Luftaufnahme eines langen Stallgebäudes im Rohbau auf einem Feld bei Wiederau.
Der neue Stall in Königshain-Wiederau soll Platz für rund 1.700 Schweine bieten. Bildrechte: P3N MARKETING GMBH/Mario Hösel

Königshain-Wiederau Stall mit Einblick: Züchter wollen Schweinehaltung verbessern

09. Mai 2023, 16:19 Uhr

Königshain-Wiederau bekommt einen XXL-Stall für die künftige Schweinehaltung. Betreiber ist eine "Genießergenossenschaft", die dort Schweinezucht unter besseren Haltungsbedingungen betreiben will.

Am Montag ist in Königshain-Wiederau ein neuer Stall für Schweine eingeweiht worden. Wie die Genießergenossenschaft Sachsen eG mitteilte, sollen in einigen Wochen die ersten Ferkel der Rasse "Duroc" einziehen. Insgesamt habe die neue Stallanlage Platz für 1.740 Tiere. Von einem geplanten Besucherbereich soll man später einen Blick auf die Haltung der Tiere werfen können, teilte die Genossenschaft mit.

Auf dem Biolandhof Michael Dihlmann werden Duroc-Ferkel gezüchtet. Das Fleisch der Schweine gilt als besonders zart und aromatisch.
Duroc-Schweine sind an ihrer rotbraunen Färbung und an den Hängeohren erkennbar. Bildrechte: MDR/Jörg Pfeifer

Duroc Duroc-Schweine stammen ursprünglich aus den Vereinigten Staaten. Erkennbar sind sie an einem rotbraunen Fell und hängenden Ohren. Duroc-Eber erreichen ein Gewicht von 350 Kilogramm, die Säue werden etwa 300 Kilogramm schwer. Quelle: Landwirtschaftsministerium Sachsen

Die Genießergenossenschaft Sachsen eG wolle hochwertiges und gesundes Fleisch regional und nachhaltig produzieren, sagt Jan Gumpert, der Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft. So stünden pro Tier statt der gesetzlich vorgeschriebenen 0,75 Quadratmeter bis zu drei Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Statt der in der konventionellen Schweinehaltung üblichen Spaltenböden sollen die Tiere auf Stroh gehalten werden. Außerdem bekämen sie Spielzeug, teilte die Genossenschaft weiter mit, um den Tieren ausreichend Beschäftigung zu ermöglichen. Damit soll vermieden werden, dass sich die Tiere gegenseitig beißen und in der Folge die Schwänze kupiert werden müssten.

Kupieren Als Kupieren bezeichnet man das Kürzen der Schwänze von Ferkeln, um das Schwanzbeißen in der Schweinehaltung zu verhindern. Das Kupieren ist seit 1991 durch EU-Recht verboten und darf nur in Ausnahmefällen angewandt werden. Außerdem müssen vorher die Haltungsbedingungen derartig verändert werden, dass diese Verhaltensstörung der Tiere verhindert wird. Quelle: Landwirtschaftsministerium Sachsen

Gleichzeitig will die Genossenschaft die gesamte Wertschöpfung vom Ferkel über die Futtermittelerzeugung bis zum Schlachten in der Region belassen.

Proteste im Vorfeld des Bauvorhabens

Im Vorfeld hatte es in Königshain-Wiederau Proteste von Anwohnerinnen und Anwohnern gegen die mögliche Geruchs- und Verkehrsbelastung gegeben. Daraufhin wurde das Stallgebäude in größerer Entfernung zu den Wohnhäusern errichtet.

MDR (tfr/mwe)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 08. Mai 2023 | 19:00 Uhr

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