Neue Partner-Unternehmen Harzer Schmalspurbahnen: Kohle-Lieferungen sind abgesichert

29. Januar 2023, 11:24 Uhr

Durch die Energiekrise mussten sich die Harzer Schmalspurbahnen neue Kohle-Lieferanten suchen, da Polen – woher die Kohle bisher kam – nur noch für den Eigenbedarf produziert. Mit dieser Umstellung kommt das Harzer Unternehmen immer besser zurecht. Allerdings gibt es dort ein Problem, das weiterhin bleibt.

  • Polen produziert derzeit Steinkohle nur noch für den Eigenbedarf, weshalb die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) neue Lieferanten suchen mussten.
  • Auch wenn die Kohlepreise jetzt etwa doppelt so hoch sind, wie vor einem Jahr, seien die Lieferungen sicher, so ein HSB-Sprecher.
  • Das Unternehmen hat noch ein bleibendes Problem: die Personalsituation.

Die Harzer Schmalspurbahnen sehen trotz erhöhter Kohlepreise derzeit keinen Grund zur Sorge. Zwar seien die Preise doppelt so hoch wie vor einem Jahr, dafür seien aber die Lieferungen sicher, sagte ein Sprecher. Eine Tonne Steinkohle koste im Moment etwa 600 Euro. Ein Großteil der Dampflokomotiven wird mit Steinkohle betrieben. Rund 6.000 Tonnen gingen laut HSB in einem Jahr durch den Ofen. Das Land unterstützt die HSB bei der Finanzierung.

Kohle aus Südamerika und Kasachstan

Die bis vor kurzem verwendete Steinkohle aus Oberschlesien ist laut HSB nicht mehr zu bekommen, da Polen zurzeit nur noch für den Eigenbedarf produziert. können neben der HSB auch viele andere Unternehmen nicht mehr aus den polnischen Quellen schöpfen. Die Harzer Firma bezieht die Kohle jetzt aus Südamerika oder Kasachstan, die durch den längeren Frachtweg deutlich höhere Transportkosten habe.

Problematisch sei weiter die Personalsituation, sagte der Sprecher. "Wir haben fortlaufend die Herausforderungen des Generationenwechsels und des Fachkräftemangels." Insbesondere den Bedarf an Ingenieuren zu decken, erfordere zunehmend Kraftanstrengungen. Unterm Strich sei die Lage in einigen Teilbereichen angespannt – vor allem jene, die nur mit wenigen Stellen besetzt seien. Immerhin: "Im Großen und Ganzen kommen wir durch", sagte der Sprecher.

Über die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) Die HSB betreibt mit rund 140 Kilometern in Thüringen und Sachsen-Anhalt das längste zusammenhängende Schmalspurnetz Deutschlands. Die Spur ist einen Meter breit. Die 25 Dampflokomotiven des Unternehmens, von denen bis zu zehn gleichzeitig unterwegs sind, sind eine der bekanntesten Touristenattraktionen im Harz.

dpa, MDR (Johanna Daher)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 29. Januar 2023 | 08:00 Uhr

7 Kommentare

astrodon am 30.01.2023

@klaus77: Nicht erst in der DDR, und auch nicht nur dort. Über mehr als 100 Jahre (1868-1977) wurden hunderte Lokomotiven für Ölfeuerung (um)gebaut. Es gab sogar Dampfloks, die völlig ohne Kohle, Öl oder sonstige Befeuerung auskamen.

astrodon am 29.01.2023

@Ost-Handwerker: Das spielt nicht nur keine untergeordnete Rolle, sondern gar keine. Dampfbetrieb geht nun mal mit Steinkohle. Zukünftig können wir aber evtl. die BR 99 auf Wasserstoff umrüsten ...

hilflos am 29.01.2023

Also vor Jahren hat die HSB meine Familie bei - 6°C in Benneckenstein, ohne Info und vor verschlossenen Wartesaal, stehen lassen. Eine Antwort auf die Beschwerde war es auch nicht wert, somit ist mir die HSB dauerhaft egal

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