Projekt zur Wasserstoff-Herstellung Energiepark Bad Lauchstädt bekommt 34 Millionen Euro vom Bund

Sachen-Anhalt will Vorreiter bei der Erforschung und Nutzung grünen Wasserstoffs werden. Ein Modellprojekt entsteht in Bad Lauchstädt: Im geplanten Energiepark soll das Gas künftig CO2-neutral hergestellt und unterirdisch gespeichert werden können. Am Donnerstag gab es dafür mehr als 30 Millionen Euro Fördermittel vom Bund.

Energiepark Bad Lauchstädt
Im Energiepark Bad Lauchstädt soll ein Wasserstoff-Speicher für Windstrom entstehen. Bildrechte: VNG AG

Sachen-Anhalt setzt auf grünen Wasserstoff. In Bad Lauchstädt im Saalekreis soll dafür in den nächsten Jahren ein Energiepark aufgebaut werden. Dazu hat es am Donnerstag den Startschuss mit einem Fördermittelbescheid über 34 Millionen Euro gegeben.

Wasserstoff kann vor Ort gespeichert oder weitergeleitet werden

Mit Hilfe eines Windparks soll in Bad Lauchstädt grüner Wasserstoff hergestellt werden. Das Gas wird als "grün" bezeichnet, wenn es CO2-neutral hergestellt wird. Wasserstoff wird erzeugt, indem Wasser in seine Bestandteile (Wasserstoff und Sauerstoff) gespalten wird. Dies geschieht mittels Elektrolyse.

Das Gas kann anschließend in Bad Lauchstädt in riesigen unterirdischen Zisternen gespeichert werden, oder durch Pipelines nach Leuna transportiert und dort genutzt werden.

Für das Projekt haben sich mehrere Unternehmen zusammengeschlossen. Sie investieren insgesamt 140 Millionen Euro, ergänzt nun durch die Bundesmittel.        

Eine Grafik mit Windrädern und Solarpanels. 1 min
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Wasserstoff wird auch in Sachsen-Anhalt ein immer wichtigerer Energielieferant. Wie er aus erneuerbaren Energien mit Hilfe der Elektrolyse gewonnen wird, zeigt MDRklärt.

Do 13.02.2020 15:21Uhr 00:45 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/mdrklaert-wasserstoff-gewinnung100.html

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Weil das Verfahren zur Herstellung von grünem Wasserstoff laut Fraunhofer-Institut viel Strom benötigt, ist die Erzeugung im industriellen Maßstab noch nicht wirtschaftlich. Im mitteldeutschen Chemiedreieck wird deswegen getestet, wie Wasserstoff kostengünstig und in großen Mengen produziert, transportiert und gespeichert werden kann.

Was ist Wasserstoff

Wasserstoff gilt – stellt man ihn aus erneuerbaren Quellen her – als wichtigster Energieträger in der Energiewende. Das Gas könnte in Windparks Energie speichern, wenn beispielsweise nachts nicht so viel Strom benötigt wird, und dann etwa genutzt werden, um Lastwagen oder Linienbusse anzutreiben.

