Baustelle der Landesaufnahmeeinrichtung in Stendal 2020
Die Zentrale Aufnahmestelle für Flüchtlinge, kurz ZASt, in Stendal soll schon ab Sommer 2024 die ersten Menschen aufnehmen. Bildrechte: dpa

Viele Asylsuchende Aufnahmestelle für Flüchtlinge in Stendal geht vorzeitig in Betrieb

05. Mai 2023, 09:34 Uhr

In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Asylsuchenden weiterhin hoch. Die neue Zentrale Aufnahmestelle für Flüchtlinge (ZASt) in Stendal soll deshalb früher als geplant in Betrieb gehen. Bereits im Sommer 2024 sollen bis zu 600 Menschen untergebracht werden, darunter vor allem Frauen und Kinder sowie traumatisierte Personen.

Die neue Zentrale Aufnahmestelle für Flüchtlinge (ZASt) in Stendal soll nun doch vorzeitig in Betrieb gehen. Grund ist nach Angaben des Innenministeriums die anhaltend hohe Zahl von Asylsuchenden. Deshalb wolle man bereits ab Sommer 2024 bis zu 600 Flüchtlinge unterbringen, vor allem Frauen und Kinder sowie traumatisierte Personen.

Für die Aufnahmestelle in Stendal wird seit Jahren eine ehemalige Kaserne der DDR-Grenztruppen umgebaut. Die Unterkünfte sind fertig, die Gebäude für Verwaltung, Küche und Mensa nicht. Dem Land zufolge sollen dafür bis zur geplanten Fertigstellung im Jahr 2025 Container und eine provisorische Halle aufgebaut werden.

Teil-Öffnung erst angekündigt, dann verworfen

Anfang des Jahres hatte Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) die Situation in den Asylbewerber-Unterkünften als äußerst angespannt bezeichnet. Im März 2022 hatte das Land die Teil-Öffnung der Stendaler Unterkunft angekündigt, diese aber wieder verworfen. Eine teilweise Öffnung binnen weniger Wochen sei nicht möglich, so Zieschang damals.

Kosten auf 45 Millionen Euro gestiegen

Der Umbau der Kaserne hat sich immer wieder verzögert. Dadurch sind auch die Kosten gestiegen – von ehemals 20 Millionen Euro auf inzwischen 45 Millionen Euro. Bislang gibt es nur in Halberstadt im Landkreis Harz eine Zentrale Aufnahmestelle für Flüchtlinge.

Erste Pläne für Stendal waren 2015 öffentlich geworden. Der damalige Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) hatte gesagt, dass Sachsen-Anhalt neben Halberstadt eine zweite große Einrichtung brauche. Damit sollte vermieden werden, dass weiter improvisiert werden muss – mit Hotels oder Turnhallen.

Dem Innenministerium zufolge hat Sachsen-Anhalt 2022 seine Aufnahme-Verpflichtung nach dem Königsteiner Schlüssel erfüllt und insgesamt 5.931 Asylsuchende aufgenommen, fast doppelt so viele wie im Jahr davor. In diesem Jahr seien es bereits knapp 2.000.

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MDR (Marcel Knop-Schieback, Fabienne von der Eltz) | Erstmals veröffentlicht am 4. Mai 2023

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 04. Mai 2023 | 14:00 Uhr

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