Bitcoin auf einer Tastatur
Rund zwei Milliarden Euro in Bitcoins wurden bei Ermittlungen gegen frühere Betreiber des Raubkopienportals "movie2k" beschlagnahmt. Bildrechte: imago images / STPP

Ermittlungserfolg Beschlagnahmte Bitcoins im Wert von zwei Milliarden Euro an BKA überstellt

30. Januar 2024, 16:26 Uhr

Ermittler haben in Sachsen die bislang umfangreichste Sicherung von Bitcoins in Deutschland vorgenommen. Das Geld soll aus dem illegalen Geschäft mit Raubkopien auf dem Portal "movie2k.to" stammen.

Sachsens Ermittler haben Mitte Januar fast 50.000 Bitcoins sichergestellt. Das entspricht einem Wert von zwei Milliarden Euro, wie der Sprecher des Landeskriminalamtes, Kay Anders, MDR SACHSEN bestätigte. Hierbei handle es sich um die bislang umfangreichste Sicherung von Bitcoins durch deutsche Strafverfolgungsbehörden.

Den Angaben zufolge hat einer der Beschuldigten die virtuelle Währung freiwillig an das Bundeskriminalamt (BKA) übertragen. Über die Verwertung der Bitcoins sei bislang noch nicht endgültig entschieden, hieß es.

Ermittlungsarbeit mehrerer Behörden

Hintergrund der Beschlagnahmung des digitalen Geldes sind gemeinsame Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Dresden, des Landeskriminalamtes Sachsen (LKA) und der Steuerfahndung des Finanzamtes Leipzig II gegen zwei Männer. Dem 40-jährigen Deutschen und dem 37-jährigen Polen wird der gewerbsmäßige Verstoß gegen das Urhebergesetz mit anschließender Geldwäsche vorgeworfen. Sie sollen bis Ende Mai 2013 das deutsche Raubkopienportal "movie2k.to" betrieben haben. Einnahmen aus Werbung und Abofallen sollen sie in Bitcoins angelegt haben.

INES * Die Integrierte Ermittlungseinheit Sachsen (INES) wurde 2004 gegründet.
* Sie setzt sich aus Staatsanwälten, Wirtschaftsexperten, Ermittlern und Steuerfahndern zusammen und befasst sich mit besonders schwerer oder organisierter Kriminalität.

Bereits im August 2020 hatte die Ermittlungsgruppe aus LKA, Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung mit dem Kürzel INES bei den Portalbetreibern Bitcoins im Gesamtwert von mehr als 25 Millionen Euro sichergestellt. Den zwei Hauptbetreibern wird vorgeworfen, zusammen mit weiteren Tatbeteiligten von Herbst 2008 bis Mai 2013 über 880.000 Raubkopien verbreitet und einen illegalen Streamingservice betrieben zu haben.

Bitcoin ist eine Kryptowährung, auch Internetwährung genannt, die online als Tauschmittel eingesetzt wird. Ein Bitcoin entspricht nach derzeitigem Kurs rund 40.000 Euro. Über die Verwertung des jetzt in Sachsen beschlagnahmten digitalen Geldes sei noch nicht entschieden. Die Ermittlungen wurden durch das Bundeskriminalamt, das US-amerikanische FBI und eine Münchener forensische IT-Sachverständigenfirma unterstützt.

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MDR (ama)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 30. Januar 2024 | 10:00 Uhr

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