#MDRklärt Stoff der Zukunft!? 6 Fakten über Wasserstoff

Stoff der zukunft?! 6 Fakten über Wasserstoff
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Stoff der zukunft?! 6 Fakten über Wasserstoff
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Wasserstoff ist der Stoff, aus dem das Universum besteht. Es ist das einfachste und leichteste Element. Es macht drei Viertel der gesamten bekannten Materie aus. So besteht auch unser Sonnensystem zum größten Teil aus dem Wasserstoff der Sonne, den sie nach und nach verbraucht.
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In verschiedenen Regionen in Sachsen-Anhalt wird an Wasserstofftechnologie geforscht und gearbeitet.  Bad Lauchstädt - weltweit erste Wasserstoffspeicher unter Tage Chemiepark Bitterfeld-Wolfen - Wasserstoff-Dorf  Chemiepark Leuna – Forschung zu grünem Wasserstoff in großen Mengen Blankenburg – Herstellung grüner Wasserstoff ab 2023 mit dem Grubenwasser des ehemaligen Bergwerk
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Für die Aufspaltung von Wasser in die beiden Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff wird Energie gebraucht. Es gibt also mehrere Arten von Wasserstoff: Unter "grauem Wasserstoff" versteht man Wasserstoff, der nicht C02-neutral hergestellt wird. Kommt der Strom für diesen Prozess aus erneuerbaren Energien, wie aus Wind- oder Solarenergie-Anlagen, spricht man von "grünem Wasserstoff".
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Wasserstoff ist theoretisch unbegrenzt vorhanden. Er lässt sich in synthetisches Erdgas umwandeln, mit dem sich zum Beispiel Autos antreiben oder Häuser beheizen ließen. Denkbar ist Wasserstoff auch als Grundstoff in der Industrie und als Stromspeicher für grüne Energie aus Sonne oder Wind.
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Grüner Wasserstoff ist teuer. Aus den wenigen Zapfsäulen kommt grauer Wasserstoff. Wegen der klimaschädlicheren Herstellung, ist eine Tankladung aktuell genauso teuer wie eine Tankfüllung Benzin. Beim grünen Wasserstoff dagegen sind zurzeit die Kosten für die Produktion noch hoch.
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Wasserstoff soll auch als Treibstoff für Automobile dienen. Die Frage: "Wasserstoff oder Strom?" beziehungsweise "Brennstoffzelle oder Batterie?" ist dabei fast zu einer Glaubensfrage geworden.  Wasserstoff oder Strom als Antrieb fürs das Auto? In beiden Fällen treibt ein Elektromotor das Auto an. Der Unterschied: Im einen Fall kommt der Strom dafür direkt aus der Batterie. Im anderen wird er von einer Brennstoffzelle im Fahrzeug erzeugt. Die größere Reichweite haben aber weiterhin Wasserstoff-Autos. Sie schaffen 500 bis 600 Kilometer mit einer Tankfüllung, ein Elektrofahrzeug muss man nach 200, spätestens 300 Kilometern laden. Vor ein paar Jahrzehnten sollten die Wasserstofffahrzeuge Diesel und Benziner ersetzen. Sie hatten die Nase vorne unter den alternativen Antrieben für die Straße. Inzwischen haben die Batterien aufgeholt. Und das kostet mit etwa 20 Minuten auch noch vier Mal so viel Zeit wie man für eine Tankfüllung Wasserstoff braucht. Allerdings haben auch die Batterien Fortschritte gemacht.
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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 26. Juli 2021 | 19:00 Uhr

Sachsen-Anhalts Wasserstoffstrategie

Sachsen-Anhalt will zum bundesweiten Vorreiter bei der Erforschung und Nutzung grünen Wasserstoffs werden. Dafür hat die Landeregierung im Mai dieses Jahres, kurz vor der Landtagswahl, eine Wasserstoffstrategie verabschiedet.

Die Strategie enthält 16 Maßnahmen, die Hälfte soll in den kommenden zwei Jahren umgesetzt werden. Sie sieht unter anderem eine Ausweitung der Flächen für die Windenergie vor, einen Bürgerdialog und eine Koordinierungsstelle in der Landesenergieagentur.

Neue Arbeitsplätze für Kohleregionen

An der Wasserstoffstrategie hatten das Energieministerium, das Wirtschaftsministerium und das Verkehrsministerium mehr als ein Jahr lang gearbeitet. Mit der Erforschung und Nutzung der Technologie will das Land vor allem in den Kohleregion neue Arbeitsplätze schaffen.

MDR/Theo M. Lies, Cornelia Winkler, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 09. September 2021 | 10:00 Uhr

1 Kommentar

Oskar vor 41 Wochen

Leider wird nie erwähnt, dass Wasserstoff hoch explosiv ist. Außerdem gab es in der Region schon Gebirgsschläge!!! Sitzen wir dann auf einem Pulverfass? Eine Information der betroffenen Bevölkerung durch die Verantwortlichen erfolgte bisher nicht.

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Erdgas für SKW, E-Busse, Landwirtschaft: Die drei wichtigsten Themen vom 27. Juni aus Sachsen-Anhalt erfahren Sie hier kurz und knapp in nur 60 Sekunden. Präsentiert von MDR-Redakteurin Viktoria Schackow.

MDR S-ANHALT Mo 27.06.2022 18:00Uhr 01:22 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/video-nachrichten-aktuell-siebenundzwanzigster-juni-100.html

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