Frage der Woche zur Landtagswahl "K-Frage": Spitzenpersonal in Berlin hat für viele keinen Einfluss auf Entscheidung zur Landtagswahl

Was bedeutet der Machtkampf zwischen Armin Laschet und Markus Söder für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt? Und welche Rolle spielt das politische Spitzenpersonal in Berlin für Ihre Entscheidung bei der Wahl am 6. Juni? Eine neue MDR-Befragung zeigt: Was personell in Berlin passiert, hat für viele Sachsen-Anhalter eher eine geringe Bedeutung.

Die Frage, wer Kanzlerkandidatin oder Kanzlerkandidat im Bund wird, hat bei vielen Menschen in Sachsen-Anhalt keinen Einfluss auf die Entscheidung bei der Landtagswahl am 6. Juni. Das ist das Ergebnis einer nicht-repräsentativen MDR-Befragung, bei der seit Mittwoch 6.037 Menschen mitgemacht haben. Dabei sagten 64 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, für sie sei bei der Landtagswahl nicht entscheidend, wer am Ende im Bund kandidiert.

34 Prozent erklärten dagegen, für sie spiele das durchaus eine Rolle. Zwei Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten keine Angabe zu der Frage. Die Erhebung stammt vom Meinungsbarometer MDRfragt. Die Ergebnisse sind nicht-repräsentativ, aber gewichtet.

Das Ergebnis fällt in eine Zeit, in der die potenziellen Kanzlerkandidaten der Union – CDU-Chef Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder – offen um Platz 1 ringen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hatte sich zuletzt tendenziell für Söder ausgesprochen – ohne das klar zu benennen. Dem SPIEGEL sagte Haseloff, es gehe jetzt leider "nur um die harte Machtfrage", mit wem man die besten Chancen habe. Deshalb müsse bei der Entscheidung mehr Gewicht auf die Popularitätswerte der Kontrahenten gelegt werden, erklärte Haseloff.

Nahezu jede Umfrage hatte zuletzt gezeigt, dass Markus Söder in der Gunst vieler Deutscher als Kanzlerkandidat besser abschneidet als Armin Laschet. Das deckt sich auch mit dem neuesten ARD-Deutschlandtrend.

MDRfragt-Community hält Personalien vor Ort für wichtiger

Insgesamt haben Hunderte Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit genutzt, sich per Zuschrift mit ihrer Meinung zu Wort zu melden.

Ich habe schon oft bei der Landtagswahl ganz anders gewählt, als ich mich in der Bundespolitik entschieden habe.

Teilnehmer *1958 Halle

Die haben ja nix mit unserem Land zu tun. Sie sind nicht einziges mal im Land da gewesen, um sich einen Überblick über Sachsen-Anhalt zu verschaffen. Nur ihre Machtspiele unter sich sind schlimm. Die Interessen der Länder interessieren sie gar nicht.

Teilnehmer *1986 Burgenlandkreis

Ich schaue mir bei der Wahl zuerst die Inhalte an. Natürlich spielen als zweites auch die Personen eine Rolle, die die Inhalte vertreten und umsetzen wollen.

Teilnehmerin *1987 Halle

Es sollte nicht so sein. Es spielt aber immer im Hinterkopf mit. Wahlen generell sind zumeist auch Personenwahlen. Hat man einen Kopf an der Spitze, der etwas ausstrahlt, der einen mitnehmen kann, fällt die Wahl oft leichter. Aktuell sehe ich keinen, außer Herrn Söder, aber da ist die Partei nicht so mein Fall... Alle anderen – von Laschet angefangen über Scholz – sind keine Köpfe, die einen mitreißen können. Die Grünen könnten es, aber haben sich langsam zu einer Partei entwickelt, die als Wählerschaft Menschen hat, die nicht auf den Geldbeutel schauen müssen, denen es egal ist, ob der Benzinpreis 2€ oder 5€ kostet. [...]

Teilnehmer *1969 Landkreis Börde

Hier geht es um Sachsen-Anhalt, da spielt die grauenvolle Bundespolitik nur eine untergeordnete Rolle. Interessant in diesem Zusammenhang die Reaktionen unserer Landespolitiker und diese machen alles andere als Mut. Also wird es eine Protestwahl werden... Mit ungewissem Ausgang.

Teilnehmer *1962 Landkreis Harz

Diese Teilnehmerin aus dem Salzlandkreis sieht das offenbar anders:

Es gibt in Deutschland den Föderalismus und da ist es wichtig, dass im Land richtige und vernünftige Entscheidungen getroffen werden. Außerdem sind die Politiker der Landesregierung näher am Bürger.

Teilnehmerin *1962 Salzlandkreis

Eine einzelne Person macht keine Partei aus. Das Konzept einer Partei muss stimmig sein und dem Wohl aller dienen und nicht dazu führen, den Kandidatinnen oder Kandidaten das sogenannte "private Säckel" zu füllen. Leider wird vor jeder Wahl das Blaue vom Himmel versprochen, was dann nach der Wahl leider wieder alles vergessen wird, und dann umständlich versucht wird, um den heißen Brei herum, alles stimmig zu lügen.

