Menschen stehen 2013 an einer Haltestation der Brockenbahn 3 min
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Mit den Harzer Schmalspurbahnen von Braunlage auf den Brocken fahren – das könnte in Zukunft möglich sein. Das Unternehmen will eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben.

MDR SACHSEN-ANHALT Do 13.06.2024 17:10Uhr 02:42 min

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Erneute Machbarkeitsstudie Nach Jahren: Harzer Schmalspurbahnen prüfen Verbindung von Braunlage auf den Brocken

14. Juni 2024, 10:17 Uhr

Mit dem Zug von Braunlage auf den Brocken fahren: Neu ist die Idee für die neue Strecke im Harz nicht, aber nun soll die Machbarkeit erneut geprüft werden. Das haben die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) am Donnerstag bekannt gegeben. Mit den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie ist in etwa einem Jahr zu rechnen – und in den 2030er Jahren könnten dann HSB-Züge zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt fahren.

Im Harz kommt eine Jahrzehnte alte Idee erneut auf den Tisch: Die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) wollen erneut den Bau einer neuen Strecke prüfen. Sie soll Braunlage in Niedersachsen an ihr Streckennetz anbinden. Schon vor mehr als zehn Jahren gab es eine entsprechende Machbarkeitsstudie, die von Baukosten von rund zwölf Millionen Euro ausging. Das Projekt war letztendlich an der Finanzierung gescheitert.

Machbarkeitsstudie für neue Zugstrecke im Harz

Nun wollen die HSB wieder eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben. Das haben Aufsichtsrat und Gesellschafter des Unternehmens am Donnerstag bekannt gegeben. Die neue Studie soll auf der vorhandenen aufbauen, erklärte HSB-Geschäftsführerin Katrin Müller. Die Vorzugsvariante für die Gleisführung von Elend bis an die Talstation der Wurmbergseilbahn, die damals ermittelt wurde, bleibe bestehen.

In der neuen Studie sollen Müller zufolge Aspekte der Wirtschaftlichkeit und Wertschöpfung genauer in den Fokus genommen werden. Dabei gehe es um den Technischen Betrieb der Bahnen, den öffentlichen Nahverkehr und das zu erwartende Tourismuspotenzial.

Laut HSB-Angaben soll die neue Machbarkeitsstudie noch in diesem Monat beauftragt werden. Mit Ergebnissen rechne man in etwa einem Jahr. Sollte der Bau der Strecke dann tatsächlich geplant werden, könnten schätzungsweise Mitte der 2030er Jahre die ersten HSB-Züge zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt rollen.

Harz-Landrat Balcerowski: Nostalgischer Charme soll erhalten bleiben

Der nostalgische Charme, mit einer dampfenden Lok nach Wernigerode oder hinauf zum Brocken zu fahren, soll auch von Braunlage aus erlebbar sein. Der Chef des Aufsichtsrats und Harzer Landrat, Thomas Balcerowski (CDU) erklärte, das würde ebenso in die Betrachtung einfließen, wie eine mögliche Elektrifizierung der Strecke zwischen Elend und Braunlage. Auch andere alternative Antriebsmöglichkeiten sollen demnach in der Studie untersucht werden, etwa Leichtöl oder Biodiesel. In Zeiten von Energie- und Mobilitätswende komme auch die HSB nicht daran vorbei.

MDR (Swen Wudtke, Maren Wilczek, Leonard Schubert)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13. Juni 2024 | 17:10 Uhr

4 Kommentare

Julien81 vor 5 Wochen

Tja Rummelplatz oder Wirtschaftlich abgehängte Region..
Die rummelplatzattitüde kommt eben daher das man versucht dem klassischen kaffee und Windbeuteltourismus gerecht zu werden, wo dann 160km per Auto zurückgelegt werden um 2km zum nächsten fress- und Vergnügungstempel zu wackeln. Vielleicht sollte man mal das eigentliche potentielle heben und ein Angebot für Aktivtourismus und Sportlich interessierte schaffen, das vielfältige Netz von Pfaden und Wegen abseits der Schotterpisten pflegen, kartieren und ausbauen. Wozu haben wir eine hochbezahlte Truppe an Förstern? So käme man auch von diesem Auto-Fresstempel-Hotspot-Mist weg wie Schnitzelkönig, Baumwipfelpfad(Bad Harzburg)
Aussichtsturm(Torfhaus)oder Vergnüngspark (Thale). Sonst wird außer XXXL- Klamottenoutlets neben der nächsten aus-dem-Eimer-Gastronomie bald nicht mehr viel möglich sein...

Hoffentlich bekommen wir da mal die Kurve

Julien81 vor 5 Wochen

Super. Wenn das tatsächlich zu weniger kfz Verkehr im Harz führen kann. Genug stillgelegte Trassen gäbe es doch wo zumindest die Trassenführung nicht ganz aus der Asche gehoben werden müsste.
Man könnte doch mal schauen wie viele Bahnhöfe es vor 40 Jahren im Harz gab. Wenn man das mal konsequent weiterverfolgen würde würde dem Oberharz auch dieser konzentrierte kfz Auflauf an den Wochenenden erspart bleiben.
Allemal besser als Straßen zu bauen

Basil Disco vor 5 Wochen

Der Umbau vom Nationalpark Harz zum Rummelplatz Harz soll also weitergehen. Eine weitere Strecke für das funkensprühende Fossil soll gebaut werden. Gab es noch nicht genug Waldbrände?

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