Finanzen Vorerst keine Energie-Hilfen für Sportvereine im Land

Nach zwei Jahren Corona-Pandemie mit mehrmonatigen Schließungen der Sportstätten ist die Finanzlage vieler Sportvereine angespannt. Die Energiekrise stellt sie nun vor die nächste Herausforderung. Auf finanzielle Hilfen vom Land dürfen die Vereine aber zunächst nicht hoffen.

Für die Sportvereine in Sachsen-Anhalt sind aktuell keine Hilfen wegen der steigenden Energiekosten geplant. Das teilte das Ministerium für Inneres und Sport auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT mit. Da die Sportvereine im gesamten Bundesgebiet betroffen seien, werde darüber auf der nächsten Sportministerkonferenz am kommenden Dienstag beraten. Der Deutsche Olympische Sportbund habe umfangreiche Empfehlungen ausgegeben. Eigene Empfehlungen wolle das Ministerium aber mit Verweis auf die Autonomie des organisierten Sports nicht geben.

Inzwischen sei eine Arbeitsgruppe der beteiligten Landesministerien mit Vertretern der Kommunen eingerichtet worden. Diese soll demnach die Situation vor Ort sondieren und klären, was getan werden muss.

Sportbund fordert finanzielle Unterstützung

Nach langen Schließzeiten während der Corona-Pandemie sind die Sportvereine im Land von der Energie-Krise erneut finanziell getroffen. Der Landessportbund (LSB) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatten deswegen finanzielle Hilfen für Vereine gefordert. Ein Ausgleich über Beitragserhöhungen sei keine Option, da Vereinsmitgliederinnen und -mitglieder auch privat von den Preissteigerungen betroffen seien. Bund und Länder dürften die Kommunen mit den Energiepreissteigerungen nicht allein lassen, hieß es weiter.  

Auch der Städte- und Gemeindebund hatte zuletzt Hilfe von Bund und Land für die Kommunen gefordert, um die deutlich gestiegenen Kosten zum Beispiel für Schwimmbäder auszugleichen. Diese sind aufgrund ihres hohen Energiebedarfs besonders von der aktuellen Krise betroffen. Mehr als 90 Prozent der Bäder werden laut LSB aktuell mit Gas beheizt. Betrieben werden sie meist durch die Kommunen oder private Betreiber.

Erneute Schließung hätte drastische Folgen

Der organisierte Sport hatte vor knapp einem Monat in einem Positionspapier davor gewarnt, in der Energiekrise die Fehler aus der Pandemie zu wiederholen. Eine erneute Schließung von Schwimmbädern und Sporthallen hätte fatale Folgen besonders für den Breiten- und Gesundheitssport in Sachsen-Anhalt, verurteilte LSB-Vorstandsvorsitzender Tobias Knoch eine Empfehlung des Deutschen Städtetages, kurzfristig Hallenbäder zu schließen. Das würde drastische Folgen für die Sicherheit und Lebensqualität von Bürgerinnen und Bürgern, insbesondere für Kinder und Jugendliche, in Kauf nehmen.

Freizeitsport in Sachsen-Anhalt Laut Statistik des Landessportbundes Sachsen-Anhalt e. V. (LSB) sind insgesamt 345.821 Sportlerinnen und Sportler in mehr als 3.000 Sportvereinen unter dem Dach des LSB organisiert.

MDR (Stephan Schulz, Cornelia Winkler)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10. August 2022 | 10:00 Uhr

4 Kommentare

O.B. vor 7 Wochen

Im Leistungssport haben wir ja gerade gesehen wie der Stand der Dinge ist. Berichte über halbprofis und selbstzubezahlender Verpflegung sind schon ein starkes Stück. Diese Sportler sollen Deutschland präsentieren und man macht ihnen das Leben schwer. Das ist als würde Scholz mit einem Einser Golf vorfahren aber das wird nicht geschehen. Tausende sollen kein Seepferdchen gemacht haben was meines Wissens gesetzlich festgelegt ist. Man spart für eine saubere Zukunft aber vergisst dabei die Bevölkerung dieser Zukunft. Genauso meint man das die heute lebenden Generationen gefälligst mal zurück stecken sollten für besagte Zukunft. Es muss vieles angegangen werden aber nicht mit dem holzhammer denn die Menschen heute haben auch ein recht auf ein Leben ohne Existenzängste. Das ist noch nicht angekommen und somit füllt sich besagtes fass weiter und weiter. Aussitzen ist kein guter Plan

oldie68 vor 7 Wochen

Jetzt werden die angestrebten Einsparungen im Breitensport durchgezogen! Erst konnte in den Vereinen nicht trainiert werden trotz Corona ,und jetzt folgt die nächste Schließung. Wegen der EU Verordnung zur Einsparung von 15 % Energie . Der Wahnsin geht weiter ! Und selbst bei den nächsten Generationen wird nicht haltgemacht von dem Sparzwang ! Ein Fass kann auch überlaufen .......






hansfriederleistner vor 7 Wochen

Was erwarten sie von Politikern, die den Kontakt zum Volk völlig verloren haben. Gestern wurde noch geklagt, daß nach der langen Zeit ohne Vereinssport Übungsleiter fehlen. Heute folgt, daß viele Feuerwehrführer ohne ordentliche Ausbildung sind. Morgen folgt vielleicht, daß Handwerker kein Werkzeug mehr haben. Was wurde nur aus unserem Land gemacht.

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