Trümmerteile eines gesprengten Briefkastens vor dem Rathaus in Auerbach/Vogtland.
Die Wucht der Detonation hat den Stahlbriefkasten komplett zerstört. Bildrechte: Stadt Auerbach/Hagen Hartwig

Vandalismus Unbekannte sprengen Briefkasten des Auerbacher Rathauses

07. Februar 2024, 16:45 Uhr

Eine heftige Explosion sorgt aktuell in Auerbach im Vogtland für Wirbel. Unbekannte haben am vergangenen Wochenende den massiven Metallbriefkasten des Rathauses gesprengt. Das nicht zum ersten Mal. Jetzt ermittelt die Polizei.

Die Bilder in den sozialen Netzwerken sprechen eine deutliche Sprache: Ein Haufen geborstenes und verbeultes Stahlblech, deutliche Spuren am Rathaus-Mauerwerk und ein großer Metallsplitter, der in der Außenwand eines gegenüberliegenden Ärztehauses steckt.

Auerbachs Oberbürgermeister Jens Scharff ist schockiert über das Ausmaß der Briefkastenssprengung. "Natürlich stelle ich mir die Frage: Warum machen das Menschen? Aber ich finde keine Antwort darauf. Es hätten Menschen verletzt werden können." So etwas bei der Sprengung eines Briefkastens in Kauf zu nehmen, könne man als Anschlag bezeichnen.

Beschädigung durch Trümmerteile am Putz eines Hauses
Ein benachbartes Haus wurde durch Metallsplitter beschädigt. Bildrechte: Stadt Auerbach/Hagen Hartwig

Stadtrat wertet Sprengung als Angriff

Zustimmung erhält der Oberbürgermeister vom fraktionslosen Stadtrat Tilman Matheja. Er findet, die Sprengung sei weit mehr als nur ein "Dummer-Jungen-Streich": "Das Rathaus ist ein Symbol und da wir alle Stadträte in diesem Rathaus ein- und ausgehen, kann ich das auch nur als Angriff auf uns alle werten. Und insofern muss sich da jeder von uns angesprochen fühlen und angegriffen fühlen."

Ich kann das nur als Angriff auf uns alle werten.

Tilman Matheja parteiloser Stadtrat in Auerbach

Unbekannte hatten sich in der Nacht zum vergangenen Sonnabend am Kasten zu schaffen gemacht. Laut Polizei wurde der Briefkasten mit Böllern gesprengt. Glücklicherweise sei dabei niemand zu Schaden gekommen, sagt Carolin Hemp von der Polizeidirektion Zwickau: "Grundsätzlich war es natürlich heftig. Und wenn die Böller solch gewaltige Sprengkraft haben, kann es weitreichende Folgen haben. Wir gehen aber aktuell nicht davon aus, dass sich dieser Anschlag gezielt auf Personen beziehen sollte." Die Ermittlungen der Kripo liefen, zu Motiv und Hintergründen der Tat sei aktuell noch nichts bekannt.

Attacken verunsichern Mitarbeiter

Bei den Mitarbeitern der Stadtverwaltung verursacht der Vorfall Unruhe – auch weil der Briefkasten schon einmal auf diese Weise zerstört wurde. Zudem habe es in letzter Zeit noch andere Attacken auf das Rathaus gegeben, berichtet Oberbürgermeister Scharff. "Die Mitarbeiter hier im Rathaus können sich das nicht erklären – das Warum. Eine Verunsicherung ist schon da. Uns sind ja auch schon drei Mal die Schlösser mit Sekundenkleber zugeklebt worden."

Der Briefkasten vor seiner Zerstörung
Eine neue Briefkastenanlage kostet rund 10.000 Euro. Bildrechte: Stadt Auerbach/Hagen Hartwig

Schaden für Stadthaushalt: 10.000 Euro

Um solche Fälle von Vandalismus zukünftig zu verhindern, will die Stadt Auerbach jetzt auch den Einsatz einer Videoüberwachung fürs Rathaus prüfen. Zunächst muss die Verwaltung aber eine neue Briefkastenanlage kaufen. "Es geht um rund 10.000 Euro bei der Ersatzbeschaffung. Man hätte damit genauso gut einen Spielplatz reparieren können oder farblich etwas machen an den Schulen oder Kindergärten. Das Geld fehlt jetzt im Stadthaushalt." Bis der neue Briefkasten steht, gibt es im Rathaus zusätzliche Servicezeiten, in denen wichtige Post persönlich entgegen genommen wird.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport Chemnitz | 07. Februar 2024 | 14:30 Uhr

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