Weihnachtsmarkt in Halle an der Saale
Die Vorbereitungen für die Weihnachtsmärkte sind in Sachsen-Anhalt in vollem Gange. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO / Steffen Schellhorn

Trotz gestiegener GEMA-Gebühren Weihnachtsmarkt-Betreiber freuen sich auf "normalen" Betrieb

10. November 2023, 15:24 Uhr

Ende November öffnen in Sachsen-Anhalt die ersten Weihnachtsmärkte. Die Betreiber hoffen nach Coronapandemie und Energiekrise in diesem Jahr auf eine Rückkehr zum Normalbetrieb. Viele Städte hatten zuletzt jedoch über höhere Gema-Gebühren geklagt. Außerdem gibt es Probleme bei der Personal-Suche.

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Die Weihnachtsmarkt-Betreiber in Sachsen-Anhalt blicken positiv auf die anstehende Vorweihnachtszeit. Sie hoffen nach den Problemen der vergangenen Jahre wieder auf einen regulären Betrieb.

Paul-Gerhard Stieger vom Magdeburger Weihnachtsmarkt sagte der Deutschen Presse-Agentur, nach dem Ausfall des Weihnachtsmarktes 2020, dem Corona-Weihnachtsmarkt 2021 und dem Weihnachtsmarkt 2022 vor dem Hintergrund der Energiekrise, rechne man 2023 endlich wieder mit einem normalen Weihnachtsmarkt.

Städte beklagen gestiegene GEMA-Gebühren

Viele Städte in Deutschland beklagten jedoch zuletzt die zum Teil deutlich gestiegenen Lizenzgebühren für Musik auf Weihnachtsmärkten. Der Veranstalter des Weihnachtsmarktes in Magdeburg hatte im September eine Steigerung der GEMA-Kosten von etwa 1.750 Euro vor der Coronapandemie auf mehr als 101.000 Euro kritisiert. Auch in Halle sind die Lizenzgebühren für Musik nach Angaben eines Stadt-Sprechers von rund 4.800 Euro im Jahr 2019 auf mehr als 26.000 Euro im vergangenen Jahr gestiegen.

Die Verwertungsgesellschaft GEMA verwies darauf, dass der bei Weihnachtsmärkten anzuwendende Tarif für Stadtfeste zuletzt 2018 verhandelt worden sei. In der Vergangenheit ist die Musik demnach auf Basis der von den Kunden gemeldeten Nutzungs-Flächen lizenziert worden. Nach der Coronapandemie seien bei Messungen aber teils deutliche Abweichungen festgestellt worden. Es handele sich daher nicht um neue Tarife, sondern um eine konsequente Anwendung der bestehenden Tarife.

Der Landesregierung ist das Thema nach eigener Aussage bekannt. Bisher seien die Kommunen deswegen aber nicht auf das Land zugekommen. Derzeit gebe es Gespräche zwischen Kommunen, Betreibern und der GEMA. "Es gibt Anzeichen für eine positive Entwicklung", sagte ein Regierungssprecher. "Wir hoffen, dass es da eine Lösung gibt."

Betreiber: Probleme bei der Personal-Suche

Einige Veranstalter in Sachsen-Anhalt berichten zudem von Problemen bei der Suche nach Saison-Kräften. Nach Aussage von Betreiber Paul-Gerhard Stieger ist die Suche von Schaustellern und Markthändlern "wie überall in den vergangenen Jahren" schwieriger geworden. Derzeit gehe man für Magdeburg aber nicht von Einschränkungen aus.

In Quedlinburg sind nach Angaben der Stadt schon früh Verträge mit Markt-Betreibern geschlossen worden, sodass diese langfristige Planungssicherheit hätten. Außerdem gäbe es seit Jahren eine Art Vermittlungs-Börse für Saison-Kräfte.

Die ersten Weihnachtsmärkte im Land öffnen vor dem ersten Advents-Wochenende in der Woche ab dem 27. November.

dpa, MDR (Annekathrin Queck)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio so wie wir | 10. November 2023 | 11:30 Uhr

11 Kommentare

Burgfalke vor 23 Wochen

Die eigene Meinung ist wieder das Maß der Dinge?

Zu einem Weihnachtsmarkt gehört weihnachtliche Musik. Wer das nicht mah, der sollte seinen Glühwein (brauche ich z.B. nicht) in einer Kneipe oder Zuhause trinken oder nicht dorthin gehen.

Die Ursachen für fehlende Musik,(nicht nur dort): steigende Geldgier der GEMA. alles auch typische Begleitung für unser Land , nicht nur bei dieser Regierung; wertefrei ...

Burgfalke vor 23 Wochen

Das ist doch ein Witz oder Ausdruck von Wunschdenken.
Halten Sie wirklich die Aussteller für so ..., daß sie derartige "Möglichkeiten" nicht kennen? Bitte belegen Sie Ihre Aussage konkret!

ElBuffo vor 23 Wochen

Also gerade weihnachtliche Musik gibt es auch genug gemafrei.
Ansonsten würde mich auch mal interessieren, wer die Gegenseite bei den Verhandlungen ist oder ob es nicht doch einfach vorgegeben wird. Und wohin gehen diese exorbitant gestiegenen Einnahmen? Woran genau wird das überhaupt bemessen?

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