Eine große Öllache und Trümmerteile liegen nach einem Unfall auf der Fahrbahn einer Autobahn
Das Unfallgeschehen in Sachsen-Anhalt hat im vergangenen Jahr leicht zugenommen. Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Tom Musche

Statistik der Polizei Mehr Unfälle auf Sachsen-Anhalts Straßen – aber weniger Tote und Schwerverletzte

16. April 2024, 15:21 Uhr

Auf Sachsen-Anhalts Straßen haben sich im vergangenen Jahr mehr Unfälle ereignet. Die Zahl der Toten und Schwerverletzten ist dabei allerdings zurückgegangen. Hauptursache für schwere Unfälle ist dem Innenministerium zufolge zu hohe Geschwindigkeit.

Die Zahl der Verkehrsunfälle in Sachsen-Anhalt ist im vergangenen Jahr gestiegen. Gleichzeitig sind deutlich weniger Schwerverletzte und Tote verzeichnet worden. Das geht aus der am Dienstag vom Innenministerium vorgestellten Bilanz der Polizei hervor. Demnach wurden 69.325 Unfälle erfasst. Das sind drei Prozent mehr als im Vorjahr 2022.

130 Todesopfer – Rückgang von 14 Prozent

Die Zahl der Schwerverletzten sank um sieben Prozent auf 1.757 und somit den niedrigsten Wert seit Einführung der Statistik. Bei den Todesopfern wurde ein Rückgang um 14 Prozent auf 130 Menschen verzeichnet. Sie kamen bei 120 Unfällen ums Leben. Die Zahl der Verletzten insgesamt stieg leicht um ein Prozent.

Tamara Zieschang (CDU), Innenministerin des Landes Sachsen-Anhalt,
Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) Bildrechte: picture alliance/dpa | Klaus-Dietmar Gabbert

Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) zeigte sich über den Rückgang bei den Schwerverletzten und Verkehrstoten erfreut, sieht aber Verbesserungsbedarf. "Auf Sachsen-Anhalts Straßen ereignete sich im vergangenen Jahr rechnerisch alle acht Minuten ein Verkehrsunfall." Mit einer leichten Zunahme des Unfallgeschehens im Vergleich zum Vorjahr folge man dem Bundestrend. Zieschang betonte, dass die "Vision Zero" – also eine Zukunft möglichst ganz ohne Verkehrstote – auch weiterhin das Ziel bleibe.

Höchststand bei getöteten Fußgängern

Hauptursache für Verkehrsunfälle bleiben der Statistik zufolge Wildunfälle, gefolgt von Unfällen durch Fehler beim Wenden, Rangieren und Rückwärtsfahren sowie durch zu geringen Abstand. Die Zahl der Auffahrunfälle an Stauenden ging um 44 Prozent zurück – auf 137. Die häufigste Ursache bei schweren Unfällen ist den Angaben zufolge nach wie vor eine unangemessene Geschwindigkeit.

Leicht zugenommen hat die Zahl der Lkw-Unfälle. Ein Höchststand wurde nach Angaben des Ministeriums unterdessen bei den getöteten Fußgängern verzeichnet. Deren Zahl stieg 2023 auf 20. Das sind vier mehr als im Vorjahr.

Senioren und junge Erwachsene häufig betroffen

Besonders häufig waren der Statistik zufolge Senioren in Unfälle verwickelt. So waren Personen über 65 Jahre an insgesamt rund 16.000 Verkehrsunfällen beteiligt – ein Anstieg um vier Prozent. In knapp drei Viertel der Fälle waren die Senioren auch selbst Verursacher des Unfalls, teilte das Innenministerium mit. Zum Thema bietet die Landespolizei die Präventionskampagne "Wir wollen, dass Sie sicher mobil bleiben!" an.

Erstmals seit 2016 stieg auch die Zahl der Unfälle von jungen Erwachsenen über die Marke von 10.000. Die 18- bis 24-Jährigen waren damit – bezogen auf ihren Bevölkerungsanteil – überdurchschnittlich häufig in Verkehrsunfälle verwickelt. Knapp 70 Prozent der insgesamt gut 10.300 Unfälle verursachten die jungen Erwachsenen dabei selbst.

MDR (Christoph Dziedo, Felix Fahnert, Jochen Müller)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 16. April 2024 | 16:00 Uhr

1 Kommentar

randdresdner vor 5 Wochen

Ich würde mich sehr freuen, wenn Herr Wissing endlich seine Blockade bezüglich der Höchstgeschwindigkeiten aufgeben würde.
Jeder Mensch, der durch einen Autounfall verletzt oder oder getötet wir, ist einer zu viel

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