Zernin (Mecklenburg-Vorpommern): Die unter Denkmalschutz stehende Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert in Zernin (Landkreis Güstrow) trägt nach ihrer Wiedereinweihung am 03.02.2002 auf der südlichen Dachhälfte eine Photovoltaik-Anlage. 1 min
In Sachsen-Anhalt werden immer mehr Solaranlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden genehmigt. Mehr dazu im Audio. (Symbolbild) Bildrechte: picture-alliance / ZB | Bernd Wüstneck
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MDR SACHSEN-ANHALT Do 18.04.2024 11:21Uhr 00:33 min

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Erneuerbare Energie Immer mehr Solaranlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden

18. April 2024, 15:41 Uhr

Im vergangenen Jahr wurden in Sachsen-Anhalt mehr als 400 Anträge für Solaranlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden gestellt. Drei Jahre zuvor waren es nur 73.

In Sachsen-Anhalt werden immer mehr Solaranlagen auf Gebäuden errichtet, die unter Denkmalschutz stehen. Laut Landesregierung gehen bei den Behörden seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine ungewöhnlich viele Anträge von Bürgern ein, die sich mit Solarstrom selbst versorgen wollen. Ob es wirklich einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Krieg in der Ukraine und der Antrags-Flut gibt, geht aus dem Schreiben nicht hervor.

Die Landtagsabgeordnete der Grünen, Cornelia Lüddemann, hatte zuvor bei der Landesregierung nachgefragt, wie viele Genehmigungen beziehungsweise Ablehnungen für "Fotovoltaik- und Solarthermie-Anlagen" auf denkmalgeschützten Gebäuden in den vergangenen vier Jahren erteilt wurden. Aus der schriftlichen Antwort der Landesregierung geht nun hervor, dass die Zahl der Solaranlagen, die auf Kulturdenkmalen montiert werden sollten, sprunghaft angestiegen ist.

Anstieg um mehr als ein Fünffaches

Im Jahr 2020 wurden demnach lediglich 73 Anträge auf die erforderliche denkmal-rechtliche Genehmigung gestellt, während es drei Jahre später bereits über 400 Anträge waren – ein Anstieg von mehr als das Fünffache. Die meisten Anträge für Solaranlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden seien in den Landkreisen Harz, Wittenberg und im Saalekreis gestellt worden.

Der Trend zu mehr Solaranlagen auf Kulturdenkmalen setzt sich den Angaben zufolge auch im Jahr 2024 fort. Bereits im ersten Quartal seien so viele Anträge gestellt worden wie im gesamten Jahr 2020. Die meisten Anträge seien in den zurückliegenden vier Jahren von den Denkmalschutzbehörden genehmigt worden.

Generell sei die Ablehnungsquote verschwindend gering. Ein Grund dafür ist ein Runderlass der Staatskanzlei und des Ministeriums für Kultur an die Denkmalschutzbehörden des Landes. Sie dürfen Solaranlagen demnach nur noch ablehnen, wenn erhebliche Substanz-Schäden an den Kulturdenkmälern zu erwarten sind. Eine Ablehnung mit der Begründung, das Erscheinungsbild des Kulturdenkmals würde ästhetisch leiden, ist nicht mehr zulässig.

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MDR (Stephan Schulz, Lucas Riemer)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 18. April 2024 | 09:00 Uhr

16 Kommentare

ElBuffo vor 5 Wochen

Beim Kölner Dom stehen die Türme im Osten? Und in Magdeburg auch? Tangermünde, Jerichow? Vielleicht mal den Kompass justieren und die Karte richtig einnorden. Diese 4 sind jedenfalls kein Beleg für die Ausnsahme.

Eulenspiegel1 vor 5 Wochen

Hallo Guter Mensch
Was ist so schlimm daran wenn statt der Dachziegeln PV Paneelen auf dem Dach sind?
Ich denke das müssen sie erst ein mal differenziert erklären.

DER Beobachter vor 5 Wochen

Die bedeckte Komplettfläche ist zumindest hier auch soweit i.O. Bissel komisch sähe es aus, wenn das Ziegeldach neben den Modulen zu sehen wäre. Interessant wäre ja mal die Leistung. Kann die jemand abschätzen?

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