Litvínov Quelle des Katzendreckgestanks bleibt im Nebel

Über den Katzendreckgestank klagen die Anwohner im Erzgebirge schon bald 20 Jahre. Die Umweltminister von Sachsen und Tschechien diskutieren seit geraumer Zeit über mögliche Gründe. Inzwischen gibt es erste Messverfahren, um dem Geruch auf die Spur zu kommen.

Der sächsische Umweltminister Thomas Schmidt hat am Montag bei einem Treffen mit seinem tschechischen Amtskollegen Richard Brabec in Litvínov erste Messergebnisse übergeben. Dabei handelt es sich um ein neues Messverfahren, das speziell sogenannten Mercaptanen auf die Spur kommen soll.

Mögliche Ursachen des Katzendreckgestanks

Mercaptane sind Inhaltsstoffe der Petrochemischen Industrie. Nach neuen Erkenntnissen könnten sie die Ursache für die von den Einwohnern am Erzgebirgskamm empfundenen Geruchsbelästigungen sein. Umweltminister Thomas Schmidt teilte mit, an einigen Tagen, im Zeitraum zwischen September 2015 und April 2016, konnten Mercaptane in geringen Konzentrationen nachgewiesen werden. Allerdings habe es bislang keinen Zusammenhang zwischen den Messergebnissen und gemeldeten Geruchsbeschwerden gegeben.

Auf Ereignisse schneller reagieren

Fachleute beider Länder wollen nun Möglichkeiten prüfen, wie Meldungen über Geruchsereignisse schneller an die tschechischen Behörden weitergeleitet werden können. Das würde die Suche nach möglichen Quellen erleichtern. Die Messungen nach Mercaptanen sollen bis 2017 weitergeführt werden. Außerdem wird im kommenden Jahr ein grenzüberschreitendes Projekt beginnen, das die gesundheitlichen Auswirkungen beim Auftreten des Katzendreckgestanks genauer unter die Lupe nehmen soll.

Ein Teil der Anlage der Chemiefabrik Unipetrol RPA in Litvinov.
Immer noch ist die Quelle des sogenannten Katzendreckgestankes nicht gefunden. Mehrere Betriebe in verschiedenen Regionen kommen in Frage, unter anderem die Chemiefabrik Unipetrol. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi

Alle wollen das Problem lösen

Beide Minister wollen nach eigener Aussage die Quelle der Geruchsbelästigungen unbedingt aufdecken. Doch wirklich neues konnten sie am Montag nicht vermelden. Sie trafen sich in der Chemiefabrik Unipetrol RPA in Litvínov. Schmidt hat sich vor Ort über den Störfall im August 2015 informiert. Schmidt schätzt die Transparenz des Unternehmens. So hätte ihm die Geschäftsführung zugesagt, Vertreter der Bürgerinitiative aus dem Erzgebirge nach Litvínov einzuladen, um diese über die Arbeit des Unternehmens zu informieren.

Weitere Umweltthemen beim Ministertreffen

Die beiden Minister sprachen außerdem über die geplante Elbe-Staustufe in Děčín und über ein künftiges grenzüberschreitendes Projekt, das die touristische Nutzung von E-Bikes im Gebirge unterstützen soll.

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