Ein älterer Mann schiebt einen Rollator 3 min
Klaus Glandien (mit Rollator) schult Senioren im richtigen Umgang mit Rollatoren. Mehr dazu im Audio. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
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MDR SACHSEN-ANHALT Mi 22.05.2024 06:44Uhr 02:56 min

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Schulung für Senioren Rollator-Fahrschule in Quedlinburg: An die Griffe, fertig, los!

22. Mai 2024, 18:47 Uhr

Die Handhabung eines Rollators sieht einfach aus. Dennoch nutzen ihn viele Menschen falsch oder zumindest ineffizient. Oft sind die Gehhilfen nicht richtig auf die Körpergröße eingestellt, und wenn unterwegs ein Hindernis auftaucht, wird es für viele schwierig. Hilfe bietet eine Schulung zum richtigen Umgang mit Rollatoren, wie sie jetzt die Arbeiterwohlfahrt in Quedlinburg anbietet.

Mann mit grauen haaren und roten Fleece-Pullover macht ein Selfie vor einem Fachwerkhaus mit MDR-Logo
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Keine Schulung ohne Theorie, und so startet auch die Rollatorenschulung mit einem theoretischen Teil. Klaus Glandien, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Oschersleben im Landkreis Börde, startet mit der Erklärung verschiedener Rollatorenmodelle. Er erklärt, wie wichtig Sichtbarkeit ist. Viele Rollatorenmodelle würden ohne Reflektoren ausgeliefert, bedauert Klaus Glandien. Und so verteilt er fleißig Reflektorenbänder, die schnell mit Klettverschlüssen an den Rollatoren befestigt werden können.

Eine Frau läuft mit einem Rollator durch einen Übungsparcour. 3 min
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Und der Mann von der Verkehrswacht wirbt für den Rollator als eine Möglichkeit, trotz eingeschränkter körperlicher Funktionen mobil sein zu können. Das muss er in dieser Runde aber gar nicht. Die über 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses besitzen zumeist schon einen Rollator. Rosi Lange gehört zu ihnen. Sie hat den Termin aus der Zeitung. Den Rollator habe ihr Sohn angeschafft, während sie mit einer Verletzung im Krankenhaus lag. Sie freut sich nun über ein auf ihre Körpergröße passende Höheneinstellung des Geräts und über einen Trick für eine einfache Überwindung von Hindernissen wie Bordsteinen. Den habe sie noch nicht gekannt, sagt sie.

Schon kleine Erhöhungen werden zum Hindernis

Nach der Theorie folgt die Praxis. Die besteht in diesem Fall aus einem kleinen Parcours. Es gilt erst ein Hindernis und dann eine Steigung und Gefälle mit verschiedenen Untergründen zu überwinden sowie sich abschließend auf zwei Spurblechen zu bewegen.

Die meisten Probleme bereitet das Hindernis, eine kleine Erhöhung aus Holz, die einen Bordstein simuliert. Irgendwie kommt jeder hinüber. Doch irgendwie sei nicht gut und auch nicht effektiv und kraftschonend, sagt Glandien und zeigt einen Trick. Der besteht darin, einen Fuß hinter eines der Hinterräder zu stellen und den Rollator einfach nach hinten zu kippen. Das Vorderteil hebt sich, ein kleiner Ruck und schon sind die vorderen Räder über dem Hindernis.

Zum Abschluss gibt es eine kleine Urkunde. "Schulungsnachweis für rollatorfahrende Verkehrsteilnehmer" steht darauf. Rosi Lange freut sich darüber, noch mehr aber über die gewonnenen Erkenntnisse. "Das war lehrreich", sagt sie.

Das Team der Verkehrswacht ist auf Einladung des Kreisverbandes Harz der Arbeiterwohlfahrt in Quedlinburg. Die Schulung findet im Garten eines Familien- und Pflegezentrums statt. Eine erste Schulung im vergangenen Jahr sei auf gute Resonanz gestoßen, sagt Pressesprecherin Jasmin Peters, und es habe immer wieder Nachfragen gegeben. Deshalb habe man einen erneuten Termin angesetzt. Aufgrund der vielen Interessenten wurden am Ende zwei Durchgänge angesetzt. Es gebe einen echten Bedarf dafür, so Peters.

Immer mehr Arbeit für die Ehrenamtlichen

Das bestätigt auch Klaus Glandien. Oftmals bekommen ältere Menschen einen Rollator von ihren Kindern oder Enkeln spendiert. Da gebe es dann selten eine fachmännische Schulung oder nähere Erklärungen. Manche wüssten nicht, wie mit einem solchen Gerät richtig umgegangen wird. "Viele sind richtig dankbar für die Hinweise, die wir geben", sagt Klaus Glandien, der sich Sorgen macht über die zunehmenden Aufgaben seines Vereins und über fehlenden Nachwuchs.

Früher habe man Verkehrsprävention vorrangig in Kindergärten und Schulen durchgeführt, sagt er, seit einiger Zeit seien sie auch immer öfter bei Senioren. Eine zusätzliche Aufgabe sei so entstanden. Eigentlich müsste das die Polizei machen, findet der engagierte 80-Jährige. Hier springe wieder das Ehrenamt in die Bresche. Er wünscht sich da eine Veränderung, aber auch mehr engagierte jüngere Menschen. Davon könnte er so einige gebrauchen im Verein.

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MDR (Carsten Reuß, Lucas Riemer)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21. Mai 2024 | 15:10 Uhr

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