Sportler starten am Strand.
Anlässlich des Jubiläums ging der Leipzig-Triathlon in diesem Jahr über zwei Tage. Auch am Sonnabend wurden schon einige Wettkämpfe ausgetragen. Bildrechte: MDR

Kulkwitzer See Sportler feiern 40 Jahre Leipzig-Triathlon

23. Juli 2023, 20:06 Uhr

Wenn es um die Disziplin Olympischer Triathlon geht, gehört der Leipzig-Triathlon zu den traditionsreichsten Veranstaltungen in ganz Deutschland. In diesem Jahr feierte er sein 40. Jubiläum. Ein ganzes Wochenende lang stand der Kulkwitzer See deshalb im Zeichen des Sports. Knapp 1.600 Männer, Frauen und Kinder gingen in verschiedenen Kategorien an den Start. Dass eine solche Veranstaltung reibungslos verläuft, ist eine Herausforderung.

Zahlreiche Triathlonfans haben den Kulkwitzer See in Leipzig am Wochenende zu einer riesigen Open-Air-Arena verwandelt. Rund 1.600 Sportbegeisterte hatten sich laut Organisatoren für den 40. Leipzig-Triathlon angemeldet, Hunderte Besucher feuerten sie an.

Erstmals fand die Veranstaltung an zwei Tagen statt. Organisator Sven Bemmann erinnerte im Gespräch mit MDR SACHSEN an die Anfänge des Leipziger Triathlon: "1984 haben Hochschuldozenten den Kulkwitzer See als Triathlon-Areal ausgeguckt und seitdem machen wir ununterbrochen den Triathlon". Für das Jubiläum wurden auch die Sieger der vergangenen 39 Jahre eingeladen, um den Startschuss zu geben und um mitzulaufen.

Der Leipzig-Triathlon ist eine Institution. Doch eine solche Veranstaltung durchzuführen, ist eine große Herausforderung. Da müssen Verband, Vereine und die Sportler gut miteinander arbeiten.

Andreas Voigt Präsident Sächsischer Triathlon Verband e.V.

Die Sache mit dem Windschattenfahrverbot

Für die Kampfrichter sind die Triathlonstrecken am Kulkwitzer See durchaus eine Herausforderung und teilweise schwierig zu kontrollieren. "Beispielsweise besteht ein Windschattenfahrverbot. Doch dahingehend Verstöße zu ahnden, ist fast unmöglich, ohne nachkommende Starter zu gefährden", sagte der Präsident des Sächsischen Triathlon-Verbandes, Andreas Voigt, im Gespräch mit MDR SACHSEN.

Kampfrichter aus ganz Sachsen im Einsatz

Bei ihm liefen als Einsatzleiter am Wochenende die Fäden zusammen. "Der Leipzig-Triathlon ist eine Institution", sagte er weiter. Um eine solche Veranstaltung durchzuführen, müsse alles passen. "Da müssen Verband, Vereine und die Sportler gut miteinander arbeiten". Acht Kampfrichterinnen und -richter aus ganz Sachsen waren am Wochenende im Einsatz, um den reibungslosen Ablauf zu garantieren. "Kampfrichter zu sein ist eine verantwortungsvolle Tätigkeit, aber sie macht auch Spaß", gab Voigt zu.

Auf einem aufblasbaren Torbogen steht "ZIEL".
Nach knapp 1,6 Kilometern Schwimmen, 42 Kilometern Radfahren und 10 Kilometern Laufen sollten die Teilnehmer dieses Ziel durchqueren. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Triathlon-Szene in Sachsen hat Nachwuchsprobleme

Eine weitere Schwierigkeit sieht Voigt in der Tatsache, dass Triathlon vorrangig ein Individualsport ist. Anders als bei Teamsportarten lasse sich nur schwer ein Gemeinschaftsgeist aufbauen. "Uns fehlt Nachwuchs bei den Triathlon-Trainern und die Vereinsarbeit ist schwierig. Es gibt einen Investitionsstau und Schwimmhallen werden benötigt", erläuterte Voigt die Probleme von sächsischen Triathleten. Auch sei man noch geprägt durch die Pandemiejahre. Voigt ist seit 2016 im Amt. Der Verband wählt seinen Präsidenten immer für drei Jahre.

"Kampfrichter Race Official" steht auf einer Weste beim 40. Leipzig Triathlon.
Kampfrichterinnen und -richter sorgten für einen reibungslosen Ablauf des Events. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Marathon-Gewinnerin Yvonne van Vlerken

In der Nähe des Krakenspielplatzes gab es auch eine kleine Triathlonmesse, unter anderem mit proteinbasierten Essensangeboten und einem Stand mit Sportbekleidung. Letzterer gehört Sylvia Michalk, der Gründerin von Lanakila, die regional in Leipzig und nachhaltig Sportdresse produziert. "Ich bin selbst Triathletin. Das ist eine tolle Veranstaltung hier", sagte sie MDR SACHSEN. An ihrem Stand schaute auch die Niederländerin und Wahlleipzigerin Yvonne van Vlerken vorbei, die beim diesjährigen Leipzig Marathon als schnellste Frau ins Ziel lief.

Auf einem aufblasbaren Torbogen steht "ZIEL".
Der olympische Triathlon startete um 11 Uhr. Um 14:30 Uhr wurden schon die Siegerinnen und Sieger geehrt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Leipziger Para-WM-Athlet unter den schnellsten Männern

Ihr Mann, Per van Vlerken, war es auch, der am Sonntagnachmittag Schnellster beim Olympischen Triathlon wurde: Er schaffte die circa 1,6 Kilometer Schwimmen, 42 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen in 01:53:44. Zweiter wurde Florian Seifert vom Triathlon-Verein Berlin 09. Als drittschnellster Mann kam der Leipziger Martin Schulz vom SC DHfK ins Ziel. Auf ihn schauten die Zuschauerinnen und Zuschauer besonders, denn er holte bei der Para Triathlon-WM in Abu Dhabi vergangenes Jahr die Silber-Medaille.

Sieger bei den Frauen und der olympischen Staffel

Bei den Frauen hatten eine Markkleebergerin und zwei Dresdnerinnen die Nase vorn: Caroline Pohle vom Verein TRIStars schaffte den Olympischen Triathlon in 02:00:51 und war damit die schnellste Frau beim 40. Leipzig-Triathlon. Anna Heyder und Yasmin Ulbrich vom Triathlon-Verein Dresden schafften die Distanzen in 02:14:09 und in 02:18:19.

Den Staffel-Triathlon, bei dem jeweils ein Teammitglied eine der drei Disziplinen absolviert, gewannen die "Baked Beans" um Sebastian Schäfer und Lukas Determann mit 01:58:12. Die Teams "Fangt das Gnu" und "Jebu und Ditze" belegten den zweiten und dritten Platz.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 23. Juli 2023 | 10:00 Uhr

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