Eine Frau mit bloden Haaren umarmt ihren Hund
Janina Schikade hat ein großes Herz für Hunde. Weil sie die Collies ihrer kranken Freudin nicht selbst aufnehmen kann, sucht sie für die Tiere neue Besitzer. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid

Zwei Collies in Not Lichtensteinerin sucht neues Zuhause für Hunde von krebskranker Freundin

23. Mai 2024, 06:00 Uhr

Der Hund als bester Freund des Menschen. In Lichtenstein im Landkreis Zwickau zeigt sich das gerade einmal wieder eindrucksvoll. Zwei Collies wollen ihrer schwerkranken Besitzerin nicht von der Seite weichen und leiden mit ihr. Doch weil die Frau bald sterben wird, hat sie nun ihre Freundin gebeten, für die Tiere ein neues Zuhause zu finden. Ganz einfach ist das nicht. Denn die künftigen Besitzer müssen bestimmte Bedingungen erfüllen.

Traurig schlurfen Hündin Easy und Rüde Gasparow durch den Hundesalon von Janina Schikade in Lichtenstein. Statt ungestüm herumzutollen, sind sie fast still. Vor allem Gasparow legt sich immer wieder mal auf den Boden und schaut sich einfach nur um. Zum Styling sind die Collies im Alter von neun und zehn Jahren diesmal nicht in den Friseursalon für Hunde gekommen. Stattdessen gibt es einen traurigen Anlass.

Eine Frau mit blonden Haaren sitz kniet auf dem Boden zwischen zwei Hunden 1 min
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Mi 22.05.2024 17:42Uhr 01:25 min

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"Die Besitzerin der Hunde hat Krebs im Endstadium. Deshalb suche ich in ihrem Auftrag für Easy und Gasparow einen neuen Besitzer", sagt Janina Schikade. Die 62-Jährige ist mit der Besitzerin befreundet und kennt auch die zwei Hunde schon lange. "Sie war eine meiner ersten Kundinnen, als ich den Salon 2017 eröffnet habe." Die zwischenmenschliche Chemie habe gestimmt und die gemeinsame Leidenschaft für Hunde habe eine Verbundenheit erzeugt, sagt die Hundefriseurin.

Ein dunkler Collie schaut traurig in die Kamera
Der zehn Jahre alte Gasparow ist ein schottischer Langhaarcollie - derzeit jedoch mit Kurzhaarfrisur. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid

Seit 14 Tagen streikt Körper von Hundebesitzerin

Doch 2021 ereilt die Freundin dann die Krebsdiagnose. "Wir haben eigentlich immer gehofft, dass das wieder wird. Und auch meine Freundin ließ sich nicht unterkriegen. Weil sie nicht wusste, was mit ihren Hunden werden soll, hat sie so viel Kraft aufgewendet, um weiterzumachen, weiterzuleben und diese Krankheit zu besiegen."

Seit reichlich 14 Tagen streike aber nun ihr Körper. Jetzt sei es akut, dass die Hunde nicht mehr bei ihr bleiben könnten, sagt Schikade. Leicht fällt es den Tieren jedoch nicht, sich von ihrer Besitzerin zu lösen.

Ein heller Collie schaut traurig in die Kamera
Die Hündin Easy ist neun Jahre alt. Ähnlich wie Gasparow leidet sie unter der Krankheit ihrer Besitzerin. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid

Collies dürfen nicht voneinander getrennt werden

"Beide Hunde sind völlig durch den Wind. Sie sind noch anhänglicher geworden und der Besitzerin nicht mehr von der Seite gewichen. Sie wollen ihr das Leben so angenehm wie möglich machen", sagt Janina Schikade und fügt an: "Auch aufgrund dieser Erfahrungen dürfen die Hunde nicht getrennt werden. Sie sind zusammen aufgewachsen. Wenn sie jetzt ihre Besitzerin verlieren und auch ihr Zuhause, haben sie nur noch sich selbst. Wenn man sie trennen würde, wäre das ihr Untergang."

Tiere sind Haus mit Grundstück gewöhnt

Außerdem sollte der neue Besitzer oder die neue Besitzerin ein Haus mit Grundstück haben. "Sie können diese zwei Collies nicht in einer Zweiraumwohnung halten. Die Tiere sind es gewohnt, einen großen Freiraum zu haben. Deshalb sind sie auch sehr freiheitsliebend." Sie seien kerngesund und könnten 14 bis 15 Jahre alt werden. "Wer Interesse hat, kann einfach bei mir im Salon anrufen. Wichtig ist noch zu sagen: Falls die Tiere beim neuen Besitzer nicht klarkommen, nehmen wir sie auch wieder zurück", sagt Janina Schikade.

Dauerhaft könne sie die Collies allerdings nicht aufnehmen. "Ich habe selbst schon zwei Hunde. Vor allem die Rüden würden nicht miteinander harmonieren. Daher sollten die Collies am besten bei jemandem unterkommen, der noch keine Hunde hat", erklärt die Hundefriseurin.

MDR (sth)

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