Nach Anschlag am 9. Oktober Neue Tür für Synagoge in Halle eingebaut

Sie hielt dem Attentäter von Halle stand und verhinderte ein Blutbad: die Holztür zum Hof der Synagoge in Halle. Am Dienstag ist eine neue Tür eingebaut worden. Die alte soll künftig ausgestellt werden und so an den Anschlag erinnern.

Am Eingang zum Hof der Synagoge in Halle ist am Dienstagmorgen eine neue Holztür eingebaut worden. Neben Mitgliedern der jüdischen Gemeinde war auch Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand vor Ort. Ursprünglich sollte die neue Tür schon früher eingebaut werden. Wegen der Corona-Pandemie und Materialproblemen hatte sich der Einbau jedoch verzögert.

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Max Privorozki freut sich über die neue Tür, die von außen exakt so aussieht wie die bisherige. Zugleich betont er die Bedeutung der alten Tür: "Mit der alten Tür verbindet uns vieles. Vor allem, dass sie uns gerettet hat. Aber auch die Reaktion der Gesellschaft in den Tagen nach dem Anschlag. Da haben wir sehr große Solidarität erfahren. Das hatte ich nicht erwartet."

Eichenholz schützt die Synagoge

Gebaut wurde die neue Tür von Thomas Thiele aus Dessau. Das Material: 65 Millimeter starke Eiche, kammergetrocknet, Leistenqualität – dem Tischlermeister zufolge sehr hohe Qualität. So soll die neue Tür noch stabiler sein als die bisherige. Die alte Tür war beim Anschlag in Halle am 9. Oktober 2019 beschädigt worden. Der Attentäter versuchte, die Tür aufzuschießen, um in die Synagoge zu gelangen. Nachdem er an der Tür scheiterte, erschoss er zwei Unbeteiligte. Derzeit muss sich der Attentäter in Magdeburg vor Gericht für seine Taten verantworten.

Die neue Tür trägt auch dazu bei, dass sich das Sicherheitsgefühl der jüdischen Gemeinde erhöht hat, erzählt Privorozki: "Aber das hat nicht nur mit der Tür zu tun. Sondern auch damit, dass die Polizei jetzt immer vor der Synagoge präsent ist. Das war früher anders."

Erinnerungen an das "Wunder von Halle"

Um an den Anschlag, aber auch an das Wunder, dass die Tür gehalten hat, zu erinnern, soll sie ausgestellt werden. Verantwortlich für die Gestaltung ist die Lidia Edel, sie bekommt jedoch Unterstützung. Die Künstlerin hat auch schon genaue Pläne, wie die Tür künftig aussehen soll. Darüber reden möchte sie noch nicht.

Die 19-Jährige hat vor wenigen Wochen in Halle ihr Abitur abgelegt. Nun will sie in Halle oder Leipzig studieren. Sie hat sich für Lehramt und Erziehungswissenschaften beworben. Der Synagoge in Halle will sie dennoch weiter treu bleiben. Schon seit Langem engagiert sie sich in der jüdischen Gemeinde und betreut dort Kunstprojekte mit Kindern.

Nun, da die alte Tür ausgebaut ist, will Edel bald mit der Gestaltung beginnen. Auch einen groben Termin, wann sie auf dem Synagogengelände ausgestellt werden soll, gibt es bereits. "Rund um den Jahrestag des Anschlags am 9. Oktober", sagt sie. Ob genau an jenem Tag oder vielleicht am Wochenende danach, wisse sie noch nicht, sagt die 19-Jährige. Das müsse die Gemeinde entscheiden.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 28. Juli 2020 | 19:00 Uhr

23 Kommentare

Knallerbse am 29.07.2020

Wäre vielleicht besser manche Leute würden mal das Grundgesetz aufschlagen, z.B. Artikel 3, Absatz 3. Wegen Benachteiligung ...... Rasse usw....Wobei man diesen Passus "Rasse" abschaffen wollte. Wenn es keine Menschenrassen gibt, kann man auch niemand wegen Rassismus anklagen. Wird aber im öffentlich rechtlichem Funk immer wieder angewendet, Rassismus, rassistisch usw.
Andersherum. Man sollte öfter mal in die Bibel schauen. Antisemitisch? Wer war Sem? Genesis 5.32 nachzulesen. Alle einer Abstammung, alle gleich. Wird heutzutage durch alle GEN-Experten wissentschaftlich belegt. Es gibt keine zweite Rasse Mensch.

Freiheit stirbt mit Sicherheit am 29.07.2020

Saxe, der Spaß mit dem Telerrand gefällt mir.
Nur ging es hier darum, die toten Deutschen, bzw. Nichtjuden nicht außer Acht zu lassen. Das verstehst du doch, oder?

Jana am 29.07.2020

Die Statistik wird auf jeden Fall nicht mit Hilfe ihres dicken Bauchgefühls erstellt, sondern durch das akribische Zusammentragen von Daten und Fakten, die tausende Polizeibeamte jeden Tag bei der Bearbeitung von Straftaten nach einem vorgegebenen Schema in ihre Computer eingeben.
Wenn dann herauskommt, dass über 90% der Täter bei antisemitischen Straftaten Rechtsradikale sind, bzw. von einer rechten Motivation geleitet wurden, dann ist das erst mal ein Fakt der ihnen nicht passen mag, weil er nicht in ihr ideologisches Wunschbild passt, aber auch sie haben kein Recht auf eine alternative Realität oder alternative Fakten.

Wenn sie gerne an Lügen glauben wollen, dann tun sie es. Wenn sie aber öffentlich diese Lügen erzählen, dann kriegen sie Gegenwind und werden ruck zuck argumentativ und mit Fakten widerlegt.

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