Teilnehmerin *1959 Burgenlandkreis

Wieder andere sind wahlweise entsetzt über das Vorgehen der Union in der "K-Frage" – oder haben offenbar generell mit Politik abgeschlossen.

Das ist wie im Kindergarten.

Teilnehmer *1951 Landkreis Wittenberg

Ich habe für mich beschlossen, an keiner Wahl mehr teilzunehmen. Ich bin so unzufrieden mit unserem Ministerpräsidenten und auf Bundesebene mit den dort jeweiligen Regierenden. Gerade in der Pandemie hätte das von Anfang an in die Hände von Kanzlerin Merkel gehört, aber leider hat sie sich ja auch von diversen Ministerpräsidenten und Präsidentinnen auf dem Kopf herumtanzen lassen. Entstanden ist ein einziges Chaos und die Zahlen steigen. Furchtbar und unzumutbar. Der für mich noch am besten Überzeugende ist Markus Söder. Der Mann hat von Anfang an überzeugt und gemacht. Ich bedauere sehr, dass ich nicht in Bayern wohne.

Teilnehmerin *1969 Landkreis Börde

Sollte ich meine Wahlentscheidung letztlich oder nur wegen des Spitzenkandidaten treffen, wäre ich Nichtwähler, weil alle zurzeit absehbaren Kandidaten ungeeignet sind.

Teilnehmer *1975 Landkreis Stendal

Seit dieser Woche werten MDR SACHSEN-ANHALT und MDRfragt die Ergebnisse der Frage der Woche immer freitags in einem Livestream auf Facebook, YouTube und MDR.de aus. Ziel ist, auch auf diesen Plattformen mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

MDRfragt geht auf Tour – und will mit Ihnen sprechen!

Die Kolleginnen und Kollegen von MDRfragt gehen in den kommenden Wochen und Monaten vor der Landtagswahl auf Tour durch Sachsen-Anhalt. MDRfragt-Reporterin Claudia Reiser wird am 12. Mai in Wernigerode, am 26. Mai in Naumburg und am 2. Juni in Stendal sein – und möchte mit Ihnen ins Gespräch kommen. Infos dazu hier.

"Frage der Woche zur Landtagswahl" geht weiter

Die Befragung ist Teil unseres Formats, der "Frage der Woche zur Landtagswahl", die wir Ihnen wöchentlich stellen. Wenn Sie an den nächsten Befragungen teilnehmen möchten, müssen Sie nur Teil der MDRfragt-Community werden. Die Anmeldung geht einfach und schnell unter www.mdrfragt.de. Dort finden Sie auch weitere Infos. Die jeweilige "Frage der Woche zur Landtagswahl" bekommen Sie danach immer automatisch per Mail zugeschickt. Und über das Ergebnis berichten wir zuerst jeden Freitagabend in #LTWLSA – unserem Update zur Landtagswahl.

Die Spitzenkandidaten der sechs großen Parteien zur Landtagswahl, von links nach rechts: Eva von Angern (Die Linke), Cornelia Lüddemann (Grüne), Katja Pähle (SPD), Reiner Haseloff (CDU), Lydia Hüskens (FDP), Oliver Kirchner (AfD)
Die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten der sechs großen Parteien zur Landtagswahl Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR/Luca Deutschländer, Kristin Hansen

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 17. April 2021 | 07:30 Uhr

6 Kommentare

Eulenspiegel vor 23 Wochen

Hallo Frank 1
Ja was wären den die richtigen Probleme und wie müssten die ihrer Meinung nach angepackt werden?
Haben sie auch dabei bedacht das es genau darüber in Deutschland 80 Millionen verschiedene Ansichten geben könnte?

nasowasaberauch vor 23 Wochen

Landtagswahl betrifft, wie der Name schon sagt, das Land. Und da das Hemd näher als der Rock ist, unterscheidet sich auch das Wahlverhalten gegenüber der Bundestagswahl. Personen spielen schon eine Rolle oder glaubt jemand ernsthaft, dass in BaWü ohne Kretschmann das Ergebnis für grün so ausgefallen wäre. Söder hat für mich wohl die besseren Chancen, weil ich mit der rheinischen Frohnatur und einer ausgedienten Frau Merkel noch weniger anfangen kann.

Frank 1 vor 23 Wochen

Seit Jahren packen die Politiker, quer durch die Parteien, egal ob im Land oder Bund, die wirklichen Probleme im Land nicht an. Wenn etwas geändert wird, ist es bestenfalls ein Reförmchen, was die Lage in der Regel verschlimmbessert.
Fazit: Ich gehe nicht mehr wählen. Mit meiner Stimme kann ich 0,nichts bewegen. Die Demokratie im Lande ist zur Lobbykratie mutiert und wer keine Lobby hat wird was .........?

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