Landrat Thomas Henning spricht an einem Konferenztisch, neben ihm eine Frau.
Der Landrat im Vogtlandkreis, Thomas Hennig (CDU), hat am Montag in Plauen die Ergebnisse einer Bürgerumfrage (Zehn-Punkte-Plan) vorgestellt. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Bürgerumfrage Arbeitsplätze, Schulen, Verkehr: Landrat im Vogtland befragt Bürger nach Wünschen

27. Februar 2024, 05:00 Uhr

Wo soll unser Landkreis hinsteuern? Darüber konnten im Vogtland die Bürgerinnen und Bürger mitentscheiden. Im Herbst 2023 hat das Landratsamt sie aufgefordert, ihre Wünsche in zehn Kategorien zu formulieren. Das war wohl ein Versuch der Politik, bei den Entscheidungen die Bürger besser mitzunehmen. Landrat Thomas Hennig (CDU) will nun die Ergebnisse für sein Handeln nutzen. MDR SACHSEN-Reporter Bernd Schädlich war bei der Präsentation dabei.

Die Vogtländer haben viele Wünsche für ihre Region, darunter sichere Arbeitsplätze, Perspektiven für den Tourismus und Zukunft für die Schulen im Landkreis. Das sind einige der Ergebnisse der Zehn-Punkte-Umfrage im Vogtland. Insgesamt hatten sich knapp 8.000 Menschen an der Befragung nach dem Motto "Jetzt entscheiden Sie" beteiligt. Das Stimmungsbild werde in künftige kommunalpolitische Entscheidungen einfließen, versprach Landrat Thomas Hennig (CDU) bei der Präsentation am Montag in Plauen.

"Ich denke es ist wichtig, dass man wirklich weiß, was die Leute beschäftigt", sagte Hennig. Die Beteiligung von etwa jedem 28. Vogtländer im Kreis ist laut Experten ein guter Schnitt, resümiert Initiator Hennig. Etwa je zur Hälfte hätten Frauen und Männer bei der ersten Umfrage dieser Art im Vogtlandkreis abgestimmt. Mit fast zur Hälfte haben sich demnach Menschen aus der Altersgruppe der 41- bis 60-Jährigen beteiligt. Insgesamt 220.000 Menschen leben im Vogtlandkreis.

Das wünschen sich die Vogtländer

Hennig zufolge ging es bei der Umfrage um ein Stimmungsbild. Das habe er bekommen. Die Wunschliste der Bürger an das Landratsamt ist sehr konkret. Das sind ihre sieben wichtigsten Anliegen:

  • Schulstandorte sichern (73,3 Prozent der Befragten);
  • sichere Arbeitsplätze und regionale Wirtschaftsförderung (53,5 Prozent);
  • Betreuungsplätze für Kinder und Seniorenwohnen schaffen (43,8 Prozent);
  • Energiesicherheit erhöhen durch Netzausbau (42,4 Prozent);
  • Lehr- und Erlebnispfade schaffen (40,7 Prozent);
  • Förderung der vogtländischen Identität durch Kultur (40,2 Prozent);
  • Radewegenetz ausbauen (37,6 Prozent).

Quelle: Landratsamt Vogtlandkreis, www.vogtlandkreis.de

Göltzschtalbrücke
Die Vermarktung des touristischen Wahrzeichens Göltzschtalbrücke zu verbessern, wünschte sich etwa jeder dritte Teilnehmer einer Befragung im Vogtlandkreis. Im Jahr 2023 war deren Bewerbung als UNESCO-Welterbe vorerst gescheitert. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO / Sylvio Dittrich

Landrat von einem Ergebnis überrascht

Landrat Hennig zeigte sich besonders überrascht von einem Ergebnis: "Für mich war überraschend, dass der Radwegebau leicht vor dem Straßenbau war", sagte er MDR SACHSEN. Er habe den Straßenbau ganz vorn erwartet. Das zeige, dass bei der Bevölkerung ein Umdenken stattfinde. Der Wunsch nach dem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sei dagegen kaum machbar. Der Landkreis habe zu tun, den jetzigen Stand aufrechtzuerhalten, so Hennig.

Für mich war überraschend, dass der Radwegebau leicht vor dem Straßenbau war.

Thomas Hennig (CDU) Landrat Vogtlandkreis

Die Umfrageergebnisse, die auf der Internetseite des Vogtlandkreises stehen, sollen zum Leitfaden für künftige Entscheidungen werden, bekräftigte der Landrat. Sie sollen beispielsweise für das Kreisentwicklungskonzept herangezogen werden.

Informationen zur Umfrage Für die Online-Befragung wurden die 220.000 Vogtländer im Landkreis Anfang September 2023 aufgefordert, innerhalb von acht Wochen einen aufbereiteten Fragenkatalog zu beantworten. Dieser befand sich auf der Website des Landkreises. Die Teilnehmenden konnten unter den vorgegebenen Vorhaben für einen Zehn-Punkte-Plan für die Region ihre Favoriten auswählen, beispielsweise in den Bereichen Wirtschaft, Bildung und Tourismus. Zusätzlich konnten sie eigene Wünsche äußern.

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