Ein Mann geht am Hauptbahnhof mit seinem Fahrrad zwischen der Werbung für das Deutschlandticket und einer Regionalbahn vorbei.
Mit dem Start des 49 Euro Tickets ist für Pendler der Arbeitsweg im Nahverkehr seit dem 1. Mai günstiger. (Symbolbild) Bildrechte: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow

Nahverkehr in Sachsen-Anhalt Deutschlandticket: Auf welchen Strecken Pendler am meisten sparen

02. Mai 2023, 16:17 Uhr

Berufspendler im Nahverkehr können ab 1. Mai mit dem Deutschlandticket sparen. Auf ausgewählten Strecken kostet die Fahrt im Schnitt rund 30 Euro weniger. Auf welchen Strecken in Sachsen-Anhalt Pendler mit dem Deutschlandticket am meisten sparen – und für wann es sich weniger lohnt.

Leonhard Eckwert
Bildrechte: Charlotte Anlauf

MDR SACHSEN-ANHALT hat auf Basis des Pendleratlases 2021 typische Pendlerstrecken in Sachsen-Anhalt untersucht. Auf vielen Strecken lassen sich mit dem Deutschlandticket im Vergleich zum Standard-Abo durchschnittlich 30 Euro im Monat sparen.

Fast die Hälfte der 18- bis 64-Jährigen in Sachsen-Anhalt sind Pendler. Im Jahr 2021 haben rund 559.000 Menschen ihre Gemeinde verlassen, um in einem anderen Ort zu arbeiten. Wer dafür den ÖPNV nutzt, musste teilweise mehr als 100 Euro im Monat zahlen.

Deutschlandticket beendet Tarif-Dschungel in Sachsen-Anhalt

Wer bisher täglich mit Bus und Bahn zur Arbeit gefahren ist, musste sich oft durch den Tarifdschungel verschiedener Zonen kämpfen. Bislang galt: Je mehr Tarifzonen Pendler durchfahren, desto mehr zahlen sie.

Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) deckt den Großraum Halle und Leipzig ab. Für Magdeburg und die umliegenden Landkreise ist der Magdeburger Regionalverkehrsverbund (marego) der Tarifpartner. In den Landkreisen Salzwedel und Stendal bieten dagegen verschiedene lokale Verkehrsunternehmen eigene Tarife an. Es profitieren vor allem diejenigen vom Deutschlandticket, die durch mehrere Tarifzonen müssen.

Pendler zwischen Halle und Leipzig sparen am meisten

Mehr als 10.000 Menschen pendeln laut Pendleratlas zwischen Leipzig und Halle. Billig war das bisher nicht. Mit der S-Bahn musste man bisher inklusive beider Städte mindestens fünf Tarifzonen durchqueren. Das kostete im Monat 181 Euro. Dafür konnte man sich im gesamten Stadtgebiet bewegen. Mit dem Deutschlandticket sparen Pendlerinnen und Pendlern Halle und Leipzig demnach pro Monat 132 Euro.

Ein besonderes Beispiel ist die Strecke zwischen Oranienbaum-Wörlitz und Dessau-Roßlau. Rund 1.700 Menschen pendeln zwischen den beiden Kommunen zur Arbeit. Von Oranienbaum aus brauchen Pendler bisher den PlusBus, um nach Dessau-Roßlau zu kommen. Wer dann noch innerhalb des Gemeindegebietes unterwegs ist, muss laut telefonischer Auskunft 157,30 Euro im Monatsabo zahlen. Viele dürften daher eher mit dem Auto zur Arbeit fahren.

Pendler nach Magdeburg und Halle profitieren

Magdeburg und Halle sind zwei der wichtigsten Pendelziele in Sachsen-Anhalt. Mehr als 10.000 Menschen fahren jeweils werktags in die beiden Großstädte. In den Tarifen der marego oder des MDV kostet ein Standard-Abo zwischen 70 und 90 Euro.

Für Bahnstrecken außerhalb der großen Verbünde gibt es ebenfalls Monatskarten. Die Strecke zwischen den Bahnhöfen von Tangerhütte und Stendal kostet bei der Deutschen Bahn monatlich 68,80 Euro. Im Vergleich zur Monatskarte sparen Pendler mit dem Deutschlandticket auf vielen gängigen Verbindungen in Sachsen-Anhalt um die 30 Euro pro Monat.

Deutschlandticket ist für den Nahverkehr in kleinen Gemeinden zu teuer

Den meisten Pendlern dürfte die Entscheidung für das 49-Euro-Ticket leicht fallen. Wer dagegen nur innerhalb einer Gemeinde unterwegs ist, kommt vielleicht ohne Deutschlandticket besser weg. In Halle ist ein MDV-Monatsabo mit 60,80 Euro noch deutlich teurer als 49 Euro. Innerhalb Magdeburgs verlangt die marego monatlich allerdings nur 47,99 Euro. Das Deutschlandticket dürfte sich aber auch hier lohnen – für einen Euro mehr gibt es schließlich den Nahverkehr in ganz Deutschland dazu.

In Gemeinden wie Dessau-Roßlau oder in kleineren Städten kostet das Ticket innerhalb der eigenen Zone dagegen deutlich weniger. Wer so gut wie nie den Nahverkehr außerhalb der eigenen Gemeinde nutzt, sollte besser auf das lokale Angebot zurückgreifen.

Einige Verkehrsunternehmen bieten darüber hinaus Angebote wie die Mitnahme einer weiteren Person oder von Fahrrädern in der Straßenbahn an, die standardmäßig nicht im Deutschlandticket enthalten sind. Und wer den ÖPNV wegen der schlechten Anbindung bisher nicht zum Pendeln genutzt hat, wird wohl auch durch den günstigeren Preis nicht auf das Auto verzichten.

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MDR (Leonhard Eckwert, Julia Bartsch) | Erstmals veröffentlicht am 01.05.2023

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 02. Mai 2023 | 05:00 Uhr

27 Kommentare

Ilse am 03.05.2023

Peter

Natürlich rechnet sich das in gewissen örtlichen u. persönlichen Nischen, aber nicht für die breite Masse, da ist es zu teuer, was ja auch gewollt ist. Wer wäre sonst bereit, andere unsubventionierte Tickets zu kaufen?

DanielSBK am 03.05.2023

"..dass ich bei den Auto-Pendlern von 20 Arbeitstagen pro Monat ausgegangen bin."

Es gibt Menschen, wie ich, die haben es nicht so schön bequem und weich wie Sie Herr Peter - im Vierschichtsystem in Vollkonti haben sie mehr wie 20 Schichten/Tage abzuarbeiten.

DanielSBK am 03.05.2023

Homeoffice als Maurer oder Straßenbauarbeiter ??? @Anni

6 Liter ist Schwachsinn Hoch10 von unserem Peterle ... denn die Menschen fahren hier im Land alte Autos - also eher 10 Liter ansetzen.

"Lassen wir uns überraschen, wieviele Pendler das attraktiv finden und vom Auto auf die S-Bahn umsteigen."

Wird niemand machen, Herr Märchenonkel Peter.

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