen absaufen lassen die nicht in der Lage waren Kostendeckend zu arbeiten. Nochwas zum russischen Erdgas. Abhängigkeit hin oder her. Seit 50 Jahren bekommen wir von denen Erdgas. Wenn morgen in der Zeitung steht das Nordstream 1 geschlossen wird,bitte nicht in Panik verfallen. Es gehen auch andere Leitungen von Russland nach Westeuropa. Nordstream wurde gebaut ,das es nicht wie Anfang der 2000er Jahre zu Gasdrosselungen von Seiten der Ukrainer kommt

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