Firmeninsolvenz Nach Neustart 2021: Wieder Angst vor dem Aus bei Ludwig Leuchten

Die Firma Ludwig Leuchten musste erneut den schweren Gang zum Insolvenzgericht antreten. Dem Leuchtenhersteller aus Elsterheide fehlen Bauteile für die Produktion. Erst vor knapp einem Jahr hatte die Firma nach der Übernahme durch eine Investorin optimistisch einen Neustart verkündet.

Produktionsarbeiterinnen montieren in der Produktion der Ludwig Leuchten GmbH in Elsterheide (Sachsen) LED-Deckenleuchten.
Wegen der vollen Auftragsbücher läuft die Produktion der Ludwig Leuchten GmbH im sächsischen Elsterheide weiter. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Die Firma Ludwig Leuchten aus Elsterheide hat einen Antrag auf ein vorläufiges Insolvenzverfahren gestellt. Wie Insolvenzverwalter Christian Krönert MDR SACHSEN mitteilte, wird der Geschäftsbetrieb in vollem Umfang aufrechterhalten. Die rund 70 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erhalten derzeit Insolvenzgeld.

Gespräche mit Kaufinteressenten laufen

Der Rechtsanwalt ist optimistisch, dass neue Investoren gefunden werden. "Ich habe bereits erste Gespräche mit Kaufinteressenten aus Deutschland geführt", berichtet Krönert.

Der Geschäftsbetrieb wird in vollem Umfang aufrechterhalten, weil ich sehr zuversichtlich bin, dass wir für Ludwig Leuchten eine Gesamtlösung hinbekommen.

Christian Krönert Insolvenzverwalter und Rechtsanwalt

Investorin aus China kam erst 2021 und will verkaufen

Nach vorangegangenen Insolvenzen in den Jahren 2014 und 2021 war der mittelständische Betrieb gerade auf einem neuen Weg. Eine Investorin aus China hatte die Firma 2021 übernommen. Sie sei bereit, das Unternehmen zu verkaufen, sagte Prokurist Stefan Quaas MDR SACHSEN.

Der Leuchtenspezialist Ludwig Leuchten in Bergen bei Hoyerswerda
Die Spezialleuchten von Hersteller Ludwig Leuchten bestehen aus Bauteilen, die zum Teil aus dem Ausland herbeigeschafft werden. Bildrechte: MDR/Viola Simank

Firma geriet ins Trudeln trotz voller Auftragsbücher

Wie Quaas berichtet, fehlen dem Leuchtenhersteller Bauteile für die Produktion. Mehrere Komponenten wie beispielsweise Elektronik kamen bis zum Krieg aus der Ukraine. Auch mache dem Unternehmen zu schaffen, dass Lieferketten für weitere Bauteile gestört sind und das Material wegen der früheren Insolvenzen in Vorkasse bezahlt werden müsse. "Wir haben volle Auftragsbücher. Doch müssen wir derzeit bis zu vier Monaten auf Ware warten, diese aber gleich bezahlen", berichtet Quaas über die Probleme der Firma.

Das Unternehmen stellt Spezial-Leuchten her, die unter anderem für die Automobil- und Mikroelektronikbranche eingesetzt werden.

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