Parteitag in Magdeburg Lydia Hüskens führt die FDP in Sachsen-Anhalt nun alleine

Auf ihrem Landesparteitag in Magdeburg hat die FDP Lydia Hüskens mit überwältigender Mehrheit zur neuen und alleinigen Landesvorsitzenden gewählt. Hüskens hat die FDP erst zurück in den Landtag und nun in Koalitionsverhandlungen mit CDU und SPD geführt. Andreas Silbersack und Marcus Faber sind nun ihre Stellvertreter.

Sie zuckte selbst kurz zusammen: Mit nur einer Gegenstimme ist Lydia Hüskens am Samstag zur neuen und alleinigen Landesvorsitzenden der FDP Sachsen-Anhalt gewählt worden. Die 57-Jährige erhielt auf dem Landesparteitag in Magdeburg 97 Prozent der Stimmen.

Unter Hüskens Führung war die FDP nach zehn Jahren Abstinenz wieder in den Landtag von Sachsen-Anhalt eingezogen. Bei der Wahl im Juni holte man 6,4 Prozent und landete damit noch vor den Grünen. Letztere dürfte die FDP auch in einer künftigen Koalition ersetzen. Derzeit führen CDU, SPD und FDP Verhandlungen.

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Mindestens 83 Abgeordnete ziehen nach der Wahl am 6. Juni 2021 in den achten Landtag in Sachsen-Anhalt ein. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Neoliberale" Hüskens will FDP in Koalition mit CDU und FDP führen

Hüskens stimmte in ihrer Rede die Partei auf das mögliche neue Bündnis ein. Man wolle im Bund wie im Land regieren. Die FDP Sachsen-Anhalt solle unter ihrer Führung weiter wachsen und auch letzte "weiße Flecken" im Land schließen.

Mit Blick auf die Kritik des linken Flügels der SPD an einer möglichen schwarz-rot-gelben Koalition bekannte Hüskens: "Ich bin eine Neoliberale." Und Neoliberale Vordenker wie Walter Eucken hätten schließlich den Grundstein für die soziale Marktwirtschaft gelegt.

Silbersack und Faber zu Hüskens' Stellvertretern gewählt

Als Hüskens ersten Stellvertreter wählten die Delegierten Andreas Silbersack. Der Rechtsanwalt aus Halle ist bereits Hüskens Stellvertreter an der Spitze der Landtagsfraktion und gilt intern wie Hüskens als potentieller Kandidat für ein Amt in der neuen Landesregierung. Silbersack erhielt allerdings nur 60 Prozent aller Stimmen. Der Bundestagsabgeordnete Marcus Faber wurde mit 81 Prozent zum zweiten Stellvertreter gewählt.

Nach dem Rückzug des ehemaligen Landesvorsitzenden Frank Sitta Ende 2020 hatten Hüskens und Faber den Landesverband vorerst gemeinsam geführt.

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FDP will Sachsen-Anhalt "entfesseln"

Die Partei beschloss auch mehrere inhaltliche Anträge. So will man "das Land entfesseln" und Bürokratie zurück- und Digitalisierung ausbauen. Außerdem soll der Flughafen Leipzig-Halle nach dem ehemaligen Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher benannt werden. Der Liberale war in Halle aufgewachsen.

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Die Spitzenkandidaten der sechs großen Parteien zur Landtagswahl, von links nach rechts: Eva von Angern (Die Linke), Cornelia Lüddemann (Grüne), Katja Pähle (SPD), Reiner Haseloff (CDU), Lydia Hüskens (FDP), Oliver Kirchner (AfD) mit Video
Die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten der sechs großen Parteien zur Landtagswahl Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR/Thomas Vorreyer

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 24. Juli 2021 | 19:00 Uhr

12 Kommentare

Rotti vor 8 Wochen

Beim besten Willen kann ich mir das nicht vorstellen!
Die Arbeitnehmer sind doch heute so pfiffig, dass sie ordentlich bezahlte Jobs finden.
Jeder Unternehmer, der mit seinen Mitarbeitern nicht ordentlich umgeht, der schneidet sich mittelfristig ins eigene Fleisch.
Billiglohnland trifft nicht mehr zu.
Sicherlich können ungelernte und Hilfsarbeiter nicht mit Facharbeiterlöhnen rechnen. Jedenfalls nicht überall.

Thommi Tulpe vor 8 Wochen

Sicher sind Unternehmen wichtig. Unternehmen leben aber nur durch Mitarbeiter. Solche findet das Unternehmen jedoch nur, so man keine "Sklavenlöhne" zahlt - erst Recht, wenn man hochqualifiziertes Personal sucht.
Und die FDP ist nun mal eine Partei der Kostenminimierung.

Thommi Tulpe vor 8 Wochen

Auch diese Landesregierung ist wieder nicht "meine" Landesregierung. Dennoch war meine Wahl nicht umsonst: Meine Stimme war eine Stimme gegen die Rechtsaußen!
Meine Realitäten sprechen so nicht gegen mich.

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